Warum mich meine Kinder so manche Freundschaft kosteten

Warum mich meine Kinder so manche Freundschaft kosteten

So manche Freundschaft fällt leider der Familienplanung zum Opfer. Selbst wenn man es mit aller Macht verhindern möchte, stellt man irgendwann fest: Es sollte wohl nicht sein! Papa Markus Kirschbaum berichtet von seiner Erfahrung.

Familie geht in einem Wald spazieren
Kann man Eltern sein und trotzdem alte Freundschaften pflegen? © Unsplash / Jakob Owens

Papa und Sozialleben: Ich wollte alles anders machen!

Schon als meine Frau mit unserem ersten Kind schwanger war, hatte ich eine genaue Vorstellung davon, welche Sorte Papa ich auf gar keinen Fall sein möchte. Jene nämlich, die in allen möglichen und unmöglichen Situationen als Gesprächsthema einzig und allein den Nachwuchs kennt. Ich wollte keinesfalls ein Papa sein, der pausenlos die immer gleichen verwackelten Bilder vom Spross präsentiert und ausdauernde Monologe über erste Wörter und Windelinhalte führt. Bei den Papas (und Mamas) in meinem Umfeld geht mir das nämlich selbst tierisch auf die Nerven!

Und dann wurde ich Papa…

Langer Rede, kurzer Sinn: Auch als Papa wollte ich in Bezug auf Freundschaften den Fokus eben voll und ganz auf den Freundschaften belassen. Absolut motiviert war ich, dass ich beides unabhängig voneinander hinkriegen würde: Papa-Sein und Freund-Sein! Das eine schließt das andere doch nicht aus, da war ich sicher. Tja, und dann wurde ich Papa…

Papa-Sein verändert eben doch alles – auch Freundschaften

Ich wage zu behaupten, dass ich meinen Vorsätzen einigermaßen treu geblieben bin. Vor allem bei kinderlosen Freunden habe ich mich mit allzu expressiven Informationen meinen Nachwuchs betreffend sehr zurückgehalten. Zumindest wenn ich nicht direkt darauf angesprochen worden bin. Auf Nachfrage habe ich aber natürlich gerne aus dem Nähkästchen geplaudert und mit dem einen oder anderen Foto angegeben. Man ist ja doch stolz auf die Zwerge!

So manch anderen Aspekt habe ich im Vorfeld meines Papa-Daseins allerdings echt unterschätzt:

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Die Müdigkeit, die Erschöpfung oder den Haufen von neuen Verpflichtungen zum Beispiel. Zeit war auf einmal Mangelware und Kraftreserven mussten gut eingeteilt werden. Plötzlich war es nicht mehr egal, ob eine Party erst um 23 Uhr startete, denn am nächsten Tag war zwingend zwischen 5 und 6 Uhr Früh Tagwache. Es war auch nicht mehr egal, wie viel Alkohol floss.

Jeder, der schon einmal mit Brummschädel einen aktiven Knirps bespaßt hat, weiß, wovon ich rede! Freizeit war nichts mehr, das mir alleine gehörte, sondern musste sorgsam ein- und aufgeteilt werden. Alles war eben mit einem Mal anders – ich war jetzt schließlich Papa! Und auf mein Sozialleben hat sich das zwingend ausgewirkt, ob ich wollte oder nicht.

Bekannte gingen, Freunde blieben

Rückblickend lässt sich sagen, dass mich meine Kinder schlussendlich wohl doch so manche „Freundschaft“ gekostet haben. Ich war plötzlich weniger flexibel, hatte einen anderen Fokus und galt sicher ein wenig als „Spielverderber“. Doch als richtige Freundschaften bezeichne ich diese gescheiterten Beziehungen heute nicht mehr. Echte Freundschaft zeigt sich eben doch ein bisschen anders. In diesen Fällen hatten meine geänderten Lebensumstände nämlich Platz und änderten wenig an der Basis. Zum Glück, kann ich da nur sagen. Denn neben der Familie sind Freunde eben auch wichtig fürs Seelenheil!