Ab wann dürfen Kinder ohne die Eltern ins Freibad?

Kind allein im Freibad unter Wasser
Nur sichere Schwimmer dürfen allein ins Schwimmbad.
© Pexels / Kindel Media

Die Kinder allein ins Freibad schicken, wenn Mama und Papa selbst keine Zeit haben – geht das? Wir klären, welche Nachweise es für den Freibad-Tag auf eigene Faust braucht und woran du erkennst, ob dein Kind dafür schon bereit ist.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Ab wann Kinder ohne Begleitung ins Freibad dürfen, ist Einzelentscheidung der Bäder.
  • Grundsätzlich dürfen aber nur Kinder allein planschen, die sichere Schwimmer sind.
  • Einen Nachweis über die Schwimmsicherheit muss dein Kind zum Freibadbesuch mitbringen.

Badepersonal trägt keine Verantwortung

Gerade in den Sommerferien können Eltern nicht für sechs Wochen die Bespaßung der Kinder übernehmen. Für viele ist ein Tag im Freibad daher eine gute Lösung: Die Kids haben Spaß und Eltern wissen, sie werden vom Badepersonal beaufsichtigt. Aber ist das wirklich so einfach?

Nein, sagt die DLRG in einer Pressemitteilung. Das Badepersonal arbeite meist ehrenamtlich und sei nicht dafür zuständig, sich um alle Kinder zu kümmern: „Eltern dürfen kleine Kinder am und im Wasser nie aus den Augen lassen und sollen immer in Griffweite bleiben. Sie haben die Aufsichtspflicht.“ Leider scheinen viele Eltern dies anders zu sehen – oder nicht zu wissen, denn auch in diesem Sommer häufen sich wieder die Meldungen über Badeunfälle.

Ab wann dürfen Kinder allein ins Freibad?

Leider gibt es keine gesetzliche Grundlage, die regelt, ab wann Kinder ohne Eltern oder eine andere Begleitperson in ein Freibad oder Schwimmbad dürfen. Das bedeutet aber nicht, dass Eltern gleich ihre Aufsichtspflicht verletzten, wenn die Kids einen Tag allein im Schwimmbad verbringen.

Denn: Bereits ab einem Alter von sieben Jahren gelten Kinder als beschränkt geschäftsfähig.

Auch die Deutsche Gesellschaft für Badewesen e.V. empfiehlt, dass die Bäder in ihrer Hausordnung ein Mindestalter vom „vollendeten 7. Lebensjahr“ für die kleinen Badegäste fordern, wenn die ohne ihre Eltern planschen wollen.

: Ab wann das Kind alleine lassen?

Freibäder entscheiden selbst

Welches Alter die Betreiber:innen aber letztendlich für den Solo-Freibadbesuch in ihrer Badeordnung festlegen, bleibt ihnen selbst überlassen.

Die Kölner Bäder zum Beispiel fordern ein Mindestalter von 10 Jahren ein, damit die Kinder ohne Eltern schwimmen gehen dürfen. Die Berliner Bäder haben ein Alter von 8 Jahren festgesetzt. Du solltest dich also immer individuell bei dem gewünschten Freibad informieren, ab wann Kinder allein den Tag dort verbringen dürfen.

Schwimmabzeichen ist Voraussetzung für Kinder, die alleine ins Freibad wollen

Ab wann dein Kind allein ins Schwimmbad darf, ist nicht alleine eine Frage des Alters. Genauso wichtig ist der Nachweis über eine gute Schwimmfähigkeit.

Was ist gefordert: Seepferdchen oder Freischwimmer?

Das Seepferdchen als Schwimmabzeichen sagt eigentlich nichts über die Schwimmfähigkeit eines Kindes aus. Nur mit dem sogenannten “Freischwimmer” gelten Kinder als sichere Schwimmer, wie DLRG-Ausbildungsleiter Christian Landsberg betont. Viele Bäder fordern daher, dass Kinder, die ohne Begleitperson schwimmen wollen, mindestens das bronzene Schwimmabzeichen haben.

Damit dürfte der Ausflug ins Schwimmbad ohne Eltern vielen Kindern in Zukunft verwehrt bleiben. Eine DLRG-Studie zeigt: Immer weniger Grundschüler können gut schwimmen.

Was müssen Eltern beachten, wenn die Kinder allein ins Freibad gehen?

Damit dein Kind diesen Sommer den Tag mit allen Freunden allein im Freibad verbringen kann, gilt es also ein paar Dinge zu beachten:

  • Dein Kind muss mindestens das siebte Lebensjahr vollendet haben.
  • Vergewissere dich über das geforderte Mindestalter in deinem Freibad.
  • Ein Kinderausweis muss das Alter des Kindes bestätigen können. In einigen Fällen ist auch ein Schülerausweis oder ein anderes Dokument mit Altersnachweis ausreichend.
  • Dein Kind muss außerdem einen Nachweis über die Schwimmfähigkeit mitbringen und bei Bedarf an der Kasse vorlegen.
: Wenn die Schwimmkurse voll sind

Begleitpersonen müssen nicht die Eltern sein

Ein Schlupfloch gibt es aber doch noch für alle Kinder, die das Mindestalter noch nicht erreicht haben. Die Begleitperson des Kindes muss kein Elternteil sein und in vielen Bädern ist eine Aufsicht auch ab 16 Jahren schon erlaubt. Es kann also zum Beispiel ein älteres Geschwisterkind mitkommen und aufpassen. Oft darf eine Begleitperson unter 18 allerdings nicht für mehrere Kinder gleichzeitig verantwortlich sein.

Generell solltest du mit deinem Kind ein paar Verhaltensregeln besprechen, wenn es alleine ins Freibad will und noch einmal die allgemeinen Baderegeln durchgehen. Erkläre deinem Kind außerdem, dass es sich immer an das Badepersonal und alle anderen Mitarbeitenden im Schwimmbad wenden kann.

Um für dich selbst abzuschätzen, ob dein Kind schon bereit für den Solo-Badetag im Freibad ist, kannst du dir diese Fragen stellen:

  • Wie gut kann mein Kind wirklich schwimmen?
  • Kennt mein Kind potenzielle Gefahren im Freibad?
  • Wie reagiert mein Kind in Gefahren-Situationen?
  • Welche Freunde oder Freundinnen begleiten mein Kind?
  • Lässt sich mein Kind leicht zu Mutproben und Co. überreden?
  • Vertraue ich, dass mein Kind die richtigen Entscheidungen trifft?

Alle Infos zum ersten Freibad-Besuch im Alleingang

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Quellen