Ein Papa klagt: „Ich HASSE Elternabende!“

Ein Papa klagt: „Ich HASSE Elternabende!“

Elternabende sind bei unserem Autor Markus Kirschbaum und seiner Frau Daniela so unsagbar beliebt, dass er und seine Frau schon wochenlang vorher hitzig diskutieren, wer denn nun hin muss…ähm…darf! Hier klagt er sein Leid:

Vater geht mit Tochter in die Schule
"Schatz, du bist dieses Mal dran!" Elternabende sind bei vielen Eltern extrem unbeliebt. © Bigstock / Tom Wang

Kennt ihr die erste Zeile von Reinhard Meys „Elternabend“? Nichts ist so erlabend, wie ein Elternabend … Unaufhörlich summe ich dieses Lied vor mich hin, wenn es bei uns wieder einmal so weit ist. Natürlich nur im Kopf, nicht, dass die Leute noch denken, ich sei verrückt… Wobei: Nach einem dieser Abende, die nur darauf abzielen, Mamas oder Papas um den Verstand zu bringen, bin ich nahe dran…

Alle (Halb-)Jahre wieder

Ob per Eintrag in die Elternmappe, oder als Aushang am schwarzen Brett im Kindergarten: Die Ankündigung eines nahenden Elternabends trifft uns praktisch jedes Mal aufs Neue völlig unvorbereitet quasi aus heiterem Himmel. Dabei könnte man annehmen, dass dieser denkwürdige Anlass nach einigen Jahren, die wir nun schon das Vergnügen haben, im Gedächtnis hängen bleibt. Wie Weihnachten oder Ostern. Die ungeschönte Wahrheit ist wohl eher, dass man Unangenehmes liebend gerne verdrängt. Ganz stark verdrängt! Manchmal sogar bis zum Tag des Ereignisses selbst. Und scheinbar beiläufig fällt dann der Satz: „Nicht vergessen, Schatz, heute ist Elternabend im Kindergarten/in der der Schule!“ Was folgt? Betretenes Schweigen, unterbrochen von einem gleichzeitig hervorgestoßenen: „Du bist dran!“

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Das Schreckliche an Elternabenden? Übermotivierte Eltern und die Sache mit dem Kaugummi!

Wir geben es zu: Obwohl wir unsere Kinder von ganzem Herzen lieben, an ihrer Entwicklung und ihren Schulleistungen interessiert sind, HASSEN wir Elternabende! Wir mögen sie einfach nicht. Im besten Fall findet man dort nämlich viel zu kleine Sitzgelegenheiten, unnötiges Geschwafel und lauwarmen Kaffee vor. Im schlimmsten Fall findet man dort viel zu kleine Sitzgelegenheiten, unnötiges Geschwafel und statt Kaffee haufenweise übermotivierte Eltern.

Die meisten Elternabende, denen ich beiwohnen durfte, beziehungsweise musste, waren leider von der schlimmen Sorte. Wenn ich also eines mit heim genommen habe, dann ist das folgende Erkenntnis: Übermotivierte Eltern schaffen es, dass Themen, die eigentlich in ungefähr fünfzehn Minuten abgehakt wären, wie durch Zauberei plötzlich zu Kaugummi werden. Unwahrscheinlich träge ziehen sie sich in die Länge, was so einen Elternabend etwas langwierig macht. Bevor man also nicht zumindest zwei Stunden in den viel zu kleinen Sitzgelegenheiten ausgeharrt hat, gibt es in der Regel kein Entrinnen.

Wer muss zum Elternabend? Das Los entscheidet!

Daheim lassen wir seit kurzem das Los entscheiden, wer den Elternabend durchstehen muss. Und das Kind, dessen Bildungseinrichtung zum gemütlichen Beisammensein lädt, zieht! Das erscheint uns irgendwie halbwegs fair. Der Gewinner … ähm … Verlierer muss von dannen ziehen, ohne dabei die Miene zu verziehen. Hat’s mich erwischt, dann lasse ich mein Pokerface übrigens gleich im Gesicht hängen. Auf diese Weise wirke ich nämlich durchaus interessiert, wenn ich in meine zu kleine Sitzgelegenheit gequetscht dahocke und die folgenden zwei Kaugummi-Stunden vorüberziehen lasse.

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