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Kampfzone Wickeltisch: Ich will doch nur wickeln

Wenn die Windel voll ist, sollte man doch meinen, dass das Kind dankbar ist, wenn es gewickelt wird. Doch nicht bei der Tochter unseres Autors Markus Noldes! Am Wickeltisch kommt es regelmäßig zum Kräftemessen – und seine Lösung darauf ist wirklich kreativ!

Einfach nur wickeln? Eine utopische Vorstellung
Einfach nur wickeln? Eine utopische Vorstellung
Unsplash / Picsea

Es stinkt.

Und der Grund dafür ist keinen Meter groß und wackelt gerade durchs Wohnzimmer. Natürlich gehört Wickeln nicht zu den schönsten Aufgaben, aber man tut es halt, bevor alle davon Wind bekommen, dass unser Pinsel, wie ich meine Tochter liebevoll nenne, die Hose voll hat. In den ersten Monaten war das alles kein Problem und die ein oder andere Kackkastrophe war eher amüsant als wirklich ekelig.

Es wurde schwieriger…

Doch seitdem Pinsel krabbeln kann, ist sie nur schwer zu wickeln. Denn alles andere ist natürlich viel spannender, als mal kurz auf dem Rücken zu liegen, das Mobile anzustarren und still zu halten. Sobald der Zwerg stehen konnte, haben wir es uns deshalb auch schnell angewöhnt, sie im Stehen zu wickeln. Sieht zwar nicht immer besonders elegant aus, aber da müssen Eltern einfach praktisch denken.

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Schatz, wir brauchen deine Hilfe!

Doch seit kurzem ist der Spaß erst richtig losgegangen. Denn regelmäßig findet Pinsel nicht nur Liegen, sondern auch Stehen doof und setzt sich dann einfach hin. Da werden die Beine bei jedem Stehversuch zu Wackelpudding – und mir bleibt fast nur der letzte Ausweg: „Schatz, wir brauchen hier mal eben Hilfe!“ Und dann muss meine Frau kommen und unserer Tochter irgendein Spielzeug reichen, um sie kurzzeitig abzulenken.

Und dann geht das Geschrei erst richtig los!

Bei Pipi ist das alles kein Problem! Aber so ein Kind macht ja nicht nur Pipi. Besonders anstrengend ist es, wenn ihr Popo noch leicht wund ist. Dann hat sie nämlich nicht nur kein Bock, sondern es tut ihr leider auch noch weh, obwohl wir so zärtlich mit dem Lappen tupfen, wie es nur geht. Das Ergebnis: Unser Kind dreht sich mit einem großen Schwung, wir versuchen, sie aufzuhalten und zack: Entweder fällt die volle Windel vom Wickeltisch oder ein Körperteil des Kindes landet in der Kacka. Und dabei wird natürlich geschrien, als hätten WIR irgendwas Schlimmes gemacht.

Meine Lösung?!

Die Lösung sieht dann meistens so aus, dass ich schnell mit dem Kind in die Dusche gehe – worauf sie natürlich auch keine Lust hat – und alles wieder saubermache. Und während sie schon wieder gut gelaunt bei meiner Frau auf dem Arm ist und mir winkt, stehe ich noch unter der Dusche und wasche mir die braunen Kampfspuren von der Haut. Was tut man nicht alles als liebender Vater…?