3 Dinge, die ich als Papa ganz anders mache als mein Vater

3 Dinge, die ich als Papa ganz anders mache als mein Vater

„Wie man’s macht, macht man’s verkehrt!“, denkt sich unser Autor Markus Kirschbaum manchmal im Stillen. Dann nämlich, wenn sein Vater keinen Hehl daraus macht, dass er mit manchen Erziehungsmethoden seines Sohnes nichts anfangen kann. Fällt dann der Satz: „Aber dir hat das auch nicht geschadet!“, muss Markus dem leider widersprechen. Hier erzählt er, was er ganz anders macht:

Vater und Tochter sitzen zusammen und schauen auf die Straße
Will ich genauso ein Vater sein wie mein Vater? Nicht jeder beantwortet diese Frage für sich mit ja. © Unsplash / Federico Enni

Ich liebe meinen Vater, aber unser Verhältnis ist schwierig. Das mag daran liegen, dass ich ein typischer Nachzügler bin und mir seine Vorstellungen von guter Erziehung sogar rückblickend mehr als verstaubt vorkommen. Deshalb gebe ich auch gerne zu: Ja, manche Dinge mache ich ganz bewusst anders als mein eigener Papa, auch wenn der das manchmal so gar nicht verstehen kann!

# 1: Es muss nicht aufgegessen werden

In meiner Kindheit galt: Gegessen wird, was auf den Tisch kommt! Punkt! Ganz unverständlich ist das nicht. Meine Großeltern haben im Krieg Hunger gelitten, der Umgang mit Nahrungsmitteln war ein völlig anderer als heute. Doch wenn man als Zwerg schluchzend vor seinem Teller Gemüse hockt und sich die Bissen im Mund immer mehr stauen, bis man sie schließlich nicht mehr hinunterschlucken kann, vergisst man das nie mehr. Heute noch wird mir allein vom Geruch bestimmter Lebensmittel übel. So viel dazu, dass mir das nicht geschadet hätte…

Für meine Kinder will ich das nicht! Was aber natürlich nicht bedeutet, dass wir ihnen keinen achtsamen Umgang mit Lebensmitteln vorleben. Über den Hunger essen müssen sie aber auf keinen Fall. Außerdem zwingen wir ihnen nichts auf, das ihnen absolut nicht schmeckt. Ganz egal, was der Opa davon hält!

# 2: Freundschaften sind Kindersache

Ich habe es abgrundtief gehasst, dass meine Freunde meinem Vater nie gut genug waren. Wenn er keinen Hehl daraus machte, was er von meinen Kumpels hält, hat mich das einerseits in Loyalitätskonflikte gestürzt, andererseits wirklich frustriert. Ständig hatte er etwas auszusetzen, dabei kannte er die doch gar nicht richtig! Bei uns daheim gilt deshalb: Die Freundschaften der Kinder sind Kindersache! Da haben Erwachsene gar nichts mitzureden!

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# 3: Keine Gewalt

Was für uns völlig selbstverständlich ist, nämlich die Kinder gewaltfrei zu erziehen, ist für meinen Vater Neuland. Bitte nicht falsch verstehen! Ich bin als Kind nicht windelweich geprügelt worden oder so, aber ab und zu ein Klaps, das kam vor. Als ich meinen Papa vor einiger Zeit darauf angesprochen habe, da gab er zu, dass das nicht ganz richtig gewesen sei und die Zeiten sich zum Glück geändert hätten.

Zähneknirschend fügte er sein wohlbekanntes: „Aber geschadet hat es dir ja auch nicht!“ hinzu. Tja, da musste im ihm leider deutlich widersprechen! Denn Gewalt schadet immer, selbst der allerkleinste Klaps!

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