Wasservergiftung: warum Babys kein Wasser trinken sollten

Baby trinkt aus einer Flasche
Bei Hitze sollen auch Babys viel trinken - aber kein Wasser
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Bei hohen Temperaturen dem Baby etwas Wasser zu trinken geben? Selbst wenn Eltern es nur gut meinen: damit können sie eine lebensgefährliche Wasservergiftung auslösen.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Babys unter 6 Monaten sollten kein Wasser trinken – auch bei großer Hitze nicht!
  • Muttermilch oder Fläschchennahrung sind für den Nährstoffbedarf von Babys völlig ausreichend
  • Wenn Babys Wasser trinken, droht die Gefahr einer Wasservergiftung mit womöglich schlimmen Folgen

Auch bei Hitze: Säuglinge sollten kein Wasser trinken

Für Erwachsene ist der Fall klar: bei hohen Temperaturen im Sommer und ganz besonders während einer Hitzewelle soll man viel trinken. Auch Kinder sollten bei Hitze ausreichend Wasser zu sich nehmen. Und Babys? Klar sollen auch die trinken – aber bitte kein Wasser!

Bis zum 6. Lebensmonat besteht bei Babys das Risiko einer Wasservergiftung

Die ärztliche Sicht ist ganz klar und auch die Weltgesundheitsorganisation WHO sagt eindeutig: Babys sollten bis zum 6. Lebensmonat „wasserfrei“ bleiben. Keine Sorge: sie bekommen über die Muttermilch oder Fläschchenmilch alle Nährstoffe, die sie benötigen – auch bei großer Hitze. Wasser sollten Babys frühestens mit einem halben Jahr zu sich nehmen, und auch dann nur in geringen Mengen.

Am Anfang braucht dein Kind bis zu 200 ml Wasser am Tag extra. Mit dem Übergang zur festeren Familienkost steigt der Bedarf dann auf etwa 600 bis 700 ml.

Wasservergiftung: Babys vertragen kein Wasser

Denn für Säuglinge kann Wasser trinken richtig gefährlich werden. Der Grund: ihre Nieren sind schlicht nicht ausgereift und können so viel Flüssigkeit nicht verarbeiten. Wenn Babys Wasser trinken, droht eine Wasservergiftung mit möglicherweise schlimmen Folgen.

Eine Wasservergiftung entsteht, weil sich durch den Wasserkonsum das Blut von Babys verdünnt. Wasser enthält wenig Natrium, also versucht der Körper diesen Mangel auszugleichen. Wasser tritt ins Gewebe über und schwemmt Zellen auf – im schlimmsten Fall werden Hirnzellen angegriffen und es droht Lebensgefahr.

Symptome einer Wasservergiftung beim Baby

Wichtig ist, dass Eltern ihr Baby genau beobachten, wenn es Wasser getrunken hat. Folgende Symptome können für eine Wasservergiftung sprechen:

  • Aufgedunsenes Gesicht
  • Übelkeit, Erbrechen, Durchfall
  • Schläfrigkeit und Müdigkeit
  • Abfallende Körpertemperatur auf bis zu 36 Grad
  • Krampfanfälle und Zuckungen

Ab welche Menge Wasser droht eine Wasservergiftung?

Das lässt sich pauschal nicht beantworten. Wenn ein Baby nur einen winzigen Wasserschluck bekommen hat, ist die Gefahr einer Wasservergiftung gering – zumindest wenn das Baby durch Muttermilch oder Flaschennahrung gut hydriert ist. Doch auch hier gilt: auf Symptome achten und gegebenenfalls reagieren.

Übrigens sollten Eltern von Flaschenkindern bei großer Hitze der Versuchung widerstehen, die Pre-Milch mit größerer Wassermenge zu strecken. Das kann die Gesundheit von Babys ebenfalls schädigen. Auch im Sommer gilt: Genau an das Mischverhältnis halten.

Was tun bei Wasservergiftung? Ab zum Arzt!

Sollten diese Anzeichen beim Baby auftreten, sollten Eltern im Zweifel sofort den Kinderarzt kontaktieren beziehungsweise bei akuten Beschwerden die Kinderambulanz oder Notaufnahme aufsuchen. Ärzte können eine Wasservergiftung durch Elektrolyte behandeln.

In diesem Zusammenhang ist interessant zu wissen: auch größere Kinder oder sogar Erwachsene können Wasservergiftungen bekommen, etwa wenn sie sehr viel Wasser in sehr kurzer Zeit zu sich nehmen. Sie müssen dafür aber wesentlich mehr Flüssigkeit konsumieren, ehe es gefährlich wird – was so gut wie nie vorkommt.

Quellen