Wie ich in meiner 2. Schwangerschaft zwischen Hoffen und Bangen pendelte

Wie ich in der Schwangerschaft mit meinem Sohn zwischen Hoffen und Bangen pendelte

Mama zu werden, das ist eine großartige Sache! Doch was, wenn die Schwangerschaft von Ängsten und Zweifeln überschattet wird und einfach keine Vorfreude aufkommen will? Mama Daniela Kirschbaum berichtet heute von nicht ganz so sorglosen Schwangerschaftswochen.

Eine traurige Frau liegt am Boden
Nach einer Fehlgeburt ist die Angst oft ständiger Begleiter - auch in einer neuen Schwangerschaft. © Unsplash / Travis Bozeman

Der Schwangerschaftstest war positiv – doch ich konnte mich nicht freuen!

Wir wünschten uns ein Kind. Das war vollkommen klar! Doch als der positive Schwangerschaftstest das kleine Wunder Mensch in meinem Bauch ankündigte, ging es mir ganz und gar nicht gut. Und das lag keineswegs nur daran, dass ich mir die Seele aus dem Leib kotzte und an heftigen Schwindelanfällen litt. Der Grund für meine getrübte Stimmung lag ganz woanders: Meine erste Schwangerschaft endete nämlich – völlig überraschend – mit einer Fehlgeburt in der 11. Schwangerschaftswoche. Etwas, das ich einfach noch nicht überwunden hatte.

Es war doch alles in bester Ordnung …

Eigentlich verlief die erste Schwangerschaft völlig problemlos. Kaum unangenehme Schwangerschaftssymptome, alles war bestens! Fristgerecht zeigte der Ultraschall eine gute Herzaktivität des Fötus. So konnte es also weitergehen! Wir schmiedeten Zukunftspläne, stritten über Namen, cremten den noch nicht sichtbaren Babybauch ein – wie man das als überambitionierte Erstlings-Eltern eben so macht. Doch plötzlich, an einem Abend im März, wendete sich das Blatt schlagartig. Aus heiterem Himmel hatte ich Schmierblutungen. War das normal? Unsicherheit machte sich breit. Wir fackelten nicht lange, sondern fuhren ins Krankenhaus…

… und dann: eine Fehlgeburt!

Nach kurzer Wartezeit kamen wir an die Reihe. Zwar waren wir unsicher, doch grundsätzlich noch guter Hoffnung – welch Ironie! Es dauerte kaum fünf Minuten, da ward alle Hoffnung zerschlagen: Der Assistenzarzt fand bei unserem Baby keinen Herzschlag mehr. Auch der herbeigerufene Oberarzt schallte vergeblich. Für uns brach eine Welt zusammen! Gerade noch schwanger, wurde nun der Termin für eine Ausschabung am nächsten Tag vereinbart. Ich nahm alles wie durch eine dicke Nebeldecke wahr. Unser Baby existierte nicht mehr… Eine harte Zeit stand uns bevor!

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Die Schwangerschaft nach der Fehlgeburt? Eine Zitterpartie!

Die Monate zogen ins Land und mit ihnen verzog sich auch die Trauer ein wenig. Irgendwann war klar: Wir wagen es noch einmal! Tatsächlich: Schon wenige Wochen später zeigte sich am Schwangerschaftstest wieder ein hauchdünner zweiter Strich. Mein Mann war selig… Und ich? Ich konnte mich nicht freuen! Kein bisschen! Die Angst hielt mich fest umklammert. Die Angst, auch dieses Baby gehen lassen zu müssen. Die Angst, wieder eine Fehlgeburt zu erleben… Parallel dazu verging ich fast vor schlechtem Gewissen dem Baby gegenüber, weil ich mich nicht bedingungslos freuen konnte. Das Lebewesen in meinem Bauch hatte es doch wohl verdient, dass seine Mama sich vorbehaltlos auf es freut. Oder etwa nicht? Ich war sehr verunsichert…

Woche für Woche ein Stückchen mehr Zuversicht

Zum Glück war mein Frauenarzt nicht nur sehr einfühlsam, sondern auch unendlich geduldig. Er beantwortete meine vielen Fragen und bot an, dass wir alle zwei Wochen zum Ultraschall kommen können, wenn mir das Sicherheit geben würde. Und das tat es! Jedes Mal, wenn ich das kräftig pochende Herz unseres Babys entdeckte, machte mich das ein klein wenig zuversichtlicher, dass diese Schwangerschaft halten würde. Irgendwann waren dann plötzlich wild rudernde Ärmchen und Beinchen zu sehen und die zwölfte Schwangerschaftswoche war vorübergezogen. Zur Zuversicht gesellte sich unbändige Freude. Endlich!

Heute ist das aktive Baby, das wir einst im Ultraschall bewundern durften, acht Jahre alt und nicht minder aktiv als damals. Die Zitterpartie der ersten Schwangerschaftswochen habe ich nie vergessen. Mehr als deutlich hat sie mir vor Augen geführt, dass das Wunder Mensch eben alles ist – nur nicht selbstverständlich!