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Meine Tochter und ihr furchteinflößender nächtlicher Begleiter

Wenn das Kind nachts wie einem Horrorfilm entsprungen wirkt und seine Eltern in Angst und Schrecken versetzt, könnte Pavor nocturnus daran schuld sein – der sogenannte Nachtschreck. Papa Markus Kirschbaum plaudert aus dem Nähkästchen…

Nachtschreck? Völlig harmlos, aber kein schöner Anblick!
Nachtschreck? Völlig harmlos, aber kein schöner Anblick!
© Pixabay/ emrahozaras

Endlich wieder durchschlafen…

Es war eine entspannte Zeit damals, so hätte es ewig weitergehen können. Die mühsamen Nächte gehörten endlich der Vergangenheit an, wir waren fast schon in einem Zustand der Glückseligkeit angekommen. Endlich schlief nämlich auch Töchterchen durch – Jackpot! Zwei gut schlafende Kinder, das hatten wir uns nach fast fünf Jahren der durchwachten Nächte und bösem Schlafdefizit wirklich redlich verdient!

Doch dann kam Pavor nocturnus…

Tja, leider ging es nicht ganz so friedvoll weiter. Plötzlich wurde Pavor nocturnus zu unserem furchteinflößenden nächtlichen Begleiter. Wir hätten gerne auf ihn verzichtet… Pavor nocturnus, auch als Nachtschreck bekannt, hatte nämlich Besitz von Töchterchen ergriffen. Mehrere Wochen lang blieb der ungebetene Gast. Ein Gast, der uns wirklich nicht willkommen war, auch wenn er – wie ich jetzt weiß – absolut harmlos ist. Ein schöner Anblick ist er eben weiß Gott nicht. Aber alles der Reihe nach.

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Töchterchen war etwa 3,5 Jahre alt und an diesem Abend hatten wir sie ganz normal ins Bett gebracht. Seit guten drei Stunden schlief sie den Schlaf der Gerechten, alles war gut. Doch plötzlich kam aus dem Kinderzimmer ein markerschütternder Schrei. Der war nicht von dieser Welt! Meine Frau und ich sprinteten die Treppe hoch. Auf dem Weg ins Kinderzimmer rutschte mir das Herz in die Hose. Das gellende Schreien hörte einfach nicht auf. Das klang nach heftigen Schmerzen. Sicher war etwas ganz Schlimmes passiert!

Wir stürzten ins Zimmer. Töchterchen saß im Bett, angstverzerrtes Gesicht, ausdrucksloser Blick und schrie und kreischte wie verrückt. Wie in einem Horrorfilm war das, ohne Übertreibung! Wir versuchten, sie zu beruhigen, doch sie reagierte überhaupt nicht auf uns. Plötzlich stand sie auf, hielt sich am Kopfteil ihres Bettes fest und fing an, schreiend auf und ab zu springen. Das war der Zeitpunkt, als ich die Rettung rufen wollte. Das Handy hatte ich schon in der Hand, da hörte Töchterchen von einem Moment auf den anderen auf zu springen, legte sich nieder, rollte sich ein, steckte sich den Daumen in den Mund und schlummerte fortan die restliche Nacht friedlich vor sich hin. Echt strange!

Nachtschreck? Völlig harmlos, aber kein schöner Anblick!

Am nächsten Tag fuhren wir natürlich sofort mit ihr zum Kinderarzt. Der konnte uns nicht nur beruhigen, sondern machte uns auch gleich mit unserem Gast bekannt – dem Nachtschreck! Völlig harmlos, sieht aber spooky aus. Eine richtige Erklärung für diese Erscheinung gibt es nicht. Einfach hinnehmen, trösten (auch, wenn das Kind es nicht mitbekommt) und darauf achten, dass es sich nicht verletzen kann.

Irgendwann war der Spuk zum Glück vorbei

Unser ungebetener Gast kam in dieser Zeit noch öfter auf Besuch. Gewöhnt habe ich mich an seinen Anblick nie, er sieht einfach zu unheimlich aus. Irgendwann hörte der Spuk von selbst wieder auf. Der Kerl war weitergezogen, als hätte es ihn nie gegeben. Was war ich froh! Erinnern kann sich Töchterchen an ihre nächtliche Statistenrolle in dubiosen Horrorfilmen übrigens tatsächlich nicht. Das ist wahrscheinlich auch besser so!