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Wegen Corona: Dieses Jahr feiern wir Weihnachten zu dritt

Warum ich mich gegen ein Fest mit der ganzen Familie entschieden habe.
Warum ich mich gegen ein Fest mit der ganzen Familie entschieden habe.
©Pexels/ Elly Fairytale

Weihnachten trotz Corona Pandemie mit der ganzen Familie feiern? Dieses Jahr wird das wohl (leider) nichts. Wie meine Entscheidung gegen das große Familienfest irgendwo zwischen Vernunft und Corona Ausrede fällt.

Dieses Jahr lässt sich der Weihnachtsstress wohlmöglich umgehen

Weihnachten ist sowieso schon die stressigste Zeit im Jahr – besonders für uns Eltern. Während Rudolf und der Weihnachtsmann entspannt durch die Lüfte fliegen, hetze ich mich durch den Weihnachtseinkauf und Online Shops, um Geschenke für die ganze Familie zu ergattern. Meistens endet das in einem Nervenzusammenbruch und Ehekrise.

Aber dieses Jahr lässt sich der Weihnachtsstress wohlmöglich umgehen — dank Corona. Sechs Tipps für eine Stressfreie Weihnachtszeit findest du hier.

Ertappt fühle ich mich, wenn meine Freundin (Mutter von zwei Töchtern) mir ein Bild weiterleitet auf dem steht “Schocknachrichten für Millionen Schwiegertöchter: Kontaktbeschränkungen sollen kurz vor Weihnachten gelockert werden!” und muss schmunzelnd in mich hinein lachen.

Wir haben uns entschieden – und zwar gegen ein Weihnachtsfest mit der ganzen Familie

Aber trotzdem werden dieses Jahr wahrscheinlich viele Traditionen gebrochen, wenn die Omis und Opis nicht beim Weihnachtsfest dabei sind.

Ich kann mir vorstellen, dass diese Feiertage sehr emotional für viele Familien werden. Auch wir haben uns gegen ein Weihnachtsfest mit der ganzen Familie entschieden.

Corona-Weihnachten: Worauf wir achten müssen

Das Problem mit Corona und Weihnachten ist, dass wir aus einem Risikogebiet kommen. Obwohl sich die Regelungen stets verändern und wohlmöglich gelockert werden, gehen wir stark davon aus, dass man um einen Test und Quarantäne nicht herumkommt.

Außerdem gehören die Großeltern mit ihren Krankheiten und Alter zur Risikogruppe. Auch während des Festes sollte der direkte Hautkontakt so stark wie möglich reduziert werden, lese ich in der Zeitung. Beim Familienfest! Wie soll das denn gehen? Oma und Opa sind doch die ersten die meine Tochter abknutschen und knuddeln. Auf genau solche Feste freut sich Corona.

Absagen verschicken

Nun steht es uns bevor- wir müssen Absagen verteilen. Das trifft natürlich auf blanke Enttäuschung. Augen zu und durch!

Mein schlechtes Gewissen bietet mit jeder Absage eine Alternative. Ich verspreche allen, dass wir sie in Ruhe zu einem späteren Zeitpunkt besuchen werden. Das Problem dabei ist, dass ich dadurch eigentlich nur den Stress verschiebe. Aber sei es drum, denn wenigstens müssen wir nicht alle Familienmitglieder innerhalb von drei Tage abklappern.

Schlechtes Gewissen trotz guter Gründe

Besonders die Großeltern wollen auf ihr Enkelkind während der festlichen Tage nicht verzichten. Leider gilt die Begründung “Es wäre wahnsinnig stressig für uns, aber vor allem für die Kleine” nicht und bleiben hartnäckig, dass man doch irgendwie versuchen sollte zu kommen. Es müssen also andere Gründe her.

Deshalb erkläre ich, dass wir nur über die Weihnachtstage vom 24. bis zum 26. Dezember kommen könnten, aufgrund der Arbeit. Außerdem ist unsere Tochter im Kindergarten, also ständig mit anderen Menschen im Kontakt. Wir müssten sie also zehn bis vierzehn Tage bevor wir zu den Großeltern fliegen aus dem Kindergarten holen, um sicher zu sein, dass wir Corona frei sind.

Mit jeder Absage wächst mein schlechtes Gewissen, denn die Mühe und Freude, die unsere geliebten Eltern und Schwiegereltern für ihr Enkelkind aufbringen, erwärmt mein Mutter-herz.

Letztes Jahr Weihnachten

Jedoch erinnere ich mich schnell dran, wie wir Weihnachten bei den Familien letztes Jahr verbracht haben. Die einen Großeltern leben in hohen Norden von Deutschland und die anderen Omis und Opis eine dreistündige Autofahrt entfernt. Das waren durchaus die anstrengendsten Feiertage, die ich jemals erlebt habe. Drei Tage nachdem wir von Familie zu Familie zur nächsten Familie gefahren sind, wurde unsere Tochter krank.

Mein Körper funktionierte nur noch aufgrund von Dauerstress. Der eine Glücksmoment, wenn du dich beim Weihnachtsfest mit deiner Lieblingstante unterhalten kannst, ging schnell vorbei. Weihnachten bestand nur daraus, aufzupassen, dass meinem einjährigen Kind nicht zu viel Schokoweihnachtsmänner gegeben oder sie nicht von den Haustieren attackiert wird. Umso besser, wenn ich auf all das dieses Jahr verzichten kann (die Lieblingstante ausgenommen).

 

Weihnachten zu dritt klingt gar nicht so schlecht. Obwohl wir noch nicht geübt sind, als kleine Familie zu feiern, kann ich mir vorstellen, dass es besonders schön wird. Schließlich ist unsere Tochter mittlerweile so alt, dass sie alles so richtig mitbekommt.

Beim Gedanken an den Weihnachtszauber, das Leuchten in ihren kugelrunden Augen, wenn sie die Geschenke auspackt und die Weihnachtsvorbereitung ganz nach meinem Geschmack ohne Reisestress und Großfamilienplanung erfolgt, erweckt in mir die riesige Vorfreude auf das erste Weihnachten zu dritt.

Und wer weiß, vielleicht wird das unsere neue Weihnachtstradition. In diesem Sinne — frohe Weihnachten mit oder auch ohne der ganzen Familie!

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