Kältestes Klassenzimmer: Bochumer Schüler lernten bei Minusgraden

Zwei Mädchen schreiben am Tisch im Klassenzimmer
Kinder sollten nicht bei Minsugraden lernen müssen
© Pexels Pragyan Besbaruah

Ein Preis, den niemand gewinnen möchte: Der Anti-Preis für das kälteste Klassenzimmer im Corona-Winter ging an eine Schule in Bochum. Der Temperatur-Tiefpunkt lag zeitweise bei -0,3 Grad. Gibt es für dieses Problem im nächsten Pandemie-Herbst eine Lösung? 

Temperaturen um den Gefrierpunkt

Unvorstellbare Zustände: In einem Klassenzimmer der 10. Klasse der Matthias-Claudius-Gesamtschule in Bochum mussten die Schüler*Innen bei Temperaturen um den Gefrierpunkt lernen. Durch die verschärften Auflagen durch die Corona-Pandemie und das verpflichtende Lüften in allen Räumen kam es zu frostiger Kälte (nicht nur) in diesem Klassenzimmer.

Nachdem immer wieder kritisiert worden war, dass man nicht auf Luftfilter, sondern Lüften bei eisigen Temperaturen setzte, rief die Landeselternschaft der integrierten Schulen in NRW (LEiS) zu einer Protestaktion auf.

Schüler und Schülerinnen sollten Fotos von den Temperaturmessern in den Klassenräumen machen und dokumentieren, mit welchen Gegebenheiten ihnen das Lernen erschwert wurde.

Die Bochumer Gesamtschule war nicht die Einzige, die zu kalte Klassenzimmer vorweisen konnte: Auf dem zweiten Platz landete eine Schule aus Lippstadt – mit 1,1 Grad – und auf dem dritten Platz eine Essener Schule. Hier waren es 9 Grad.

Wird der nächste Pandemie-Herbst besser?

Sowohl Holger Jeppel, Leiter der Matthias-Claudius-Schule in Bochum, als auch der Deutsche Lehrerverband sind sich einig, dass bisher nicht genügend Vorkehrungen für den Herbst getroffen werden. Sie fordern, dass Schulen jetzt schon für Distanz-Unterricht vorbereitet werden und gleichzeitig sowohl in Luftfilter investiert als auch die Option auf Maskenpflicht an Schulen gegeben sein muss.

Mit Inhalten von dpa