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Oben-Ohne-Schwimmbäder: Dürfen Frauen wie Männer bald blankziehen?

Eine Frau am Poolrand mit Sonnenbrille und Grinsen
Dürfen Frauen in Schwimmbädern auch bald oben ohne baden?
© Unsplash / Conner Baker

Weil sich ein Gast ohne Bikini-Oberteil sonnte, bekam er von einem Freibad in Göttingen einen Verweis. Die weiblich gelesene Person identifiziert sich aber als Mann und klagte gegen den Rüffel. Heraus kam ein Pilot-Projekt, das allen Gästen des Schwimmbads seit Mai 2022 an den Wochenenden erlaubt, oben ohne zu baden. Weitere Schwimmbäder ziehen nach.

Freibad in Göttingen erlaubt Oben-Ohne für alle an Wochenenden

Auch wenn die Oben-Ohne-Testphase im Schwimmbad Göttingen gut angelaufen ist, machen noch nicht so viele Menschen von dem neuen Recht Gebrauch. Trotzdem ist Geschäftsführer Andreas Gruber zufrieden und sagt in einem Interview mit “Spiegel Online”:

“Es geht hier um eine Haus- und Badeordnung für ein öffentliches Bad. Jeder hat das Recht, hier schwimmen zu gehen und das vielfältig zu genießen. Es ist wichtig, dass man alle Seiten zusammenbekommt, damit man ein gutes Miteinander findet. Das ist ein öffentlicher Raum, wo unterschiedliche Interessengruppen und auch unterschiedliche Mentalitäten zu Gast sind.”

Auch wenn es einige Gäste gibt, die dem Ganzen negativ gegenüberstehen, wird die Regel wohl nach August in Göttingen weitergeführt.

Weitere Schwimmbäder wollen Gleichberechtigung einführen

Die SPD-Politikerin Paulina Reineke-Rügge aus Hamburg-Eimsbüttel setzt sich in ihrem Wahlkreis dafür ein, dass es allen Gästen in allen Bädern erlaubt ist, zu jeder Zeit ohne Bikini-Oberteil zu baden. Den Antrag hat die Partei bereits gestellt.

Einen Schritt weiter ist die Stadt Siegen in Nordrhein-Westfalen: Hier dürfen Menschen jedes Geschlechts seit Kurzem in den städtischen Schwimmbädern die (oberen) Hüllen fallen lassen, nachdem die Partei Volt nach “Gleicher Brust für alle” verlangt hatte.

Ob noch weitere Schwimmbäder in Deutschland folgen? Wir sind gespannt!

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