50 Prozent mehr Kita-Mitarbeitende in Deutschland: Was macht eine gute Kita aus?

Erzieherin und Kinder im Kindergarten
Darauf sollten Eltern achten
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Es gibt 51% mehr Betreuer:innen in Kitas als noch vor 10 Jahren. Das klingt viel und doch ist es zu wenig. Der Alltag in den Einrichtungen bleibt weiter angespannt. Wir klären, worauf es neben der Betreuung bei einer guten Kita ankommt: Tipps für Eltern.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Das Statistische Bundesamt hat ausgewertet, dass es in Deutschland über 50 Prozent mehr Mitarbeitende in Kitas gibt als noch vor zehn Jahren.
  • Trotz der erfreulichen Entwicklung bleibt die Situation in den Einrichtungen prekär.
  • Es gibt aber einige Faktoren, an denen du eine gute Kita erkennst.

Doppelt so viele Betreuer:innen wie noch vor 10 Jahren

Die Anzahl des pädagogischen Personals in Kindertageseinrichtungen ist in den letzten zehn Jahren um 51 Prozent gestiegen, wie das Statistische Bundesamt mitteilt. Das waren zum 1. März 2023 rund 702.200 Betreuungskräfte. Vor zehn Jahren waren es erst 465.000. Das Jahr 2013 ist insofern spannend, weil Eltern seitdem den Rechtsanspruch auf die Betreuung für ein- bis dreijährige Kinder haben.

50 Prozent mehr Personal, das klingt zunächst viel. Doch die Anzahl der betreuten Kinder nahm im gleichen Zeitraum mit rund 22 Prozent ebenfalls kräftig zu. Laut Statistischem Bundesamt wurden zuletzt circa 721.600 Kinder unter drei Jahren in Tageseinrichtungen betreut. Aufgrund dieses intensiven Betreuungsbedarfs von unter Dreijährigen kommt in vielen Einrichtungen kein ausgewogener Betreuungsschlüssel zustande.

Hinzu kommt, dass ein Großteil des pädagogischen Personals nicht in Vollzeit arbeitet, wie die Erhebungen zeigen.

Eltern bleibt kaum eine Wahl bei der Kita-Suche

Die angespannte Lage macht es für Eltern, die dringend einen Betreuungsplatz suchen, fast unmöglich, eine Kita zu finden, die ihren Wünschen entspricht. Aus der Not heraus fällt die Wahl eben auf die Einrichtung, die noch einen Platz frei hat. Aber woran kann man eine gute Kita eigentlich erkennen?

Was macht eine gute Kita aus?

Diese Fragen sollten sich Eltern stellen, um eine gute Kita für ihr Kind auszuwählen:

Lage
Ist die Kita gut und schnell zu erreichen? Liegt sie in der Nähe des Zuhauses oder des Arbeitsplatzes? Wenn das Kind doch mal über den Morgen krank werden sollte, musst du es vorzeitig in der Kita abholen. Dann ist es wichtig, schnell bei deinem Kind zu sein. Mit welchen Symptomen auch ein krankes Kind in die Kita darf, erklärt unser Kinderarzt hier.

Räumlichkeiten
Sind die Räume sauber und gepflegt? Dazu gehören auch die Toiletten. Außerdem ist ein abgetrennter Ruheraum für den Mittagsschlaf besonders wichtig. Achte auch auf die Qualität der Einrichtung. Die sollte möglichst kindgerecht gestaltet sein: Stühle, Tische und Ablagen auf Kinderhöhe und auch die Qualität des Spielzeugs sollte hochwertig sein.

Anzahl der Mitarbeitenden

Der Betreuungsschlüssel, also wie viele Kinder auf einen Erzieher oder eine Erzieherin kommen, ist ebenfalls ein Qualitätsmerkmal.

Nach der Empfehlung des Staatsinstituts für Frühpädagogik in Bayern sollten bei unter Dreijährigen pro Erzieher oder Erzieherin drei bis vier Kinder kommen. Auch wenn jedem Kind während der Eingewöhnung eine eigene Bezugsperson zur Seite gestellt wird, ist das ein Zeichen für eine gute Kita.

Mahlzeiten

Informiere dich darüber, woher die Kita ihre Mahlzeiten bezieht. Manche Kitas bekommen ihr Essen aus Großküchen geliefert, andere kochen jeden Tag selbst. Schau dir an, ob der Speiseplan abwechslungsreich und ausgewogen gestaltet ist. Besonders schön ist es, wenn die Kinder in die Zubereitung des Essens mit einbezogen werden.

Konzept

Ist die Einrichtung eine reine Kinderkrippe oder ist auch ein Kindergarten integriert? Das ist praktisch, damit die Kinder sich nicht wieder an eine neue Einrichtung gewöhnen müssen. Sind die Gruppen offen oder geschlossen? Bei geschlossenen Gruppen sind die Kinder meist mit Kindern ihres Alters zusammen, bei offenen Gruppen sind alle zusammen. Dabei profitieren die Kinder voneinander: Die Größeren lernen auf die Kleinen aufzupassen und die Kleinen schauen sich was bei den Großen ab.

Mehr Indizien für eine gute Kita, etwa worauf es beim Tagesablauf ankommt, erklären wir hier.

Quellen