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Fall Maddie McCann: Niederlage für die Eltern vor Gericht

Spielendes Mädchen am Strand von Praia da Luz in Portugal
Kind am Strand von Praia da Luz: Aus der Anlage in Portugal verschwand Maddie McCann 2007 spurlos (Symbolfoto)
© Bigstock / Pikselstock

Das Verschwinden des 3-jährigen britischen Mädchens Maddie McCann aus einer Ferienanlage in Portugal erschütterte 2007 die Weltöffentlichkeit. Ein Ermittler beschuldigte die Eltern in seinem Buch, in das Drama involviert gewesen zu sein. Ihre Klage wegen Rufschädigung vor dem Europäischen Gerichtshof verlor das Paar im September 2022.

Weltweite Anteilnahme seit 2007: Der Fall Maddie

Es ist eines dieser Verbrechen, die die Weltöffentlichkeit bewegt – auch viele Jahre später noch: Der „Fall Maddie“. Die damals dreijährige Madeleine McCann, genannt Maddie, verschwand 2007 während eines Familienurlaubs in der portugiesischen Ferienanlage “Praia da Luz” aus der Ferienwohnung, während ihre Eltern abends in einem Restaurant aßen.

Laut eigener Aussagen der Eltern lagen Maddie und ihre jüngeren Geschwister schlafend in der Wohnung, während die Eltern mit Freunden in einem nahen Restaurant zu Abend aßen. Sie wechselten sich ab und überprüften alle 30 Minuten, ob bei den Kindern alles in Ordnung war.

Gegen 22 Uhr stellte Maddies Mutter Kate fest, dass das Mädchen nicht mehr in seinem Bett lag und die Terassentür offenstand. Die verzweifelte Suche nach Maddie begann, doch bis heute fehlt jede Spur von ihr. Inzwischen gilt ein Deutscher als Hauptverdächtiger. Christian B. sitzt derzeit in Portugal im Gefängnis, um seine Strafe für eine Vergewaltigung an einer 72-jährigen Amerikanerin abzusitzen. Es gibt viele Hinweise, doch noch keine handfesten Beweise, dass er der Täter ist.

Ex-Ermittler beschuldigt Eltern

Der portugiesische Ex-Ermittler Goncalo Amaral, der anfangs die Untersuchungen im „Fall Maddie“ leitete, beschuldigt in einem Buch die Eltern Kate und Gerry McCann, in das Verschwinden ihrer Tochter involviert gewesen zu sein. Es soll einen „tragischen Unfall“ gegeben haben und die Eltern hätten anschließend die Leiche des Mädchens verschwinden lassen. Gegen diese Anschuldigungen klagten die McCanns am europäischen Gerichtshof in Straßburg.

Doch mit ihrer Klage auf Rufschädigung und Image-Schädigung hatten sie keinen Erfolg. Laut dem Gericht seien die Aussagen basierend auf der Meinungsfreiheit des Autors entstanden und ihr Ruf sei eher durch die Zeit beschädigt worden, in der das Paar als Verdächtigte geführt wurden.

Ehepaar McCann hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben

In einem öffentlichen Statement auf ihrer Website drückten die Briten ihre Frustration mit folgenden Worten aus:

“Natürlich sind wir enttäuscht über die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs. Doch seit wir vor 13 Jahren gegen Herrn Amaral vor Gericht gezogen sind, hat sich vieles geändert.

Unser einziger Grund diesen Schritt zu gehen war, dass seine Anschuldigungen eine Auswirkung auf die Suche nach Madeleine hatten. Wenn die Öffentlichkeit glaubte, dass wir in ihr Verschwinden involviert waren, dann würden Menschen Hinweise übersehen oder relevante Beweise nicht melden. Der Fokus ist und bleibt Madeleine und ihre(n) Entführer zu finden.”

Dass Kate und Gerry McCann die Hoffnung noch nicht aufgegeben haben, zeigt sich auf der Website und in den sozialen Medien: Dort wünschen sie ihrer Tochter noch immer jedes Jahr alles Gute zum Geburtstag. Dieses Jahr war Maddie McCanns 19. Geburtstag.

Quellen

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