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Schulweg: Warum “Elterntaxis” für Kinder gefährlich sind

Zwei Kinder in ihren Autositzen im Auto
Der vermeintliche sichere Schul- und Kitaweg mit dem Auto, birgt für (andere) Kinder viele Gefahren.
© Pexels / Campus Production

Vor vielen deutschen (Grund-) Schulen herrscht am Morgen Auto-Chaos. Ein Großteil der Eltern bringt ihr Kind morgens – auch für kurze Strecken – mit dem Auto zur Schule. Was gut gemeint und vermeintlich sicher ist, birgt allerdings Gefahren für das eigene Kind und auch Klassenkameraden. Verschiedene Verbände wollen das Aufkommen an “Elterntaxis” nun drastisch reduzieren.

Zu viele Kinder werden mit dem Auto gebracht

Während noch in den Siebzigerjahren ca. 90 % aller Schüler:innen zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Schule kamen, ist es heute nur noch ein Bruchteil der Kinder, die morgens nicht mit dem Auto fast bis vor das Klassenzimmer gefahren werden.

Was Eltern bei dieser vermeintlichen Sicherheitsmaßnahme vergessen ist, dass sie dadurch andere Kinder gefährden. Denn wenn es schnell gehen muss, wird schon mal an Bushaltestellen, im absoluten Halteverbot, auf Gehwegen oder gar in zweiter Reihe geparkt, um die eigenen Kinder aus- oder einsteigen zu lassen. Das führt immer wieder zu gefährlichen Situationen und nicht selten zu kleineren oder größeren Unfällen.

Laut Ergebnissen der von den Verbänden in Auftrag gegebenen Studie zu “Elterntaxis” des Meinungsforschungsinstituts forsa erleben fast ein Drittel der befragten Lehrkräfte wöchentlich Gefahrensituationen vor Schulen. Ausgelöst durch nicht sicheres Verhalten im Straßenverkehr der Eltern. Die meisten der befragten Eltern und Lehrer:innen halten es für wichtig, dass Kinder in Zukunft wieder eigenständig zur Schule kommen.

Manche Schulen haben bereits darauf reagiert und ausgewiesene Elternhaltestellen bzw. Hol- und Bringstationen eingeführt, die in der Regel mehrere hundert Meter vom Schuleingang entfernt liegen.

Verkehrswacht und ADAC: in Zukunft mehr zu Fuß

Der deutschen Verkehrswacht ist das noch zu wenig. Sie plädiert aus vielen Gründen dafür, dass Kinder schon früh eigenständig zu Fuß zur Schule kommen. Nicht nur sei das umweltfreundlicher, sondern es fördere auch die Selbstsicherheit der Kinder als Verkehrsteilnehmer und wenn sie gemeinsam mit Freunden unterwegs sind, wirke sich der Schulweg positiv auf das Sozialverhalten aus.

Hier haben wir 10 Tipps für einen sicheren Schulweg gesammelt

Auch der ADAC ist der Meinung, dass Kinder ab der ersten Klasse altersgerecht an den Straßenverkehr herangeführt werden sollten, um Risikobewusstsein und Verkehrsverständnis zu entwickeln. Hierbei gilt: nicht der kürzeste, sondern der sicherste Schulweg sollte gewählt werden. Möglichst auf Straßen mit wenig Verkehrsaufkommen gehen. Nicht zu unterschätzen ist bei einem Schulweg zu Fuß übrigens auch der gesundheitliche Aspekt. Kinder, die sich morgens bewegen, können sich im Unterricht deutlich besser konzentrieren und das Gehen hält gesund und fit.

Quellen

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