Trotzalter lässt grüßen: 3 skurrile Situationen, die so wirklich passiert sind

Trotzalter lässt grüßen: 3 skurrile Situationen, die so wirklich passiert sind

Es ist eine ganz besondere Zeit, in der süße Babys kurzzeitig zu kleinen Monstern mutieren, deren bevorzugte Ausdrucksform Geschrei ist, dicht gefolgt von einem durchdringenden „NEEEIN!“. So anstrengend die Trotzphase auch sein mag, liefert sie doch die besten Anekdoten für später. Papa Markus Kirschbaum plaudert aus dem Nähkästchen:

Mädchen schaukelt auf einer Schaukel
"Ich mach, was ich will!!" Das Trotzalter verlangt Eltern einiges an Nerven ab. © Bigstock / Voy

Es mag sich komisch anhören, ist aber tatsächlich so: Sämtliche unserer Trotzalter-Anekdoten gehen auf Töchterchen zurück. Unser Sohn war zwar das herausforderndste Baby, das man sich vorstellen kann, hat dafür die Trotzphase aber netterweise ausgelassen (Danke, Bub!). Töchterchen hingegen: Das absolute Anfängerbaby, aber an die Trotzphase denke ich mit Schaudern zurück. Die skurrilsten Situationen mit ihr werden wir wohl niemals vergessen und in ein paar Jahren ihrem ersten Freund in schillernden Farben schildern – aber jetzt erstmal euch hier:

# 1: Eis am See

Etwa drei Jahre war Töchterchen alt und wir unternahmen einen Ausflug zum Badesee. Jedes Kind durfte sich ein Eis aussuchen. Da saßen die beiden Lieblingskinder also, das Eis in der Hand, und schleckten genüsslich vor sich hin. Idylle pur möchte man meinen! Dann plötzlich, von einer Sekunde auf die andere (in einem Film würde an dieser Stelle symbolisch ein Gewitter aufziehen), brach Prinzessin in hysterisches, ohrenbetäubendes Geschrei aus. Es klang, als erlitte sie die schlimmsten Schmerzen, die man sich vorstellen kann. Das heißgeliebte Eis flog in hohem Bogen in den Sand.

Panik brach aus! Der ältere Bruder saß verstört daneben, während Papa und Mama alles in die Wege leiteten für lebensrettende Erste-Hilfe-Maßnahmen. Denn eines war sonnenklar: Eine Wespe oder Biene musste das arme Kind direkt in den Mund gestochen haben, äußerlich war nämlich nichts zu erkennen. Zumindest nichts, das den heftigen Schmerz erklärte. Alle Versuche der besorgten Eltern einen Blick in den hysterisch schreienden Mund zu werfen, scheiterten.

Dann plötzlich, nach einer gefühlten Stunde (in Wahrheit waren es vielleicht fünf Minuten), hörte Töchterchen von einer Sekunde auf die andere zu schreien auf und wischte sich über die Augen.

„Was war los?“, hauchten die zu Tode geängstigten Eltern.

„Ich wollte irgendwie ein anderes Eis!“, schniefte die Prinzessin.

So kommst du gut durch die Trotzphase deines Kindes

# 2: „Wollt ihr mich etwa verhungern lassen?!“

Ein feines italienisches Restaurant. Eine vierköpfige Familie geht essen. Die Tochter des Hauses wird gefragt, ob sie denn gerne Spaghetti Bolognese (eines ihrer Leibgerichte) speisen möchte. Ihre naheliegende Antwort: „Ja!“Als dann der dampfende Teller vor ihr stand, verfinsterte sich ihr Blick. Kleine Tränchen (jedes Krokodil wäre stolz gewesen) kullerten über ihre Wangen. Sie habe ihre Meinung geändert, lieber doch keine Spaghetti! Eigentlich gelüste ihr nämlich nach etwas Anderem! Die Eltern blieben natürlich stur! Töchterchen ebenso! Das Ende des Liedes? Prinzessin lag (laut schluchzend!) am Boden des (feinen!) Restaurants und brüllte aus Leibeskräften: „WOLLT IHR MICH ETWA VERHUNGERN LASSEN?!“

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# 3: Die Sache mit dem Überraschungsei

Töchterchen, nicht mehr ganz klein, noch nicht ganz groß (da war sie knapp fünf Jahre alt), und ich im Supermarkt: Wir haben alle Einkäufe beisammen, legen sie gerade aufs Förderband. Was lacht meinen Sonnenschein da an? Strategisch gut platzierte Überraschungseier! Was auch sonst? Sehnsuchtsvoller Blick auf das Ei der Begierde, hoffnungsvoller Blick auf den Papa an ihrer Seite. Die Schlange hinter uns wird lang und länger, als mich Töchterchen mit dem ihr eigenen Augenaufschlag zuckersüß fragt: „Papa, krieg ich ein Überraschungsei?“

Ich verneine die Frage vehement (wir hatten schon etwas Süßes am Förderband liegen) und stimme mich auf einen heftigen Trotzanfall ein. Da schaut sie mich treuherzig an und meint: „Okay, dann vielleicht das nächste Mal!“

In diesem Moment wusste ich: Juhu, das Schlimmste ist überstanden! Bis zur Pubertät jedenfalls…