„Wie bringe ich meinen Kindern nur Manieren bei?!“

„Wie bringe ich meinen Kindern nur Manieren bei?!“

Gehört ihr zu der Sorte Eltern, die noch fest an die Macht der Vorbildwirkung glauben? Ganz nach dem Motto: Manieren kommen ganz von alleine, wenn man sie dem Nachwuchs nur entsprechend vorlebt? Haargenau so erging es unserer Autorin Daniela Kirschbaum. Doch irgendwann fiel ihr auf: Eventuell muss man die Sache mit den Manieren doch ein bisschen anders angehen…

Kind spielt mit einem Plastikkrokodil
"Bitte" und "Danke" gehören einfach zur Erziehung dazu - eigentlich! © Unsplash / Eddie Kopp

Kinder lernen durch Vorbilder …

Mein Mann und ich haben durchaus Manieren, würde ich meinen. Die meiste Zeit fallen wir einander nicht ungehobelt ins Wort, grüßen Nachbarn und andere bekannte Gesichter, stellen uns in Warteschlangen selbstverständlich hinten an und essen mit geeignetem Besteck und geschlossenem Mund. Okay, okay, erwischt! Natürlich gibt es ab und zu Ausnahmen.

Bei gemütlichen DVD-Abenden lümmeln wir beispielsweise am Sofa, die Füße bequem auf dem Couchtisch. Der Pizzakarton wird dann am Schoß balanciert und wir stopfen uns die fettig belegten Teigecken mit bloßen Fingern in den Mund. An solchen Abenden sind die Kinder allerdings längst im Land der Träume und sehen das nicht!

…oder etwa doch nicht?!

Langer Rede, kurzer Sinn: Naiv wie wir sind, sind wir einfach davon ausgegangen, dass Kinder durch Nachahmung lernen und deshalb eben auch unsere beiden Nachwüchse die Sache mit den Manieren bald draufhaben würden. Tja, so kann man sich irren… Mit zunehmendem Alter und ausgedehnterem Bewegungsradius war der Status quo bald nicht mehr schön zu reden: Manieren? Kann man das essen? Mit den Fingern?

Video-Empfehlung

Manieren? Ein Fremdwort für unsere Kinder!

Hätten wir es nicht besser gewusst, man hätte meinen können, die beiden wären fernab jeder Zivilisation aufgewachsen. Warteschlangen schienen dafür da zu sein, sie zu umgehen. Die netten Nachbarn wurden mehr als ein Mal ignoriert („Ich hab halt gerade an was anderes gedacht, Mama!“). Und das Schlimmste: Wo bitte hatten die beiden Wilden diese Tischmanieren her? Besteck war Deko und Finger waren beim Essen sowieso bequemer als Besteck. Viel bequemer!

Ob Theorie oder Praxis: Benimm-Regeln müssen her!

Recht schnell wurde also deutlich: Vorleben alleine hat einen Effekt, der irgendwo bei Null angesiedelt ist. Manieren wollen eben nicht nur gelernt sein, Manieren wollen erklärt werden! Zumindest bei unseren Kindern führte daran kein Weg vorbei.

Was folgte?

Ein Benimm-Workshop der Superlative! Graue Theorie (erklären-erklären-erklären) wurde abgelöst von kleinen Feuertaufen im wahren Leben der Gesellschaft. Und siehe da: Plötzlich war es möglich, sich ganz selbstverständlich hinten in der Schlange anzustellen, Nachbarn und andere bekannte Gesichter zu grüßen und beim Essen Messer und Gabel zu benutzen! Benimm-Knigge sei Dank!

Newsletter Dismiss

Müde, Hunger, Pipi, kalt?

Hol dir den Newsletter der dir wirklich hilft