Ein Vater gesteht: Manchmal stelle ich meine Kinder ruhig!

Ein Vater gesteht: Manchmal stelle ich meine Kinder ruhig!

Zweifelsohne bringen Kinder Segen ins Haus, aber gleichzeitig auch jede Menge Lärm! Manchmal sehnen sich Papa und Mama einfach nur nach ein wenig Ruhe. Im Fall der Fälle greift unser Autor Markus Kirschbaum zu unlauteren Mitteln. Welche das sind und wie er sich dabei fühlt, erzählt er hier.

Kind schaut fern
Manchmal braucht Papa Markus auch mal ein paar Minuten für sich - dann babysittet der Fernseher. © Bigstock / Romrodinka

Wo Kinder sind, ist Lärm

Wovon hat man während der Schwangerschaft der Partnerin keinen blassen Schimmer? Richtig: von der Lautstärke, mit der man mit einem Mal konfrontiert ist! Da wird geschrien, geheult, gelacht, gesungen, geplappert, gestritten und getrampelt. Manchmal, da wird auch Ball gespielt (Obwohl Papa das im Haus verboten hat!), vom Hochbett gesprungen (Ich hasse dieses Geräusch!) oder metallene Gegenstände werden fröhlich aneinander geschlagen (Was macht die Brut da bloß?!)!

Kurzum: Als Elternteil ist man mit Geräuschen unzumutbarer Frequenz und Dezibelanzahl konfrontiert. Die Kleinen sind da gnadenlos! Es gibt kein Entrinnen – oder etwa doch?

Der Fernseher, dein Freund und Helfer

Als unsere Kinder Minis waren, da waren wir noch vorbildliche Eltern. Kein TV unter drei Jahren, so lautete die Devise. Und auch danach sollte es natürlich nur ausgewähltes Programm spielen! Und ja, wir haben uns daran gehalten…

Doch irgendwann wurden die Kinder größer und der Fernseher zum geschätzten Freund. Es war einmal das Leben, Tao Tao oder spannende Naturdokus – super für die Kinder und noch besser für mich! Denn es gilt folgende Gesetzmäßigkeit: Sitzen die Kids vorm TV, dann sitzen die Kids vorm TV. Und dort rühren sie sich erfahrungsgemäß nicht weg! Die einzige Bewegung ist jene ihrer Augenlider. Denn ab und zu muss man halt einfach einmal blinzeln!

Doch sonst: kein Getrampel, kein Gejohle, kein Gezanke und keine Bälle, die gegen Wände donnern! Stattdessen: wohldosierte Fernsehgeräusche! Ein Segen – für alle Beteiligten!

Kein Fall fürs Jugendamt

Bevor nun rügende Stimmen laut werden oder demnächst das Jugendamt bei uns klingelt: Nein, nein, ich lasse meinen Nachwuchs selbstverständlich nicht von früh bis spät vor der Flimmerkiste sitzen! Aber ja, ich gebe zu, dass ich die beiden schon mal vor Mary Poppins, Micky Maus und Co. parke, um mir eines zu sichern: ungestörte Momente, erfüllt von Ruhe und Frieden!

Der Fernseher, mein Freund und Helfer! Im wahrsten Sinn des Wortes… Und ja, es gibt Tage, da kann es schon mal ein bisschen mehr Medienkonsum werden. Wenn die Zwerge krank sind zum Beispiel. Oder wenn ich selbst krank bin. Auch bei wichtigen Telefonaten oder dringenden Abgabeterminen ist der Fernseher ein wahrer Segen.

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Und die Moral von der Geschicht‘ …

Und die Moral von der Geschicht‘? Als schlechter Elternteil fühle ich mich deshalb noch lange nicht! Im Gegenteil handelt es sich um eine klassische Win-win-Situation, würde ich behaupten. Zum Glück überwiegen außerdem nach wie vor jene Tage, an denen wir von früh bis spät draußen unterwegs sind. Und nach unserem geschätzten Freund und Helfer, dem TV-Gerät, wird dann kein einziges Mal gefragt!