„Ich will keine Kinder mehr!“

„Ich will keine Kinder mehr!“

Papa Markus Kirschbaum hat immer von einer großen Familie geträumt: Drei Kinder – mindestens! Warum das mittlerweile ganz anders ist und was seine Frau dazu sagt erzählt er hier.

Vater mit Mütze sitzt im Wald
Die Frage, ob man noch ein Kind will, ist sehr persönlich. Der zweifache Papa Markus Kirschbaum hat sie für sich mit "Nein" beantwortet. © Unsplash / Rob

Ich wollte immer eine ganze Fußballmannschaft

Ich bin ein Einzelkind! Und was soll ich sagen? Für mich persönlich hat das eigentlich nie wirklich gepasst. Ich weiß, es gibt Kinder, die sind sich selbst genug. Ich war kein solches Kind. Als ich klein war, habe ich mir immer ganz unbedingt Geschwister gewünscht. Manchmal sogar vom Christkind. Geklappt hat das nicht und noch heute vermisse ich die Geschwister, die ich nie hatte, irgendwie. Hört sich komisch an, ist aber so…Für mich war immer klar, dass ich mindestens drei Kinder haben möchte. Für meine Frau passte das auch. Sie kommt aus einer großen Familie, viele Kinder war sie gewohnt. Doch dann…

Dann kam das erste Kind …

Unser Sohn war wirklich kein Anfängerbaby. Der hat uns hart an unsere Grenzen gebracht und erst kurz vor seinem ersten Geburtstag wurde es langsam leichter. Es ist nicht falsch zu behaupten, dass Sohnemann unser rosarotes Bild vom Kinderhaben ein wenig zurechtgerückt hat. Und das ist auch gut so! Egal, was man sich in der Theorie erträumt, die Praxis schaut halt manchmal doch ganz anders aus. Aber eines war trotzdem sonnenklar: Einzelkind würde er keines bleiben! Wir blieben unserem Wunsch von der großen Familie also zunächst treu. Und bald kündigte sich ein zweites Baby an…

Ein Schwesterchen für unseren Sohn

Unsere Kinder sind 17 Monate auseinander. Das ist im Grunde für alle Beteiligten super, bedeutete in der ersten Zeit mit beiden Zwergen aber natürlich ganz schön viel Stress. Ehrlich gesagt haben wir in diesen Monaten und Jahren gar nicht mehr weiter über eine Familienvergrößerung nachgedacht. Wahrscheinlich, weil stillschweigend klar war: Ein weiteres Kind würde uns nervlich an den Rand des Zumutbaren bringen. In den ersten Jahren mit zwei so kleinen Kindern waren wir stark gefordert. An Schlaf war lange nicht zu denken. So schön es als Familie ist: Diese Zeit glich einer Mischung aus Akkord- und Nachtarbeit. Die Großfamilie war also ganz von selbst in weite Ferne gerückt…

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Und dann war es plötzlich so einfach!

Die Jahre zogen ins Land und kaum merklich veränderte sich unser Alltag. Die Kinder legten beide die Windeln ab, schliefen verlässlicher, wurden selbständiger. Auf einmal war Kinderhaben richtig einfach geworden! Tolle Ausflüge, erste Radtouren, mit den beiden ins Schwimmbad oder ins Museum, ein Kinonachmittag: Alles kein Problem mehr und so entspannt! Noch dazu sind unsere beiden Kids wirklich sehr harmonisch miteinander. Und wenn es notwendig ist, können wir uns ganz leicht aufteilen: Jeder schnappt sich ein Kind und verbringt Exklusivzeit mit ihm. Unsere Kinder lieben das! Langer Rede, kurzer Sinn: Wir hatten es uns in unserem Leben mit Kindern wirklich gemütlich eingerichtet!

Die Frage nach einem dritten Kind stellte sich irgendwann doch noch

Die Jahre zogen ins Land und irgendwann kam das Thema Familienplanung natürlich doch noch einmal auf. Nach dem ersten Kind war die Frage nach einem weiteren Sprössling eigentlich überhaupt keine Frage, sondern im Grunde eine längst getroffene Entscheidung. Nun war alles verworren. Noch einmal von vorne anfangen? Schlaflose Nächte, Windeln wechseln, dieses Gefühl des Angebundenseins? Würde ein drittes Kind nicht automatisch bedeuten, neugewonnene Freiheiten wieder abgeben zu müssen? Da war kein drängender Kinderwunsch mehr, eher Skepsis. Dennoch haben wir darüber gesprochen und kamen zu dem Schluss, dass wir uns zu viert absolut komplett fühlen.

Unsere ganz persönlichen Gründe gegen ein drittes Kind

Mag sein, dass unsere Gründe gegen ein drittes Kind egoistisch anmuten, aber für uns waren und sind sie essentiell für die Entscheidung gewesen. Ich führe sie gerne kurz an:

  • Finanzieller Aspekt
    Kinder kosten Geld! Bis ins Erwachsenenalter hinein!
  • Nervlicher Aspekt
    schon zwei Kinder sind dahingehend manchmal eine Belastungsprobe
  • Im Beruf müssten wir wieder zurückstecken
  • Schon gewonnene Freiheiten müssten wieder aufgeben werden
  • Freizeitverhalten müsste adaptiert werden
  • Einen Babysitter für drei Kinder zu finden wird schwieriger
  • Drei Kinder brauchen viel Platz und passen außerdem nicht in unser Auto

Rückblickend muss ich aber sagen, dass diese Gründe bloß eine vom Herzen her längst getroffene Entscheidung besiegelten. Denn ich bin sicher: Hätten wir uns tatsächlich noch nicht komplett gefühlt und uns ein weiteres Kind gewünscht, hätten wir das bekommen! Freiheiten, Berufliches, Freizeit, unser Auto oder Babysitter wären dann wahrscheinlich kein Thema gewesen! Wer will, findet nämlich Lösungen – wir wollten eben nicht…