„Was meine Tochter witzig findet, finde ich nicht immer genauso lustig…“

„Was meine 2-Jährige witzig findet, finde ich nicht immer genauso lustig…“

Die Tochter unserer Autorin Marie Binder ist jetzt zweieinhalb Jahre alt und ein echter Wirbelwind. Und dabei hat sie eine Menge Spaß – ihre Mama dagegen nicht immer genauso viel…

Kleines Mädchen grinst frech
Wenn das verschmitze Grinsen kommt, wissen Mamas: Da ist doch irgendwas im Busch! © Unsplash / Hiva Sharifi

Die Katze, Papas Socken, Mamas Haare: Vor ihr ist nichts sicher!

An manchen Tagen scheint nichts vor meiner Maus sicher zu sein. Und bei fast allem, was sie macht, hat sie eine Menge Spaß. Mama mit beiden Händen durch die Haare wuscheln? Lachanfall! Papa die Socken von den Füßen ziehen und damit abhauen? Super witzig! Der armen Katze ein Handtuch als Kuscheldecke beim fressen drüberlegen? Zum schießen – findet zumindest unsere Prinzessin.

Meist finden wir das auch lustig – aber nicht immer!

Meistens finden auch wir es sehr amüsant, was sie so den lieben langen Tag treibt. Wenn sie dann ihr ganz eigenes Lachen erschallen lässt, laut, voller Lebensfreude und mit einem Hauch Gegacker – dann müssen wir einfach mitlachen. Anstrengend wird es nur, wenn meine Kleine und ich nicht dieselbe Auffassung von „Das ist witzig.“ teilen. Das kann sein, weil Mama es nicht witzig findet, wenn die Tochter ihr Glas über dem Tische verschüttet und ihre Playmobilfiguren darin baden lässt. Oder wenn die komplette Spielzeugkiste, die wir gerade mühsam sortiert haben, wieder auf dem Boden ausgekippt wird.

Wo zum Geier ist mein Schlüssel?

Letztens hatte der große Bruder einen Friseurtermin. Wir hatten schon Jacken und Schuhe an, der Bruder wartete beim Auto – und ich suchte verzweifelt nach meinem Schlüsselbund. Erst hatte ich den Großen im Verdacht: „Hast du den Schlüssel mitgenommen?“ „Nein!“ Ich kramte also etwas hektisch in den Tiefen meiner Handtasche, fummelte noch einmal in jeder Jacken- und Hosentasche – aber der Schlüsselbund war nicht zu finden. Verzweifelt rief ich: „Wo zum Geier ist mein Schlüssel?“

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Sie war stolz – und wir zu spät!

Da trabte plötzlich ein wildgelocktes Kleinkind mit einem ziemlich verschmitzten Grinsen an. „Den habe ich versteckt!“ rief meine Tochter und in ihrer Stimme hörte man den unverhohlenen Stolz über diese Aktion. „Den hast du was?“ rief ich entsetz. „Versteckt!“ Ich raufte mir die Haare und betrachtete sie bittend. „Verrätst du der Mama auch wo?“ „Im Schlafzimmer“ jubilierte sie und stolzierte vor mir die Treppen in den ersten Stock hoch.

Warum? Weil ich das witzig finde!

Im Schlafzimmer fand ich den Schlüssel sehr schnell – zum Glück ist die Prinzessin noch nicht die Beste im Verstecken spielen. Wie einen Schatz drückte ich den Schlüsselbund an mich und sah sie forschend an. „Wieso hast du denn Mamas Schlüssel versteckt?“ Fragend sah sie mich an, als wäre es doch absolut klar, warum sie das gemacht hatte. Die Antwort folgte prompt:

„Weil ich das schon ein bisschen lustig finde!“ Und dann ertönte wieder ihr ansteckendes Lachen. Und ja, da musste auch ich grinsen – ein bisschen lustig fand ich es auch.