„Bei der Geburt meiner Zwillinge wäre ich fast gestorben!“

„Bei der Geburt meiner Zwillinge wäre ich fast gestorben!“

Immer wenn sich der Geburtstag seiner Jungs nähert, kommt unser Autor Thomas Breves nicht umhin, einen Blick zurück zu werfen. Denn dieser Tag hat ihm nicht nur schöne Erinnerungen geschenkt, sondern ihn auch fast sein Leben gekostet. Hier erzählt er die ganze Geschichte…

Mann hält sich an einer Brücke fest
Dass sich Thomas Breves an dem Tag der Geburt seiner Zwillinge überschätzte, hätte ihn fast das Leben gekostet. © Unsplash / William Randles

Dieser Tag hat alles verändert….

Jetzt sind es schon mehr als zwei Jahre, in denen sich mein Leben recht tiefgreifend geändert hat. Gut, das war zu erwarten und ist erst einmal keine tiefschürfende Erkenntnis. Aber die Geburt der Zwillinge und das, was in den Stunden danach passiert ist, hat etwas beeinflusst, woran ich überhaupt nicht gedacht habe: meinen Auto-Fahrstil. Das klingt ziemlich unspektakulär, doch birgt die Geschichte, einen lebensgefährlichen Kern und eine nicht minder ernsthafte Warnung.

Dann platze die Fruchtblase.

Schon die Fahrt in die Klinik war anders als erwartet. Ich bin dem Rettungswagen gefolgt. Eigentlich wollten meine Freundin und ich an diesem Tag zu einem gemeinsamen Wellness-Wochenende starten. Immerhin war es ja auch noch zwei Monate hin bis zum geplanten Geburtstermin. Die Sachen waren gepackt, die Stimmung super, das dynamische Duo bereit zum Aufbruch in die Niederlande. Dann platzte die Fruchtblase.

Und dann schlief ich ein. Am Steuer meines Autos.

Ich habe sofort den Rettungsdienst angerufen, das weiß ich noch. Danach wird die Erinnerung ein wenig bruchstückhaft. Kurz darauf jagte ich dem Rettungswagen mit umsortiertem Tasche in die 65 Kilometer entfernte Klinik hinterher und kam auch kurz nach dessen Ankunft in der Klinik selbst an. Es war später Nachmittag, einige Stunden später, um 02:34 Uhr, hielt ich völlig verliebt meinen ersten Sohn in den Händen, um 02:50 Uhr den zweiten und um 06:30 Uhr fuhr ich die 65 Kilometer nach Hause. So weit ist es ja nicht. Um sieben Uhr schlief ich ein. Am Steuer meines Autos. Bei Tempo 100.

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Ich hätte schlafend in den Gegenverkehr steuern können!

Mit einem lauten Krachen schlug der Wagen in die Leitplanke ein und ich war sofort hellwach. Adrenalin pumpte durch meinen Körper, ich riss das Lenkrad rum und brachte den Wagen unter Kontrolle und zurück auf die Straße. Drei Minuten später rollte ich zu Hause vor, stellte den Motor ab und ging, ohne mir das Desaster anzuschauen, direkt ins Haus und legte mich ins Bett. Es war nicht mehr weit gewesen und es hätte so viel Schlimmeres passieren können als ein unwichtiger Blechschaden. Ich hätte auch schlafend in den Gegenverkehr steuern können.

Männer: Überschätzt euch nicht!

Es hat nicht viel gefehlt und meine Jungs hätten Stunden nach ihrer Geburt keinen Vater mehr gehabt, meine Freundin wäre auf sich alleine gestellt gewesen. Und das nur, weil ich mich maßlos überschätzt habe. Ein Hotelzimmer hätte in Krankenhausnähe wohl kaum die Welt gekostet. Man kann alles besser nach einer Mütze voll Schlaf regeln, auch eine sichere Heimfahrt. Also Männer: Lasst das Auto stehen, auch wenn ihr glaubt, das bisschen Heimfahrt, das geht schon noch. Das Risiko ist es wahrlich nicht wert.