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Studie: Oma und Opa bleiben wichtig für die Kinderbetreuung

Großvater spielt mit seinen Enkelkindern
Opa und Oma sind für die Kinderbetreuung in vielen Familien unverzichtbar
© Stiftung Ravensburger Verlag

Oma und Opa sind immer noch wichtig für die Kinderbetreuung: zu diesem Schluss kommt eine neue Studie. Sie entlasten dabei auch die Eltern, besonders die Mütter. Doch nicht allen Kindern tut die Vielfalt an Bezugspersonen auf Dauer gut.

Trotz Kita-Ausbau: Ohne Großeltern geht nichts

In den letzten Jahren ist viel passiert beim Kita-Ausbau in Deutschland. Doch eines hat sich trotzdem nicht geändert: Oma und Opa bleiben wichtige Faktoren für die Kinderbetreuung.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsförderung (DIW) in Berlin und des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BIB). Zwei Jahre wurde für die Studie „Oma und Opa gefragt?“ geforscht.

Die wichtigsten Aussagen des Projekts unterstreichen, wie wichtig die Großeltern noch immer für die Kinderbetreuung sind:

  • Bei über 50 Prozent der Jungen und Mädchen bis 6 Jahre sind Oma und Opa regelmäßig oder bei Bedarf an der Betreuung beteiligt
  • Bei Kindern bis 10 Jahre liegt der Anteil immer noch bei 20 bis 40 Prozent

Viele Eltern wünschen sich stärkere Einbindung der Großeltern

Mittlerweile besuchen 9 von 10 Vorschulkindern in Deutschland eine Kita oder einen Kindergarten. Werden die Großeltern da überhaupt noch für die Betreuung gebraucht? Und wie, sagt Professorin C. Katharina Spieß, Leiterin des Forschungsprojekts:

„Großelternbetreuung ist in den letzten Jahren trotz Kita-Ausbau weitgehend konstant geblieben, sie ist eine wichtige Komponente im Leben von jungen Familien, und hilft den Eltern.“

Eltern, die diese Unterstützung nicht nutzen (können), würden sich zu zwei Dritteln eine stärkere Beteiligung von Oma und Opa wünschen. Allerdings wird das in Zukunft nicht einfacher werden. Denn der Hauptgrund, warum die Großeltern sich nicht im gewünschten Maße um die Enkel kümmern können, ist ihre Berufstätigkeit. Und weil vor allem Frauen immer häufiger bis ins Rentenalter arbeiten, wird es perspektivisch schwieriger für die Großeltern werden, mehr Zeit mit den Kleinen zu verbringen.

: zu Besuch bei Oma und Opa

Zu viele Bezugspersonen: Negative Auswirkungen auf Kinder?

Die Art und Weise, wie sich Großeltern um die Enkel kümmern, ist übrigens regional unterschiedlich: In Westdeutschland sind sie an den Nachmittagen oft die Haupt-Betreuungsinstanz, in Ostdeutschland werden sie häufig mit Kitas kombiniert, um deren Randzeiten auszugleichen.

Allerdings zeigt die Studie auch, dass diese Vielfalt an Betreuungsarten auch negative Auswirkungen auf die Kinder haben kann. Wenn die Kleinen auf zu viele Bezugspersonen treffen – erst Ganztages-Kita, dann Großeltern, dann Mama und Papa – können sich negative Effekte im sozio-emotionalen Bereich ergeben. Laut Studie ist dies bei 36 Prozent der Kinder zwischen 3 und 5 Jahren der Fall. Bei Kindern, die nur den halben Tag in der Kita sind, waren die Effekte nicht zu beobachten.

Umso wichtiger sei es, dass in den Kitas die Bezugspersonen nicht allzu oft wechseln, so die Stiftung Ravensburger Verlag, die die Großeltern-Studie finanziert hat.

Einbindung der Großeltern entlastet besonders Mütter

Einen ganz klar positiven Effekt hat die Unterstützung durch Oma und Opa übrigens für die Eltern, besonders für die Mütter. Denn die sind nach wie vor die Hauptbetreuungspersonen und werden so entlastet. Bei den Müttern steigt die Zufriedenheit mit der Betreuungssituation um 11 Prozent und die Zufriedenheit mit der eigenen Freizeit sogar um 14 Prozent, wenn die Großeltern mithelfen. Projektleiterin C. Katharina Spieß sagt:

„Die Steigerung der mütterlichen Zufriedenheit hat einen direkten Zusammenhang mit der kindlichen Entwicklung. Salopp gesagt: Zufriedene Mütter haben sozio-emotional stabilere Kinder.“

Quellen

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