Bookmark

Geburtenrate in Deutschland gesunken: Weniger Geburten wegen Corona-Impfung?

Frau wird gegen das Coronavirus geimpft
Die Coronaimpfung war im Frühjahr 2021 für schwangere Frauen zunächst nicht empfohlen
© Bigstock / Gritsivfoto

Zu Beginn des Jahres ist die Geburtenziffer in Deutschland stark gesunken. Das teilt das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung mit – und liefert gleich einen Grund für das plötzliche Absacken: Viele Frauen hatten wegen der Coronaimpfung offenbar ihren Kinderwunsch zurückgestellt.

Ab Januar 2022 deutlicher Rückgang der Geburtenziffer

In den Jahren zwischen 2015 und 2021 lag die Geburtenziffer in Deutschland – also die Anzahl der geborenen Kinder pro Frau – immer bei 1,5 bis 1,6. Im Januar 2022 fiel der Wert plötzlich deutlich ab und lag nur noch bei 1,3 bis 1,4.

Es wurden also weniger Frauen schwanger und es kamen entsprechend weniger Kinder zur Welt. Auch in den Monaten bis April 2022 blieb die Geburtenziffer so niedrig und stieg erst zum Mai wieder auf 1,48 an.

Corona-Impfung anfangs noch nicht für Schwangere empfohlen

Das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB), das die neue Studie präsentiert hat, nennt einen wahrscheinlichen Grund für den abrupten Rückgang der Geburtenziffer: die Corona-Impfung.

Im Frühjahr 2021 nahm die Impfkampagne zur Bekämpfung des Coronavirus an Fahrt auf. Für Schwangere war eine Impfung zunächst nicht empfohlen. Entsprechend schoben viele Frauen eine Schwangerschaft auf.

Es ist plausibel, dass sich manche Frauen erst impfen lassen wollten, bevor sie schwanger werden“, so Dr. Martin Bujard, Forschungsdirektor am BiB. Inzwischen empfiehlt die ständige Impfkommission (STIKO) die Corona-Schutzimpfung auch für schwangere Frauen. Aktuell ist noch unklar, wie sich die Geburtenrate für die Monate nach Mai 2022 entwickelt.

Ähnliche Entwicklung auch in anderen Ländern

Zu Beginn der Corona-Pandemie blieb die Fruchtbarkeitsziffer in Deutschland noch konstant und stieg sogar leicht an – im Gegensatz zu anderen Ländern, wo sie bereits 2020 vorübergehend einbrach.

Mit dem Absacken zu Beginn des Jahres 2022 steht Deutschland übrigens nicht alleine da. In skandinavischen Ländern, allen voran in Schweden, fiel sie ebenfalls deutlich ab. So lautet das Fazit von Dr. Bujard: „“Die Corona-Pandemie hat erhebliche Effekte auf das kurzfristige Geburtenverhalten verursacht, was man auch in anderen Ländern Europas erkennen kann”

Quellen

Top