Die Tochter kommt in die Schule – und ich bin aufgeregter als sie selbst!

„Meine Tochter kommt in die Schule – und Papa ist aufgeregter als sie selbst!“

Bei unserem Autor Markus Kirschbaum steht er demnächst ins Haus: ein weiterer erster Schultag! Im Herbst beginnt nämlich auch für seine Jüngere der Ernst des Lebens. Warum ihn das nicht kalt lässt und wie er trotzdem die Contenance bewahrt, erzählt er hier.

Die Verbindung zwischen Vater und Tochter ist etwas ganz besonderes. © Bigstock / Caroline Hernandez

So ein Schulstart, der ist lustig …

Im September kommt Töchterchen in die Schule. Eigentlich sind wir ganz gut vorbereitet, immerhin haben wir bereits ein Schulkind, wir sind also Profis – möchte man zumindest meinen. Den Schulranzen haben wir schon vor langem ausgesucht und mit großer Aufregung erstanden (türkis mit Kätzchen-Motiv, falls es jemanden interessiert) und auch Vorstellungen vom reichhaltigen Inhalt der Schultüte sind schon sehr konkret und wechseln nahezu täglich. Selbst Lehrer und der Großteil der künftigen Mitschüler sind bereits bekannt, weil meine Tochter zu ihrem Bruder in eine Mehrstufen-Klasse hier in Wien kommt. So weit, so gut!

Ich wurde wehmütig…

Wären da nicht diese Emotionen! Töchterchen ein Schulmädchen? So bald schon? Sie ist doch gerade erst auf die Welt gekommen! Wo sind bloß all die Jahre hin? Gott, ich werde alt! Bei ihrem großen Bruder hatte ich ähnliche Gefühle, aber irgendwie waren die damals leichter in den Griff zu kriegen. Immerhin gab es ja noch ein kleines Schwesterchen mit Kindergarten-Alltag. Ohne Hektik, ohne Stress, ohne Noten, ohne Hausaufgaben! Diese Zeit soll nun also endgültig vorbei sein? Für immer? Da darf man als Papa doch etwas wehmütig sein, oder?

Gedankenkarussell lässt grüßen

Dann diese Fragen, die ständig im Kopf kreisen: Wird sie gut mitkommen? Wird sie sich zurechtfinden? Wird sie in den Sportstunden die ganze Klasse aufhalten, weil sie in der Umkleidekabine vor lauter Plaudern das Umziehen vergisst? Immerhin ist sie um einiges verspielter und verträumter als ihr Bruder im selben Alter – böse Zungen würden sie vielleicht sogar als langsam und zerstreut bezeichnen… Wie wird sie sich einfinden?

Video-Empfehlung

Das traditionelle Rausrutschen

Und dann fand vor kurzem das große Kindergartenfest zur Verabschiedung der Vorschulkinder statt! Unter tosendem Applaus rutschten die künftigen Erstklässler auf Langbänken aus einem Fenster des Kindergartens direkt in den Garten hinaus. Keine Sorge, ebenerdig versteht sich! Das ist eine Tradition dieses Kindergartens.

Da stand ich also, betrachtete mein Mädchen, und plötzlich fiel es mir wie Schuppen von den Augen: So groß ist sie geworden, vernünftig und voller Vorfreude! Das war kein Kindergartenkind mehr, das da aus dem Fenster rutschte, es war ein Schulkind! Und natürlich wird sie die Sache schaukeln, schließlich ist sie bestens vorbereitet!

Der erste Schultag kann kommen!

Gestern Abend haben Tochter und ich den prall gefüllten Ordner durchgeblättert, der vom Kindergarten als Abschiedsgeschenk überreicht wurde: Die letzten vier Jahre in Wort und Bild: Wahnsinn, wie klein sie beim Eintritt in den Kindergarten war. Und wie groß sie jetzt ist… Eben ein richtiges Schulkind! Papa wird sich schon damit anfreunden…