Adoption bereut: Eltern bringen Kind zurück ins Heim

Mädchen ist allein
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Nachdem ihre alleinerziehende Mutter verstarb, kam ein Mädchen aus Russland in ein Waisenheim. Sie wurde von ihrem Onkel adoptiert und zog nach Schweden. Leider hielt das neue Familienglück nicht lange an – 2021 kam es zum Skandal, als die Adoptiveltern das Kind wieder loshaben wollten.

Von Russland nach Schweden und zurück

Als die alleinerziehende Mutter eines Mädchens aus Russland stirbt, wird das Kind in ein örtliches Waisenhaus gebracht. Sie hat in Russland keinerlei Angehörige.

Schließlich meldet sich der Onkel des Kindes, der in Schweden lebt. Er und seine Frau beantragen die Adoption, um das Mädchen zu sich zu holen.

Nach einem langen Adoptionsprozess können die Beiden das kleine Mädchen Ende 2019 zu sich nach Schweden holen.

Probleme von Anfang an

Doch bereits nach wenigen Monaten habe es immer wieder Probleme in der neuen Familie gegeben, wie es in verschiedenen Medienberichten heißt. Mitarbeiter des Kindergartens, den das Mädchen in Schweden besucht, hätten sich besorgt an das Jugendamt gewandt.

Schließlich habe das Jugendamt im Mai und im Oktober 2020 Ermittlungen in der Familie vorgenommen. Beide Untersuchungen seien aber ohne Ergebnis wieder geschlossen worden.

Zurück nach Russland

Im Februar 2021 wurde das Jugendamt erneut hinzugezogen. Die Erzieher des Mädchens waren besorgt, weil es nach den Winterferien nicht mehr in den Kindergarten zurückgekommen war.

Als das Amt sich dem Fall erneut widmete, stellten die Mitarbeiter fest, dass die Adoptiveltern das inzwischen vierjährige Mädchen allein zurück nach Russland geschickt hatten. Eine offizielle Begründung des Onkels und seiner Frau über den Vorfall gab es zunächst nicht.

Schwedischer Anwalt eingeschaltet

Es entwickelte sich ein Skandal, der weit über die Grenzen Schwedens hinaus reichte. Ein Anwalt aus Schweden kämpfte dafür, das Mädchen zurück nach Schweden zu holen. Sie hat mit der Adoption die schwedische Staatsbürgerschaft erhalten.

„Sie haben dem 4-jährigen Mädchen alles genommen, was es kannte und zurück in das russische Waisenhaus geschickt, aus dem es kam. Ich arbeite seit 15 Jahren mit Adoptionsfragen. Noch nie hat mich etwas so abgestoßen. Es ist eine fürchterliche Situation. Stell dir vor, du bist vier Jahre alt und vollkommen hilflos.“

– So äußerte sich Anwalt Mikael Svegfors 2021 in der schwedischen Zeitung Dagens Nyheter.

: Trauer um "verlorenes Kind"

Seine Arbeit gestaltete sich schwierig. Russland habe den damaligen Adoptionsvertrag bereits aufgehoben, hieß es. Außerdem war der Aufenthaltsort des Kindes zunächst nicht bekannt. Es war unklar, ob das Mädchen zurück in das Waisenhaus geschickt wurde oder einer Pflegefamilie übergeben wurde, oder bereits bei einer neuen Adoptivfamilie lebte.

Im Oktober 2021 vermeldete Dagens Nyheter, dass die Adresse des inzwischen fünfjährigen Kindes in Russland ausfindig gemacht werden konnte. Die Behörden wollten weiterhin alles für ihre Rückkehr tun. Das Mädchen spreche fließend Schwedisch, habe in Schweden Freunde gefunden und sich eingelebt.

Quelle