Was ich als Papa im Laufe der Jahre von meinen Kindern lernen durfte

Was ich als Papa im Laufe der Jahre von meinen beiden Kindern lernen durfte

Kinder erteilen einem so manche Lektion im Leben. Außerdem erweitern sie unseren Horizont. Was er als Vater im Laufe der letzten acht Jahre von seinen beiden Sprösslingen gelernt hat, verrät unser Autor Markus Kirschbaum.

Vater und Sohn spielen Gitarre
Die Verbindung zwischen Vätern und ihren Kindern ist etwas ganz Besonderes - bei der beide Seiten viel voneinander lernen können... © Bigstock / Fizkes

#1 Müßiggang ist ein guter Anfang

Höher, schneller, weiter: Das Leben eines berufstätigen Papas gleicht häufig einem Hindernislauf. Ich bin da bestimmt keine Ausnahme. Ganz im Gegenteil: Eigentlich bin ich sogar noch eine Spur schlimmer dran. Immerhin bin ich mit einer wahren Trödelliese als Tochter geschlagen … ähm … ich meine natürlich gesegnet! Vielleicht hat ja der eine oder andere von euch meinen Beitrag dazu gelesen…

Weil ich meine Tochter also nicht bis kaum ändern kann, versuche ich es auf einem anderen Weg und sehe einfach, was ich von ihr lernen kann. Und das ist eben, dass Müßiggang manchmal durchaus eine gute Sache ist. Druck und Tempo rausnehmen hilft einem nämlich dabei, bei sich zu bleiben und den Blick fürs Wesentliche nicht zu verlieren. In diesem Sinne: Danke, Töchterchen!

#2 Nichts ist so schlimm, wie es aussieht

Acht Jahre des Zusammenlebens mit einem kleinen Stuntman haben mich eines gelehrt: Nichts ist so schlimm, wie es im ersten Moment scheint!

Spektakuläre Stürze, verdrehte Arme, Blut, das aus offenen Wunden fließt: Was Papa anfangs vor Schreck noch hyperventilieren ließ, ist mittlerweile Routine. Meine Erfahrung der letzten Jahre: Solange Tränen fließen und das Geschrei groß ist, ist wahrscheinlich weniger passiert als man anfangs glaubt! Eher ist es gespenstische Stille, die einen aufschrecken lassen sollte…

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#3 Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung

Wenn mich meine Oma vor gefühlten 100 Jahren mit ebendiesem Kleidungsspruch genervt hat, habe ich innerlich die Augen verdreht und gedacht: „Schwachsinn! Sicher gibt’s schlechtes Wetter! Schau doch raus, da hilft auch keine Kleidung mehr!“

Heute, zwei bewegungsfreudige Kinder später, wohnhaft in einem Land, in dem eben nicht pausenlos die Sonne scheint, sehe ich die ganze Sache ein bisschen differenzierter. Ob es nämlich regnet, schneit oder friert: Meine Kinder, die wollen raus! Und ausgestattet mit Outdoorjacke, Regenschuhen und Regenmütze (früher hätte ich sowas nur über meine Leiche getragen) folge ich heutzutage eben dem Credo der lieben Oma und bin ebenfalls der Meinung, dass es echt kein schlechtes Wetter gibt, sondern: bloß schlechte Kleidung…

#4 Kindermund tut Wahrheit kund

Nichts schmeichelt einem so sehr wie die Worte des lieben Nachwuchses. Oder aber sie landen punktgenau unter die Gürtellinie. Weil man eben ganz genau weiß: Kindermund tut Wahrheit kund! Soll heißen: Je kleiner die Zwerge sind, desto eher kann man sich auf ihr Urteil verlassen! Weil sie eben noch nichts beschönigen oder dazu neigen, sozial Erwünschtes vor sich hinzuplappern. Zum Glück! Oder: leider! Je nachdem…

Meine Kinder sind da natürlich keine Ausnahme und so weiß ich heute nach acht Jahren ganz sicher, dass ich ein lieber, kluger und cooler Papa bin. Eben der beste Papa der Welt! Aber tragischerweise bin ich eben auch ein alter, stinkender und peinlicher Papa. Eben der blödste Papa der Welt! Danke, liebe Kinder!

#5 Lachen ist die beste Medizin

Kinder lachen viel, viel öfter als große Menschen. Und davon sollte man sich unbedingt eine Scheibe abschneiden! Meistens ist Lachen nämlich tatsächlich die beste Medizin! (Okay, unter uns Eltern: Manchmal ist ein Glas Wein auch ganz gut…) Mit wenig Aufwand schüttet man beim Lachen nämlich tolle Hormone aus. Und das entspannt ungemein!

Ein ordentlicher Lachanfall hat uns schon in so mancher Situation gerettet. Es gibt auch Zeiten, da hilft überhaupt nur noch Galgenhumor! Ist einfach so! Was also habe ich von meinen beiden Lieblings-Kichererbsen gelernt? Dass man zerbrochene Teller, Missgeschicke auf dem Weg zum Klo, verpatzte Hausaufgaben oder ein verschüttetes Glas Saft ruhig so richtig herzhaft weglachen kann!

Was habe ich also als Vater gelernt? Kinder sind das Anstrengendste, Lauteste, Verrückteste und Wunderbarste, was uns Männern passieren kann. Und dafür bin ich unendlich dankbar. Danke, ihr Rabauken!