Kinder und das liebe Internet – so gehen wir damit um

Kinder sitzen auf dem Sofa und spielen an Smartphone und Tablet
Papa-Regeln: So läuft die Internetnutzung im Hause Kirschbaum
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Das Internet – Fluch und Segen gleichermaßen. Wenn der Nachwuchs in den weltweiten Wellen surft, ist durchaus etwas Vorsicht geboten, meint unser Autor und Papa Markus Kirschbaum. Begegnet man den neuen Medien aber mit dem nötigen Respekt, legt man einen guten Grundstein für ein sicheres Miteinander. Denn eines ist klar: Ohne Internet funktioniert heute nichts mehr!

Neue Medien? Sind zweifelsfrei wichtig!

Neue Medien? Finde ich wichtig, wenn das Ganze altersgemäß aufbereitet ist. Weder bin ich der Meinung, dass ein 2-jähriger mit Tablet und YouTube im Kinderwagen sitzen sollte, noch dass man das „böse“ Internet vor Schulkindern fernhalten muss. Die Dosis macht – wie so oft – das Gift.

Also habe ich auch nichts dagegen, dass mein eigener Nachwuchs seit dem zarten Alter von zehn Jahren (vorher nicht!) ein internetfähiges Handy sein Eigen nennt. Dass neue Medien wichtig sind, hätte ich ohnehin spätestens ab diesem Zeitpunkt einsehen müssen. Internetzugang für Kinder? Distance Learning hat es ganz einfach notwendig gemacht! Die Frage nach dem OB hat sich also gar nicht mehr gestellt. Sehr wohl aber jene nach dem WIE…

Internet für Kinder? Aber bitte nicht uneingeschränkt!

Denn merke: Seinem Kind grünes Licht im Hinblick auf das Internet zu geben, bedeutet nicht, es einfach so ins kalte Wasser zu stoßen und folgend seinem Schicksal zu überlassen. Uneingeschränkter Internetzugang für 10-jährige? Wäre für mich niemals infrage gekommen! Das letzte Wort in Sachen Internetnutzung habe immer noch ich.

Bei uns sind bestimmte Seiten gesperrt, Apps und Spiele können ohne meine Erlaubnis nicht geladen werden. Soziale Netzwerke wie Instagram, TikTok und Co. sind in dem Alter nicht notwendig, finde ich. Da können wir gerne beizeiten darüber sprechen, wenn es schlagend wird (zum Glück ist das noch nicht der Fall…).

Entgegengekommen bin ich dem Nachwuchs aber, was WhatsApp angeht. Freundes-, Hausübungs- oder Hobbygruppen machen eben durchaus Sinn. Anfangs habe ich mir noch die Mühe gemacht, quer zu lesen, ob Inhalte und Umgangston passen. Nachdem es da aber wirklich nie etwas zu beanstanden gab, habe ich das irgendwann gelassen. Vertrauensvorschuss und so…

Sorglosigkeit, wo sie nicht angebracht ist

Für uns passt der Umgang mit Handys und Internet so ganz gut. Eine vermeintliche Sorglosigkeit zu leben, dort, wo sie nicht infrage kommt, käme mir aber nicht in den Sinn. Ich bin ganz ehrlich: Ich kann nicht nachvollziehen, dass viele (!) Eltern ihren Kindern ohne mit der Wimper zu zucken ein internetfähiges Handy in die Hand drücken und das ganz ohne Einschränkungen.

Immerhin ist es ja nicht so, dass in den unendlichen Weiten des Internets nicht so manches Schindluder getrieben wird, von zweifelhaften Inhalten, die sich dort tummeln, ganz zu schweigen. Wie du deine Kinder vor sexualisierter Gewalt, dem sogenannten Cybergrooming, schützen kannst, erklären wir hier.

Unsere Kinder wachsen frei und mit sehr wenigen Beschränkungen auf. Fürs Internet gilt das aber tatsächlich nicht, da habe ich (noch) ein Auge darauf. Immerhin braucht es Zeit und Reife, um passende von unpassenden Inhalten zu unterscheiden.

Zudem kann es nicht schaden, zu begreifen, dass das WWW kein rechtsfreier Raum ist. Dafür braucht es eben Unterstützung. Und dafür ist wer verantwortlich? Genau, wir Eltern!

Kinder und Internet? Ja, aber mit festen Regeln!

Kurz und gut: Unsere Kinder dürfen das Internet für sich nutzen und machen das (mittlerweile) auch sehr gerne. Solange es nicht der wichtigste Lebensinhalt ist und feste Regeln für etwas Orientierung sorgen, passt das so ganz gut. Immerhin sind neue Medien und Vernetzung ja durchaus Lebensrealität…