Warum ich nicht immer über mein Kind rede

Warum ich nicht immer über mein Kind rede

Kinder liefern viele lustige Geschichten. Aber unser Autor und Papa Markus Noldes findet: Trotzdem sollten Eltern auch über andere Themen mit Freunden und anderen Eltern reden!

Freunde sitzen am Wasser und trinken Bier
Unser Autor findet: Wenn man sich mit Freunden trifft, muss das eigene Kind nicht immer Thema sein. © Unsplash / Felix Russell Saw

Ich liebe meine Tochter! Der kleine Pinsel ist ein echter Sonnenschein und fast immer gut drauf. Ich genieße das Privileg, sehr viel Zeit mit meinem Kind verbringen zu können und kann daher viel erzählen. Doch wenn ich abends mit Freunden ein Bier trinken gehe, rede ich nicht sehr lange darüber – denn es nervt!

Immer nur ein Thema? Langweilig!

Das empfand ich schon so, bevor ich Vater wurde. Ich freue mich für jeden, der Mutter oder Vater wird und höre auch gerne zu, wenn es Neues zu berichten gibt. Aber man läuft Gefahr, monothematisch zu werden. Dieses Problem haben nicht nur Eltern. Bestes Beispiel: Lehrer! Meine Frau gehört zu dieser Spezies. Sitze ich mit ihr und ihren Kollegen an einem Tisch oder treffen wir jemand neues, der auch Lehrer oder Referendar ist: Das Gesprächsthema für die nächsten drei Stunden steht fest. „Welche Fächer? Wo studiert? Ah, hattest du auch Seminarleiter XY? Das Ref ist die Hölle oder? Wie lief dein GUB?“ – und so weiter und sofort. Nicht so spannend. Genauso wie der ewige Kids-Talk.

Meine Freunde wollen sich mit mir treffen, um sich zu unterhalten

Auch Eltern neigen dazu, sich nur noch über ihre Sprösslinge auszutauschen. Ich finde das ermüdend – vor allem wenn auch Personen am Tisch sind, die keine Kinder haben. Darum gebe ich immer gerne ein kurzes Update oder erzähle eine lustige Anekdote, aber das war es dann auch. Merke ich, es besteht größeres Interesse, erzähle ich gerne mehr. Aber meine Freunde treffen sich mit mir, um sich mit mir zu unterhalten und um meine Meinung zu Dingen zu hören. Würde sie nur das Kind interessieren, dann hätte ich mittags zum Tee eingeladen.

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Gespräche mit anderen Eltern sind oft schwer

Noch schwieriger ist der Themenwechsel, wenn man gerade andere Eltern kennenlernt. Klar tut es gut, sich über ähnliche Probleme austauschen zu können. Nur irgendwann möchte ich auch mal die Eltern kennenlernen. Was für Musik hören die, welche Filme schauen sie, was haben sie in ihrem Leben erlebt? Kurz gesagt: Was macht sie aus? Stattdessen schaffen es beide Seiten oft nicht, sich wirklich mal länger als fünf Minuten einem anderen Thema zuzuwenden.

Schade eigentlich. Ob Klaus nämlich immer noch drei Mal täglich groß macht, ist mir relativ egal. Ich will doch wissen, welchen Kinofilm man sich mal zusammen ansehen könnte. Also liebe Eltern, die gerne mal ins Kino gehen würden: Hört auf, nur über eure Kids zu reden und schaltet auch mal einen anderen Kanal an!