So habe ich meine Milchmenge verfünffacht: Tipps bei zu wenig Milch

Zu wenig Muttermilch? Wie ich meine Milchmenge verfünffacht habe

„Stillen funktioniert bei mir nicht. Ich hab‘ zu wenig Milch“. Diese Worte hat unsere Autorin Alexandra Kirschner schon oft gehört. Dann war sie selbst in der Situation und hat herausgefunden, dass Milchmangel keine unumkehrbare Tatsache sein muss.

Mutter stillt ihr neugeborenes Kind
Unsere Autorin schaffte es mit diesen Tricks ihre Milchmenge zu verfünffachen ©kdshutterman via Bigstock

Das erste Mal hörte ich den Satz von meiner Mutter: „Ich hätte gern gestillt, aber ich hatte zu wenig Milch.“ Seitdem erzählen es mir Freundinnen, die gerade Mutter geworden sind, immer wieder. Ich: „Und wie klappt es mit dem Stillen?“ Sie: „Ah nicht so gut, ich muss zufüttern, weil ich zu wenig Milch habe.“ Hake ich dann weiter nach, kommt heraus, dass sie glauben, gegen den Milchmangel nicht wirklich etwas unternehmen zu können: Wenn der Körper zu wenig Milch produziert, ist man machtlos. Mittlerweile weiß ich, dass dies häufig nicht der Fall ist.

Es war das Gespräch mit einer Gynäkologin, dass mich in der Schwangerschaft zunächst aufhorchen ließ. Viele Frauen würden irrtümlich glauben, ihr Körper könne nicht genug Milch produzieren, dabei mangele es schlicht an professioneller Stillberatung und -unterstützung. Oder anders formuliert: Wenn niemand da ist, der einem erklärt und zeigt, wie man richtig stillt, der Stillprobleme erkennt und praktikable Lösungen anbietet, ist es kein Wunder, wenn bei vielen Frauen dauerhaft zu wenig Milch fließt.

Und dann saß ich als Mutter selbst da, mit lächerlichen 30 ml Milch in der Pumpflasche. Mein gerade geborener Sohn hatte eine Woche nach der Klinikentlassung bereits ein halbes Kilo Gewicht verloren, obwohl ich ihn ständig anlegte und ewig trinken ließ. Kein Wunder bei so wenig Milch, dachte ich jetzt! Ich hätte es an diesem Punkt dabei belassen und die fehlende Milchmenge dauerhaft mit Flaschennahrung kompensieren können, aber für mein Kind wollte ich es unbedingt schaffen, voll zu stillen.

„Ich habe trotz Zufütterns etwa sechs Mal täglich gestillt und zusätzlich drei Mal pro Tag Milch abgepumpt.“

Ohne meine Hebamme wäre mir das vermutlich nicht gelungen. Sie war es, die das Problem überhaupt erst erkannt und mir genau erklärt hat, was ich unternehmen soll, um meine Milchmenge kontinuierlich zu steigern. Daher mein wichtigster Rat: Sucht euch eine gute Hebamme oder Stillberaterin, der ihr vertraut und bei der ihr euch wohlfühlt. Seid ihr gegenüber brutal ehrlich und scheut euch nicht davor, Probleme anzusprechen. Nur so kann sie euch helfen.

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Was waren also die Maßnahmen, die mir zum Erfolg verholfen haben? Die Allerwichtigste: So viel stillen und Muttermilch abpumpen wie möglich. Da mein Sohn zu Beginn Probleme mit dem Saugen an der Brust hatte, stellte mein Körper entsprechend wenig Milch zur Verfügung. Das Prinzip von Angebot und Nachfrage. Also musste ich die Nachfrage steigern. Ich habe trotz Zufütterns etwa sechs Mal täglich gestillt und zusätzlich drei Mal pro Tag Milch abgepumpt. Dafür habe ich mir von meiner Kinderärztin eine große, elektrische Milchpumpe verschreiben lassen, die Apotheken verleihen. Versucht euer Glück bloß nicht mit einer Handpumpe! „Die ist nur was für Frauen, die mit ihrer Milch drei Kinder ernähren könnten“, sagte meine Hebamme damals.

„Und dann hieß es: Augen zu und durch.“

Was ich außerdem gemacht habe:

  1. Brustmassage: Vor dem Stillen die Brust mit einer Hand auf je einer Seite sachte reiben und mit einem heißen Wachlappen oder Gelpad wärmen. So lässt sich die Milchbildung anregen
  2. Stilltee & Co.: Täglich habe ich Stilltee mit Anis, Kümmel und Fenchel getrunken, außerdem Malzbier. Von meiner Hebamme habe ich Globuli bekommen. All das soll die Milchproduktion sanft steigern.
  3. Essen und Trinken: Vergesst euch selbst nicht. Nur, wer wirklich viel trinkt und ausreichend isst, kann genug Milch produzieren, um einen anderen Menschen mit zu ernähren.

Und dann hieß es: Augen zu und durch. Zufüttern, stillen, pumpen – eigentlich war ich mit nichts anderem mehr beschäftigt. Ja, das zehrt wahnsinnig an den Nerven und der Kraft, aber es zahlte sich schließlich aus. In einem Monat konnte ich meine abgepumpte Milchmenge auf durchschnittlich 150 Milliliter erhöhen. Ich musste nicht länger zufüttern und konnte im Anschluss sogar das Abpumpen einstellen.

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