Die Weihnachtszeit verwandelt meine Kinder in habgierige Monster!

Hilfe, die Weihnachtszeit verwandelt meine Kinder in habgierige Monster!

Süßer die Glocken nie klingen? Was in vielen Familien momentan stattdessen erklingt: Weihnachtswünsche, Weihnachtswünsche und noch mehr Weihnachtswünsche! So wird aus der besinnlichen Vorweihnachtszeit ganz schnell ein Spießrutenlauf. Wie Papa Markus Kirschbaum mit dem Konsumwahnsinn seiner Kinder umgeht erzählt er hier…

Kind liegt inmitten von vielen Geschenken
"Ich wünsche mir das und das und das und das...!" Papa Markus ist genervt von dem endlosen Wunschzettel seiner Kinder. © Bigstock / Milkos

Kleine Kinder, kleine Wünsche – große Kinder, große Wünsche

Mit kleinen Kindern ist das einfach: Man legt ihnen zwei oder drei bunt eingewickelte Päckchen unter den Weihnachtsbaum und die Sache hat sich! Der Inhalt ist noch nicht einmal wichtig. Hauptsache, es steht genug knisterndes Geschenkpapier für kleine Kinderhände zur Verfügung. Damit kann so ein Knirps alles Mögliche anfangen: aufreißen, zerreißen, ansabbern… Geschenkpapier sorgt in dem Alter noch für unheimlich entspannte Weihnachten – super!

Doch dann werden die Zwerge größer. Und auch wenn man verzweifelt versucht, die Gefahren des Alltags – Konsum, Werbung und Disney-Merchandising – von ihnen fernzuhalten: Papa und Mama sind dagegen einfach komplett machtlos! Es kommt die Zeit, da lässt sich der Nachwuchs eben nicht mehr mit glitzerndem Geschenkpapier einwickeln. Der Inhalt macht’s! Und der wird in Massen gewünscht: Ist doch schließlich Weihnachten, oder etwa nicht?

Liebes Christkind! Ich wünsche mir … viel!

Obwohl wir unsere Kinder durchaus konsumkritisch erziehen und die beiden wahrscheinlich sogar bescheidener als das Durchschnittskind sind, kommen mir die Geschenkewünsche jetzt schon bei den Ohren raus. Jeden Tag kommen neue Ideen dazu, was das Christkind doch bitte auch noch bringen soll, wenn es schon mal auf dem Weg ist. Angeregt – wie sollte es auch anders sein – durch Werbung, Werbung und noch mehr Werbung!

Kugelbahn, Edelsteine für die Sammlung (teure natürlich), sprechende Hunde, sprechende Puppen (Nur über meine Leiche!), Bücher, DVDs, CDs, Lego, noch mehr Lego, ein Kaugummiautomat (aha?!), ein neuer Bob, ein Handy (Träum weiter, Kind!), Bastelsets, Zeitschriften-Abos, ein Puppenhaus, ein Roller, eine Fotokamera, neue Badminton-Schläger, Unmengen von Kuscheltieren… Die Liste ließe sich wohl endlos fortsetzen. Wünschen kann man ja! So jedenfalls das vorweihnachtliche Motto meiner Kinder!

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Vor allem Töchterchen ist das ideale Werbeopfer. Sobald irgendein kitschiger Mädchentraum in Pink beworben wird, braucht sie das Dinge GAAANZ dringend, weil sie sich noch NIIIE IM LEBEN etwas MEHR GEWÜNSCHT hat… Ihr Brief ans Christkind wird dieses Jahr wohl mehrere Kilo wiegen, glaube ich. Unser Sohn ist da etwas bescheidener. Seine Wünsche sind sorgsam ausgewählt, begrenzt an der Zahl und – sauteuer! (Ja, er ist der mit den Edelsteinen, dem Lego und der Kugelbahn.)

Mein Motto? Klein, aber fein!

Meine Frau und ich waren uns jedenfalls von Anfang an einig: Überhäufung mit Geschenken gibt‘s nicht! Wir finden nichts schlimmer, als wenn ein Kind unterm Christbaum vor lauter Geschenken schon nicht mehr weiß, welches es als nächstes öffnen soll. Vor allem ganz kleine Kinder sind damit doch vollkommen überfordert!

Daher gilt: Herzenswünsche werden erfüllt, drei bis vier Päckchen findet also jedes Kind unter dem Weihnachtsbaum. Und sonst geht es eben einfach nur um ein entspanntes Beisammensein und möglichst wenig Stress. Es ist doch schließlich Weihnachten, oder etwa nicht?