Impfschutz kein Luxus mehr: STIKO empfiehlt Meningokokken-B-Impfung für alle Babys

Baby bekommt Spritze ins Bein
Impfung wird für alle zugänglich.
© Unsplash / CDC

Die Ständige Impfkommission hat nun auch die Impfung gegen Meningokokken der Gruppe B in den STIKO-Impfkalender aufgenommen. Das bedeutet, Eltern müssen die Kosten bald nicht mehr selbst tragen und abwägen, ob sie sich den Impfschutz für ihr Kind leisten können.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die STIKO empfiehlt eine Impfung aller Babys gegen die Meningokokken-Gruppe B.
  • Damit wird die Impfung zur Kassenleistung und Eltern müssen die teilweise hohen Kosten nicht mehr selbst tragen.
  • Schon jetzt können die Impfkosten zur Rückerstattung eingereicht werden.

Neue Impfempfehlung der STIKO

Die Bakterien Neisseria meningitidis, die sogenannten Meningokokken, sind Erreger, zu denen unterschiedliche Bakterien-Gruppen gehören und für die es daher auch verschiedene Impfungen gibt. Gegen fünf der häufigsten Meningokokken-Gruppen wird in Deutschland geimpft:

  • Meningokokken B-Impfung
  • Meningokokken C-Impfung
  • Meningokokken ACWY-Kombinationsimpfung

Um Babys vor einer Ansteckung mit Meningokokken zu schützen, wurde bislang nur die Impfung gegen die sogenannte „C-Gruppe“ standardmäßig empfohlen. Tatsächlich sind die Meningokokken B aber für die meisten Erkrankungen in Deutschland verantwortlich. Sie lösen rund 62 Prozent der Fälle aus. Deshalb empfiehlt die STIKO seit dem 18.01.24 „alle Säuglinge ab dem Alter von 2 Monaten gegen Meningokokken der Serogruppe B (MenB) mit dem Impfstoff 4CMenB (Bexsero) zu impfen.“

Meningokokken-Infektion selten, aber lebensgefährlich

Eine Meningokokken-Sepsis ist zwar äußerst selten, kann aber innerhalb weniger Stunden lebensbedrohlich werden. Babys und Kinder unter 2 Jahren sind dabei besonders gefährdet, weil ihr Immunsystem noch nicht vollständig ausgebildet ist. Eine Hirnhautentzündung (Meningitis) oder eine Blutvergiftung (Sepsis) mit Narben und Amputationen können die Folge sein.

10 Prozent aller Betroffenen in Deutschland sterben an der Infektion.

Erkrankungs-Symptome schwer zu erkennen

Besonders tückisch ist es, die ersten Symptome zu erkennen. Denn die können zum Teil auch die Begleiterscheinungen anderer harmloserer Krankheiten sein. Dazu gehören:

  • Kopfschmerzen
  • Fieber
  • Schüttelfrost
  • Schwindel

Bei einer Hirnhautentzündung kommen Erbrechen und in einigen Fällen eine vorgewölbte oder harte Fontanelle dazu. Charakteristisch für eine Meningokokken-Infektion sind im weiteren Verlauf auch dunkelrote, blaue oder auch bräunliche Flecken auf der Haut des Kindes. Wie das aussehen kann, teilt eine Mama mit heftigen Bildern ihres kleinen Jungen.

Durch den „Glas-Test“ können Eltern prüfen, ob es sich nicht fälschlicherweise um einen Masern-Ausschlag handelt. Bleiben die Flecken unter dem aufgedrückten Glas sichtbar und werden nicht heller, ist das ein Warnsignal für Meningokokken.

STIKO-Empfehlung ermöglicht Kostenübernahme der Kasse

Schutz vor einer Infektion bietet nur die Impfung. Bislang mussten Eltern für eine Impfung gegen die B-Gruppe selbst aufkommen und zwischen 110 und 150 Euro dafür zahlen. Das ist leider nicht allen Familien möglich. Die gute Nachricht: Kosten für Impfungen, die von der Ständigen Impfkommission empfohlen werden, tragen die Krankenkassen.

Es kann noch ein paar Monate dauern, bis die Impfung als sogenannte „Pflichtleistung“ der Krankenkassen gilt, aber schon jetzt kannst du die Rechnung bei deiner Kasse zur Rückerstattung einreichen.

Auch wenn du die Kosten für die Meningokokken-Impfung schon getragen hast, kannst du sie im Einzelfall von deiner Krankenkasse erstatten lassen. Mehr Infos dazu findest du auch auf der Webseite von Meningitis bewegt.

Quellen