„Safer Internet Day“ – Kinder sollten vor Risiken im Internet beschützt werden

Kinder und Jugendliche sind heutzutage ganz selbstverständlich im Netz unterwegs.
Symbolbild: Kinder und Jugendliche sind heutzutage ganz selbstverständlich im Netz unterwegs.
© Pexels / Jessica Lewis Creative

Kinder werden heutzutage sehr früh mit Handys und Internet konfrontiert. In den letzten Jahren sind Phänomene wie Fake News, Cybermobbing und Cybergrooming im Internet immer mehr in die Lebensrealität von Jugendlichen gerückt. Am heutigen „Safer Internet Day“ sollen Schüler, Lehrer und auch Eltern durch Online-Coachings und Präventionsveranstaltungen in Schulen über die Risiken im Web und in sozialen Medien aufklärt werden.

Kinder und Jugendliche vor Risiken im Netz schützen

Über 150 Länder beteiligen sich am „Safer Internet Day“ am heutigen 7. Februar. Ziel ist es, besonders Kindern und Jugendlichen einen besseren Umgang mit digitalen Medien zu vermitteln. Denn laut einer aktuellen Studie von „saferinternet.at“ können rund 70 Prozent der Kinder und Jugendlichen zum Bespiel Fake News im Internet nur schwer als solche erkennen. Allerdings sind auch Cybermobbing durch Mitschüler oder andere Kinder / Jugendliche sowie Cybergrooming ein riesiges Problem in den sozialen Medien.

Cybergrooming ist um 20 Prozent angestiegen

Unter dem Begriff Cybergrooming versteht man, dass (potenzielle) Sexualtäter und Sexualtäterinnen durch die digitalen Medien auf Kinder und Jugendliche einwirken. Das macht meist einen sexuellen Kindesmissbrauch erst möglich. Laut einer aktuellen Studie der Landesmedienanstalt Nordrhein-Westfalen sei die Anzahl der Acht- bis Neunjährigen, die in den letzten zwei Jahren von Erwachsenen im Netz kontaktiert wurden von acht auf 20 Prozent gestiegen. Ein erschreckendes Ergebnis.

Deswegen müsse nun an der Medienkompetenz gearbeitet werden, gemeinsam mit Schülern, Lehrkräften aber auch mit den Eltern. Ziel ist, alle Gruppen besser aufzuklären, wie sie bei solchen Situationen am besten reagieren können.

Online-Coachings und Präventionsveranstaltungen für Schulen

Damit das auch besser gelingt, hat etwa das Landesamt für Schule und Bildung in Sachsen Online-Coachings und Präventionsveranstaltungen zum „Safer Internet Day“ organisiert. Dazu werden unter anderem Polizisten des Fachdienstes Prävention der Leipziger Polizei an Schulen geschickt. Dort erklären sie Schülern, wie Datenströme funktionieren, welche Spuren und Hinweise auf seine eigene Identität man beim Surfen im Internet hinterlässt. Auch wird bezüglich Kriminellen im Internet aufgeklärt und wie diese ihre Identität im Netz verschleiern können.

„Unsere Präventionsveranstaltungen sind wichtig, weil wir den Kindern zeigen: Wie verhalte ich mich im Social-Media-Bereich, was können diese Apps, die ich jeden Tag nutze, wo landen meine Fotos, wo landet, was ich jeden Tag vermeintlich meiner besten Freundin schicke“, so Polizei-Präventionsexperte Rico Reichel.

Kinder und Jugendliche können „die Konsequenzen ihres Handelns nicht abschätzen“

Laut Schulleiter Cristian Geitner von der Adolph-Diesterweg-Schule in Leipzig sei der Stellenwert des Internets bei Kindern und Jugendlichen sehr hoch. Zwar würden diese schon von klein auf als Digital Natives aufwachsen, allerdings beutetet das nicht automatisch, „dass sie in jungen Jahren schon in der Lage sind, die Konsequenzen ihres Handelns abzuschätzen“, so der Schulleiter.

Wie gefährlich digitale Medien für die kindliche Entwicklung sein können, erklären wir hier.

Nachfrage an Angeboten sehr hoch in anderen Bundesländern

Laut dem Bildungsministerium sei die Nachfrage nach solchen Angeboten und Coachings an Schulen in den letzten Jahren angestiegen. Dementsprechend seien die sachsenweiten Coachings auch in anderen Bundesländern ausgebaut worden.

Erstmals wurde der „Safer Internet Day“ im Jahre 2004 durch die Initiative der Europäischen Union ins Leben gerufen. Seitdem findet dieser besondere Tag jedes Jahr am zweiten Montag im Februar statt.

Quellen