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Ein kleines Wunder: Frühchen widersetzt sich tödlichem Zwei-Kilo-Tumor

Frühchen widersetzt sich tödlichem Zwei-Kilo-Tumor
Symbolbild: Frühchen ist eine kleine Kämpferin
@ Pexels / Wilker Lauriano

Brisbane – Das „Wunder“-Frühchen Saylor Thomson war erst einige Stunden alt, als sie an einem lebensbedrohlichen Tumor operiert wurde. Die Wucherung an ihrem Steißbein wog nämlich doppelt so viel wie der Rest ihres kleinen Körpers. Doch sie hat es geschafft.

Als Saylors Eltern bei einem 20-Wochen-Scan in der Schwangerschaft der schnell wachsende Tumor bei Saylor gezeigt wurde, hieß es, dass ihre kleine Tochter nur eine 25 – 40-prozentige Überlebenschance hätte. „Als sich die Sozialarbeiterin und die Chirurgen zum ersten Mal versammelten, um uns zu sagen, dass sie aufgrund der Frühgeburt und des Tumors kaum eine Chance hatte, es zu schaffen, weinte ich hysterisch“, sagte Mama Rachel Thomson.

Tumor erstreckt sich über Becken und Bauch

Prof. Saliesh Kumar vom Mater Mothers’ Hospital im australischen Brisbane konnte nicht sagen, warum der Tumor derart wuchs und am Ende zwei Kilo wog. Generell entsteht er aus embryonalen Keimzellen und tritt viermal häufiger bei weiblichen Säuglingen auf.

„Saylors Tumor war extrem groß und sehr komplex. Der Tumor erstreckte sich in ihr Becken und ihren Bauch. Viele dieser Babys überleben die Schwangerschaft nicht. Im Wesentlichen funktionieren diese Tumore wie ein großer vaskulärer Gefäß-Shunt, der dazu führt, dass viel Blut ins Herz zurückkehrt. Bei einigen Babys kann das Herz mit diesem zusätzlichen Volumen nicht fertig werden und es kommt zu Herzinsuffizienz“, berichtete Prof. Kumar.

Die Größe des Tumors ist extrem selten

Nachdem Saylor durch einen Kaiserschnitt in der 28. Schwangerschaftswoche das Licht der Welt erblickt hatte, begann fast unmittelbar danach eine komplexe sechsstündige Operation. Hier wurde der Tumor – ein sakrokokkygeales Teratom in Größe einer Bowlingkugel – von ihrem Steißbein entfernt.

Prof. Kumar und ein 25-köpfiges Team aus Chirurgen, Neonatologen, Anästhesisten, Theatermitarbeitern, Krankenschwestern und Hebammen führte die Operation durch. Die Größe sei extrem selten, sagte Dr. Peter Borzi, ein Neugeborenen- und Kinderchirurg am Mater Mothers‘ Hospital, der wie Prof. Kumar an der Operation beteiligt war.

Das Mädchen ist eine Kämpferin

Die Operation beinhaltete die Entfernung eines Teils von Saylors Steißbein, um zu verhindern, dass der Tumor wieder nachwächst. Hier benötigte Saylor während der Operation fünf Bluttransfusionen, aber sie habe sich als „stark und belastbar“ erwiesen, so Dr. Borzi. „Sie hat sich mit Hilfe der Teams im Mater Mothers‘ Hospital und im Queensland Children’s Hospital fantastisch erholt“, sagte er.

Beide Eltern waren froh, ihre „willensstarke kleine Kämpferin“ schließlich zehn Tage nach der Geburt endlich bei sich zu haben. „[…] Saylor in meinen Armen halten zu können und zu wissen, dass sie das alles durchgemacht hat, ist etwas Besonderes“, sagte die Mama.

Ohne das großartige Team wäre Baby Saylor nicht mehr am Leben

Neonatologe Dr. Richard Mausling sagte, dass das Fachwissen und die Fähigkeiten des Mater-Teams der Grund waren, warum Baby Saylor heute noch am Leben sei.

„Früh geboren zu werden, sogar in der 28. Woche, birgt seine eigenen potenziellen Risiken“, so Dr. Mausling. Die Eltern Rachel und Kieran Thomson wurden vor der Geburt ausführlich von Prof. Kumar und der leitenden Neonatologin Professor Helen Liley beraten. Hier informierte man beide vollständig über die Risiken, denen Saylor ausgesetzt wäre, wenn sie zu früh und mit der Größe des Teratoms geboren würde.

Nun habe Baby Saylor seit ihrer Geburt an Gewicht zugenommen und bringe inzwischen stolze drei Kilogramm auf die Waage. Ihr Geburtsgewicht hat sie damit mehr als verdoppelt. Sie ist eben eine kleine Kämpferin.

Quellen

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