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Familien am finanziellen Abgrund: Familienministerin fordert Erhöhung des Kindergelds

Kleiner Junge mit Sparschwein
Weniger Geld fürs Sparschwein: Familien mit Kindern leiden besonders unter der momentanen Situation
© Bigstock / Everest Community

Bundesfamilienministerin Lisa Paus befürchtet, dass die hohen Energie- und Lebensmittelpreise die Kinderarmut in Deutschland ansteigen lassen. Abhilfe könnte eine Erhöhung des Kindergelds bringen.

Lisa Paus: „Es geht inzwischen um die Existenz“

Es ist nicht nur gefühlt so, dass alles ständig teurer wird. Die Inflation hat Deutschland seit Monaten fest im Griff, die Preise für Energie, Lebensmittel und viele andere wichtige Dinge des täglichen Lebens nehmen zu.

Das ist selbst für Gutverdienende nicht immer leicht zu stemmen. Besonders betroffen sind laut Familienministerin Lisa Paus (Grüne) aber Familien mit Kindern. „Es geht inzwischen um die Existenz“, so die Ministerin im Gespräch mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland. „Viele Menschen, darunter gerade Familien mit Kindern, stehen finanziell mit dem Rücken zur Wand.“ Eltern von schulpflichtigen Kindern merkten dies zuletzt auch an den drastisch gestiegenen Preisen für Schulmaterialien wie Blöcke und Stifte.

Lindners geplante Kindergelderhöhung „nicht ausreichend“

Abhilfe könnten in dieser schwierigen Lage weitere Entlastungen schaffen. Besonders eine hat Ministerin Lisa Paus im Sinn:

„Wir brauchen dringend eine Kindergelderhöhung. Die erreicht alle Familien.“

Mehr Kindergeld, das hatte auch Finanzminister Christian Lindner (FDP) in seinem kürzlich angekündigten milliardenschweren Entlastungspaket bereits angekündigt. In dem Paket ist von acht Euro mehr jeweils für die ersten beiden Kinder sowie von zwei Euro für das dritte Kind die Rede.

Doch laut der Familienministerin reicht das nicht, um die allgemeine Inflation auszugleichen. „Da müssen wir nachbessern. Zusätzlich muss die Kindergelderhöhung in ein Gesamtkonzept eingebettet sein, durch das Familien auch an anderer Stelle Unterstützung erfahren.“

Kindergrundsicherung soll erst 2025 kommen

Zur Kindergrundsicherung, einem der zentralen Vorhaben der Ampel-Koalition zur Bekämpfung von Kinderarmut, will Paus bis Herbst 2023 einen Gesetzesvorschlag vorlegen. Sie könnte dann 2025 erstmals ausgezahlt werden. In diesem Winter wird die Kindergrundsicherung also Familien, die unter hohen Preisen für Gas, Essen und Strom ächzen, nichts bringen.

Quellen

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