„Wenn Mama nein sagt, frag ich Papa!“ Wenn Kinder tricksen

„Wenn Mama nein sagt, frag ich Papa!“ – Warum es Sinn macht, an einem Strang zu ziehen

Wichtige Regel im Hause Kirschbaum: Bei den wirklich relevanten Dingen müssen Mama und Papa am einem Strang ziehen, sonst ist Chaos vorprogrammiert. Denn Sohn und Tochter Kirschbaum neigen von Zeit zu Zeit dazu, Unstimmigkeiten schamlos zu ihrem eigenen Vorteil zu nutzen…

Mädchen schaut schelmisch
Um sich nicht von ihren Kindern austricksen zu lassen, mussten Markus Kirschbaum und seine Frau neue Regeln einführen. © Unsplash / Pan Xiaozhen

In jedem Haushalt gibt es Regeln …

Bei uns zu Hause gibt es Regeln. Nicht viele, aber wesentliche! Im Prinzip beziehen sich diese auf Dinge wie Fernseh- und Süßigkeitenkonsum, Essensgewohnheiten oder Schlafenszeiten, wenn am nächsten Tag der Wecker klingelt. Bedauerlicherweise sind unseren Kindern diese Regeln natürlich viel zu streng! Tja, wir stehen dazu: Wir sind eben Rabeneltern! Bei uns dürfen die Kinder nicht aufbleiben, so lange sie wollen, naschen, wann immer sie möchten, rund um die Uhr fernsehen oder Lebensmitteln im ganzen Haus verteilen. Wir wissen das, sie wissen das und trotzdem gibt es Ausnahmen! Das ist natürlich kein Fehler, erschwert die Sache mit der Konsequenz aber ein wenig …

… und Ausnahmen!

Klassische Ausnahme: Ein krankes Kind muss nicht am Esstisch Platz nehmen, sondern darf auf der Couch speisen. Außerdem sind die TV-Regeln bei Krankheit, schlechtem Wetter oder wenn Mama und Papa gerade besonders dringend arbeiten müssen, gelockert. Auch der Umgang mit Süßigkeiten ist manchmal etwas ungezügelter.

Die Problematik daran: Sobald es Ausnahmen gibt, möchten unsere Kinder diese Ausnahmen gerne zur immerwährenden Realität werden lassen. Instinktiv wählen sie dazu das schwächste Glied der Mama-Papa-Regelwerk-Kette aus. Ich gebe auch gerne unumwunden zu: Bei Süßem und beim Fernsehen bin ich der lockerere Elternteil. Das heißt im Klartext: Ist die Lust auf Naschzeug und Trash-TV besonders hoch, werde ich umgarnt und hochgelobt.

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Dann bin ich der beste, liebste, tollste und coolste Papa der Welt und muss zugeben, dass mir das durchaus schmeichelt. Schneller als ich bis drei zählen kann, finde ich mich um zarte Kinderfinger gewickelt wieder und unsere Sprösslinge sitzen Zuckerzeug in sich hinein stopfend vor der Flimmerkiste. Sehr zum Missfallen meiner Frau, die das zuvor nämlich verboten hat! Zu meiner Verteidigung wäre zu sagen: Umgekehrt gab es ganz ähnliche Situationen!

Regeln und Verbote: An einem Strang ziehen zahlt sich aus

Als uns die Systematik des kindlichen Ausspielens langsam bewusst wurde („Waaas? Unsere kleinen Sonnenscheine sind sooo berechnend?“), tagte der reduzierte Familienrat (also nur Papa und Mama) und eine kleine, aber feine Regel wurde aufgestellt: Obliegt die Aufsicht gerade lediglich einem Elternteil, entscheidet der – auch mögliche Ausnahmen von der Regel – nach bestem Wissen und Gewissen alleine. Sind aber beide Elternteile anwesend, wird stets Rücksprache gehalten, um sicherzustellen, dass der andere nicht im Vorfeld bereits ein Verbot ausgesprochen hat. Und was hat’s gebracht?

Auf diese Weise wird dem Nachwuchs das Ausspielen deutlich erschwert. Die beiden Sonnenscheine haben das übrigens recht flott begriffen und die „Dann-frag-ich-eben-den-anderen“-Strategie findet immer seltener Anwendung. An einem Strang ziehen zahlt sich also aus!