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Wie Endometriose aussehen würde, wenn sie sichtbar wäre

Andrea Baines lebt seit Jahren mit Endometriose. Da die Krankheit aber nicht von außen sichtbar ist, werden betroffene Frauen oft nicht ernstgenommen. Mit Hilfe von Special-Effect-Make-Up zeigt die Engländerin, wie sehr Frauen wirklich unter der Krankheit leiden.

„Es herrscht täglich Krieg in meinem Inneren.“
„Es herrscht täglich Krieg in meinem Inneren.“
©Unsplash/Sydney Sims

Was ist Endometriose?

Bei einer Endometriose bilden „verirrte“ Zellen eine Art Gebärmutterschleim außerhalb der Gebärmutter. Während der Periode und beim Sex kommt es hier zu starken Schmerzen. Im schlimmsten Fall führt die Krankheit sogar zu Unfruchtbarkeit. Umso wichtiger ist es Symptome richtig zu deuten.

Mehr Informationen findest du in unserem Ratgeberartikel: Endometriose: Symptome, Ursachen und Behandlung

Von innen nach außen: Künstlerin macht unsichtbaren Schmerz sichtbar

Blutige, fast schwarze, offene Wunden auf Höhe der Eierstöcke und am Bauchnabel: Das Bild, das Andrea Baines von ihrem Körper zeichnet, tut schon beim Hinschauen weh. Endometriose ist aber für viele Frauen weltweit schmerzhafte Realität.

Making an Invisible Illness, Visible!!! If Endometriosis was visible, then this is how it might look. Just because you…

Gepostet von Rachel Smiler Berwick am Donnerstag, 24. Oktober 2019

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„Es herrscht täglich Krieg in meinem Inneren.“

Auch wenn es sich hierbei nur Make-up handelt, zeigt das Bild trotzdem wie sehr betroffene Frauen unter der Krankheit leiden müssen. Endometriose ist eine der häufigsten gynäkologischen Erkrankungen und trotzdem noch nicht in der Gesellschaft angekommen. Denn da man sie eigentlich äußerlich nicht sieht, werden Betroffene oft nicht ernstgenommen. Genau das möchte Baines ändern.

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I know this image is uncomfortable to look at, but trust me it’s more uncomfortable to live with. I wanted to create something powerful and I hope I did good. This may be make up but this is how I feel with endometriosis. The stabbing pains, the twisting, the burning aches. There’s a daily war going on in my insides and it leaves me exhausted. All I (and every other sufferer) is asking for is more research, more action, more awareness, better care options and the hope of a cure. Andrea x . . . . . . #sfxmakeup #sfxgore #sfxmakeupartist #gorymakeup #creativemakeup #creativemakeupartist #shootlife #cassielomasmakeupacademy #endometriosis #endometriosisawareness #endometriosissurgery #endowarrior #endosisters #endometriosisuk #1in10 #invisibleillness #chronicpain

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Unter dem Bild schreibt Andrea Baines:

„Ich weiß, das Bild bietet einen unangenehmen Anblick, aber glaubt mir, es ist noch viel unangenehmer, damit leben zu müssen. Ich wollte etwas Mächtiges kreieren […]. Es mag Make-Up sein, doch so fühle ich mich mit Endometriose. Der stechende Schmerz, das Verdrehen, die brennenden Schmerzen. Es herrscht täglich Krieg in meinem Inneren und es erschöpft mich.“

Frauen teilen ihre persönlichen Geschichten

Die Idee für das Projekt entstand, als Andrea an ihrer Make-up-Academy die Aufgabe gestellt wurde, für eine fiktive Kampagne Spezialeffekte zu gestalten. Eine Stunde hat es gedauert, um das realistische Make-up aufzutragen. Der Aufwand hat sich allerdings mehr als gelohnt. Die Bilder sind inzwischen in den sozialen Medien viral gegangen – wurde allein auf Facebook über 16.000 Mal geteilt (Stand: 23.12.19). Die Fotostrecke zeigt den betroffenen Frauen, dass sie nicht alleine mit der Diagnose sind und viele von ihnen kommentieren ihre persönliche Geschichte:

„Nicht heilbar, aber endlich symptomfrei… das ist wohl das größte Weihnachtsgeschenk, das man haben kann…. danke!!“
– thea.baer

Eine andere Userin schreibt:

„Ich kenne diesen Schmerz. Ich nehme die Pille seit fünf Jahren durch, um die Schmerzen zu lindern. Ich habe es mit 21 erfahren. Alles liebe aus Portugal!“
– filipadiasjoana

Baines erklärt gegenüber Kidspot, einem australischen Ratgeber-Portal für Familien:

„Es ist etwas, das mir so am Herzen liegt und mit dem ich mich jeden Tag beschäftige. Ich wusste, dass ich eine fantastische Gelegenheit hatte, unsichtbaren Schmerz darzustellen und ihn sichtbar zu machen“,