Studie entdeckt Ursache für Schwangerschaftsübelkeit

Frau leidet an Schwangerschaftsübelkeit
Schwangerschaftsübelkeit betrifft einen Großteil der werdenden Mütter
© Unsplash / Zohre Nemati

Schwangerschaftsübelkeit ist ein häufiger und berüchtigter Bestandteil vieler Schwangerschaften. Eine neue Studie legt nun nahe, dass nicht das hCG – wie oft angenommen – Ursache für die Übelkeit ist, sondern ein anderes Hormon die Beschwerden auslöst. Dadurch könnten in Zukunft viele Frauen vor schlimmen Auswüchsen der Schwangerschaftsübelkeit bewahrt werden.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Bis zu 90 Prozent der werdenden Mütter leiden unter Schwangerschaftsübelkeit – manche davon schwer
  • Eine Studie legt nun nahe, dass nicht das hCG sondern ein bestimmtes Wachstumshormon für die Stärke der Beschwerden verantwortlich ist
  • Künftig könnte es möglich sein, den Hormonspiegel schon vor der Schwangerschaft anzupassen

Großteil der werdenden Mütter leidet unter Übelkeit

Zu Beginn einer Schwangerschaft leidet ein großer Teil der werdenden Mütter unter Schwangerschaftsübelkeit. Laut dem deutschen Ärzteblatt sind 50 bis 90 Prozent der Frauen von zumindest leichten Anzeichen betroffen.

Meist sind die Beschwerden harmlos und enden etwa um die 12. Schwangerschaftswoche herum. Doch bei manchen Frauen entwickelt sie sich zur sogenannten Hyperemesis gravidarum – einer schweren Form der Übelkeit mit häufigem Erbrechen, die die komplette Schwangerschaft über anhalten kann.

: Wenn die Übelkeit nicht verschwindet

Starke Beschwerden werden zur Belastung

Schwangerschaftsübelkeit ist also grundsätzlich nichts unnormales. Und man kann sie auch als gutes Zeichen werten – nämlich dafür, dass ausreichend Schwangerschaftshormone im Körper vorhanden sind. Doch wenn die Beschwerden nicht verschwinden und sich auch mit bewährten Hausmitteln nicht lindern lassen, wird es für werdende Mütter zur schweren Belastung.

Studie: Wachstumshormon befeuert die Übelkeit

Ein internationales Forscherteam um Marlena Fejzo von der University of Southern Californiahat nun in einer Studie herausgefunden, dass das Wachstumshormon GDF15 eine entscheidende Rolle für die Schwangerschaftsübelkeit spielt. Dieses wird von deinem Ungeborenen produziert. Aber – und das ist entscheidend – der Körper bildet es auch ohne eine bestehende Schwangerschaft. Bei manchen Frauen liegt es in höherer Konzentration vor, bei anderen in niedriger.

  • Frauen mit einem niedrigen GDF15-Spiegel sind anfälliger für schwere Verläufe von Schwangerschaftsübelkeit
  • Bei Frauen mit einem hohen GDF15-Anteil vor der Schwangerschaft ist dieses Risiko viel geringer
  • Aber während der Schwangerschaft erhöht ein hoher GDF15-Spiegel das Risiko für schwere Schwangerschaftsübelkeit

Wie ist das zu erklären? Frauen, die schon vor ihrer Schwangerschaft einen hohen GDF15-Spiegel im Blut haben, reagieren weniger sensibel auf dessen Anstieg während der Schwangerschaft.

Können schwere Verläufe künftig verhindert werden?

Dies bedeutet aber theoretisch auch, dass Frauen schon im Vorfeld einer Schwangerschaft ihren Anteil am GDF15-Hormon anpassen lassen können, um eine Hyperemesis gravidarum zu verhindern. Wer also während einer ersten Schwangerschaft schlimme Beschwerden hatte, kann sich vor einer zweiten Schwangerschaft geringen Dosen von GDF15 aussetzen lassen, um die Symptome zu lindern.

Dafür bedarf es aber erst noch ausführlicher Studien, so das Forscherteam. Die Studie zur Schwangerschaftsübelkeit wurde jetzt im Fachmagazin “Nature” veröffentlicht.

Quellen