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Es lebe der Schlafmangel!

©Pexels/Laura Garcia

Kennt ihr die Floskel „Schlafen wie ein Baby“? Darüber kann unser Autor und Papa Markus Kirschbaum nur herzlich lachen. Warum das so ist, erzählt er hier.

Meine Babys haben alles Mögliche (gerne) getan, schlafen war da aber nun wirklich nicht vorne mit dabei. Und so habe ich mir so manche Nacht wacker um die Ohren geschlagen und dabei sogar einige schlummernde Talente entdeckt.

Die Sache mit dem Schlaf

Ich weiß nicht, warum man Babys nachsagt, sie würden so viel schlafen. Auf meine hat das jedenfalls ganz und gar nicht zugetroffen. Im Gegenteil, die beiden waren verdammt viel wach. Die waren nicht nur schlechte Schläfer, sondern miserabel schlechte Schläfer. (Dass sich das nun gewandelt hat und man sie mittlerweile kaum aus den Federn bekommt, steht auf einem anderen Blatt…) Und erfahrene Eltern wissen: Schläft das Baby nicht, schläft niemand!

Damit jeder von uns wenigstens auf etwa 50 % Schlaf kommt, haben meine Frau und ich uns über viele Jahre die Nächte aufgeteilt. Unsere beiden Kinder waren nämlich ausgesprochen nachtaktiv und das bis ins Kleinkindalter hinein. Morgenstund‘ hatte damals eben kein bisschen Gold im Mund. Dafür steppte zwischen Mitternacht und Morgengrauen der Bär. Viele Erinnerungen und Anekdoten stammen aus dieser Zeit. Was man mit kleinen Nachteulen so anfängt? Lest gerne selbst!

1. Schlafmangel bildet!

Ich war immer ein Lesemuffel. Viiiiel zu laaaangweilig! Wer mich schlussendlich zum Lesen gebracht hat? Söhnchen als Baby… Der war nachts nämlich nur ruhig, wenn man neben ihm lag/saß/stand (die exakte Position war ihm egal) und pausenlos (!) „Popo wackelte“ (ja, genau, er mochte das Schaukeln wohl gerne). Sobald man die schunkelnde Hand vom Windelhintern entfernte, ging die Sirene los. Und was machen liebende Eltern? Klar, sie wackeln Popo!

: Baby schläft unruhig

Weil aber nichts im Leben langweiliger ist, als stundenlang still dazusitzen und das Windelpaket zu schunkeln, braucht man eben ein bisschen Ablenkung. Weil Söhnchen aber bei jedem kleinen Geräusch Unmut kundtat, schieden Fernsehen, Musikhören, Telefonate führen oder ähnliches aus… Blieb nur: der gute, alte Lesestoff! Unser E-Book-Reader war in diesen Zeiten mein bester Freund. Popo wackelnd entführte er mich ins finstere Mittelalter, ließ mich Science-Fiction-Abenteuer erleben oder alte Comics neu entdecken. Tja, Schlafmangel bildet eben!

2. Fliegend Kuchen backen

Töchterchen hatte wieder einmal Blähungen und wollte nachts fast durchgehend im Fliegergriff getragen werden.

: Blähungen und Bauchweh

Söhnchen hatte Geburtstag. Gattin war abwesend. Was macht der Multitasking-Papa von Welt? Genau: Er balanciert am linken Arm das jüngste Würmchen und füttert mit der rechten Hand die geduldige Küchenmaschine. Der Geburtstagskuchen war tatsächlich essbar – zumindest hat sich niemand beschwert. (Möchte ich auch niemandem geraten habe, Schlafmangel und so…)

3. Sauber wie nie

Gleich nach der Popo-wackel-Phase hatte Söhnchen die „Ich-kann-wirklich-nur-im-Tragetuch-schlafen-wenn-der-Papa-in-Bewegung-ist“-Phase… Was soll ich sagen? Unsere Böden waren in diesen Zeiten so sauber wie nie zuvor. Und ich war so unglaublich fit, ganz ohne Studio. Wenn der Kerl nicht mittlerweile knappe 30 Kilo wiegen würde, käme ich ja fast wieder auf den Geschmack…

4. Teamwork ist alles

Es gab da eine Phase, da tapste Töchterchen in der Nacht gefühlte 2817 Mal aus ihrem Zimmer raus, um zu sehen, was wir so treiben… Als ich – den Mund voller Schrauben – gerade damit beschäftigt war, ein Wandregal zu montieren, war es wieder einmal so weit.

Taps – taps – taps – taps

„Maaachst‘n du?“

„Röögal mmmontieeen“ (Es spricht sich nicht so deutlich mit einem Mund voller Schrauben)

„Iiiich heeeelfen!“

Was soll ich sagen? Im Schrauben-reichen war sie gar nicht mal so schlecht. Irgendwie müssen Nachteulen ja beschäftigt werden

5. Die Steuererklärung wartet nicht

Das Baby macht die Nacht zum Tag und die Steuererklärung ist fällig? Das Finanzamt lässt „Das Baby wollte nicht schlafen“ als Grund für eine Fristverlängerung nicht zu?

Tja, dann müssen Papa und Baby die Steuererklärung wohl gemeinsam erledigen. Nur so viel: Es war so langweilig, wir sind glatt alle beide eingeschlafen! 😉

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