Ausschlag nach dem Baden im See: Befall durch Entenflöhe im Sommer

Foto eines Zerkarien-Ausschlags nach dem Baden im See
Rote Flecken sind typische Symptome.
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Entenflöhe sind die böse Überraschung nach dem herrlichen Badetag am See. Aber auch wenn der Ausschlag auf den ersten Blick fies aussieht, ist er für uns Menschen meistens harmlos.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Treten nach dem Baden im See Juckreiz und Rötungen auf, ist das ein Hinweis auf eine sogenannte Badedermatitis.
  • Weil die Erreger für gewöhnlich bevorzugt Enten befallen, werden diese auch als „Entenflöhe“ bezeichnet.
  • Auch wenn der Ausschlag ganz schön fies jucken kann, gefährlich ist er in der Regel nicht.

Entenflöhe, Zerkarien, Badedermatitis: Das steckt hinter dem Ausschlag

Bei juckenden roten Flecken auf der Haut nach einem Tag am Badesee denken die meisten wohl eher an Mückenstiche. Treten aber mehrere Punkte nah beieinander auf und sind deutlich gerötet, ist das ein Hinweis auf eine sogenannte Badedermatitis. Ausgelöst wird sie durch den Befall mit Zerkarien, auch “Entenflöhe” genannt. Deshalb werden “Badedermatitis” und “Zerkariendermatitis” auch synonym verwendet.

Ursachen und Verlauf einer Badedermatitis

Die Entenflöhe sind eigentlich kleine Würmer, deren Larveneier mit dem Kot von Enten oder anderen Wasservögeln ins Wasser gelangen. Dort befallen sie Wasserschnecken, bis die Larven geschlüpft sind. Die „erwachsenen“ Zerkarien gelangen zurück ins Wasser, wo sie im Normalfall erneut eine Ente befallen.

 

Entenflöhe: Verlauf einer Übertragung auf den Menschen

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Manchmal kommt es aber auch zum Befall eines „Fehlwirts“, also uns Menschen. Dabei versuchen die Zerkarien sich in die Haut zu bohren. Das klingt erst ein einmal eklig, ist aber nicht weiter schlimm, denn bei dem Versuch sterben die Entenflöhe bereits ab. Deshalb ist eine Badedermatitis auch nicht ansteckend.

: Ist eine Badedermatitis gefährlich?

Nein! Auch wenn der Ausschlag sehr fies aussehen kann und stark juckt, ist eine Badedermatitis weder gefährlich noch ansteckend.

Symptome einer Badedermatitis erkennen

Ob die Entenflöhe dich oder dein Kind versehentlich befallen haben, kannst du leicht erkennen. Manchmal tritt der erste Juckreiz schon beim Baden im See auf, spätestens aber wenige Stunden danach. Dann ist auch ein geröteter, entzündlicher Hautausschlag zu beobachten. Ähnlich wie bei Neurodermitis konzentriert dieser sich oft auf eine Stelle. Das kann je nach Körperpartie in etwa so aussehen:

Foto: Ausschlag und rote Flecken nach einer Badedermatitis

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Menschen, die bereits zum zweiten Mal mit den Zerkarien in Kontakt kommen, beschreiben oft deutlich stärkerer Symptome wie einen viel stärkeren Juckreiz als etwa bei einem Mückenstich.

Behandlung: Was hilft gegen Entenflöhe?

Das Gute ist, die Badedermatitis verschwindet von ganz alleine wieder, denn die Erreger sterben ja schon mit dem Eindringen in die Haut ab. Es muss also keine medikamentöse Therapie erfolgen. Dennoch kannst du das Abheilen des Ausschlags unterstützen und den Juckreiz mindern.

Behandlung mit Hausmitteln, Cremes & Co

Das Wichtigste für eine schnelle Heilung ist, nicht zu kratzen. Das ist natürlich leichter gesagt als getan. Kalte Kompressen und Antihistaminika in Salben-Form lindern den Juckreiz aber zuverlässig. Auch Allergie-Tabletten wie Cetirizin können helfen, die allergische Reaktion einzudämmen.

Wurde der Ausschlag doch aufgekratzt, sollte die betroffene Stelle regelmäßig desinfiziert werden, damit keine Bakterien in die winzigen Wunden eindringen können.

Auch einige ätherische Öle wie zum Beispiel Minze oder Eukalyptus können eine kühlende, beruhigende Wirkung haben, sollten aber nur von Erwachsenen verwendet werden. Bei Kindern und Babys können die stark konzentrierten Öle zu weiteren allergischen Reaktionen und Reizung der Atemwege führen.

: Dauer einer Badedermatitis

Wie lange die allergische Reaktion auf die Zerkarien anhält, ist von Mensch zu Mensch etwas unterschiedlich. Nach etwa zwei Tagen sollte aber der Juckreiz abklingen. Bis die roten Flecken wieder verschwunden und der Ausschlag abgeheilt ist, kann es bis zu drei Wochen dauern.

Entenflöhe vorbeugen: Wie kann ich meine Kinder schützen?

Wer sich und seine Familie vor einem Befall schützen möchte, kann diesen Sommer ein paar einfache Maßnahmen zur Vorbeugung ergreifen.

  • Schwimmbad bevorzugen: Die Entenflöhe können nur in Gewässern überleben, wo sich auch ihr bevorzugter Wirt, also Wasservögel, aufhält. In einem Schwimmbad oder einem gechlorten Pool bist du also vor einem Befall sicher.
  • Badesee bewusst wählen: Wer dennoch lieber im Badesee schwimmen geht, sollte einen auswählen, an dem nur wenige Wasservögel leben. Außerdem ist ein Befall im seichten Wasser wahrscheinlicher. Weitere Risikofaktoren sind das Schwimmen in den frühen Morgenstunden und eine hohe Wassertemperatur. Achte auch darauf, nicht zu lange an einem Stück im Wasser zu bleiben.
  • Gründlich abduschen und abtrocknen: Nach jedem Badegang im See solltest du dich gründlich abduschen und auch mit einem trockenen Handtuch abrubbeln. So entfernst du Zerkarien, die sich noch auf der Haut befinden könnten.

Vor einem Zerkarien-Befall beim Schwimmen im Meer wie der Nord- oder Ostsee musst du übrigens keine Angst haben. Die Entenflöhe leben nur in stehenden Gewässern. Im Salzwasser oder fließenden Gewässern bist du sicher vor einem Befall.

Quellen