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Schulfähigkeit: Ist mein Kind schulreif?

Ob dein Kind für die Schule bereit ist oder nicht lässt sich manchmal gar nicht so leicht sagen. Dabei spricht man häufig von Schulreife oder Schulfähigkeit. Zwar gibt es keine allgemeine Definition, trotzdem lässt sich anhand bestimmter Kriterien sagen, ob dein Kind schulfähig ist oder nicht. Hier kannst du nachlesen, welche Kriterien zur Schulreife gehören und wie du sie fördern kannst.

Ob dein Kind schulreif ist, erkennst du an verschiedenen Aspekten.
Ob dein Kind schulreif ist, erkennst du an verschiedenen Aspekten.
© Pexels/ Natalie

Was gehört zur Schulfähigkeit?

Je näher das Einschulalter rückt, desto häufiger fragen sich Eltern, ob ihr Kind überhaupt schon bereit für die Schule ist. Früher hat man versucht Tests zu entwickeln, die die Schulfähigkeit prüfen. Jedoch ohne Erfolg. Schulreife lässt sich nämlich nicht anhand einer festen Komponente bestimmen. Dein Kind muss also nicht zu allem fähig sein, was in der Schule erwartet wird, um schulfähig zu sein. Viel mehr beeinflussen persönliche Erfahrungen und der Entwicklungsstand deines Kindes die Schulreife.

Die Schulfähigkeit setzt sich zusammen aus der kognitiven Entwicklung, den Sozialkompetenzen, der Arbeitshaltung und Motivation, sowie dem körperlichen Zustand deines Nachwuchses.

Woher weiß ich ob mein Kind schulreif ist?

Du kannst anhand bestimmter Verhaltensmerkmale und Leistungen erkennen, ob dein Kind schulfähig ist oder nicht.

Kognitive Schulfähigkeit

Im Bereich der kognitiven Entwicklung sollten grundlegende Fähigkeiten vorhanden sein. Unter anderem sollte dein Kind sich über einen längeren Zeitraum konzentrieren können. Dabei spielen auch das logische Denken und die Begriffsbildung eine wichtige Rolle. Dazu gehören vor allem die Zahl- und Mengenbegriffe.

Auch das Gedächtnis und die sprachlichen Ausdrucksfähigkeiten gehören zu den kognitiven Anforderungen. Dein Kind sollte Gehörtes logisch verarbeiten und sprachlich wiedergeben können. Das hat den Hintergrund, dass dein Kind dem Unterricht folgen und sich selbstständig beteiligen soll. Zeigt dein Kind eigenes Lerninteresse und fragt häufig nach, ist das schon ein erstes Anzeichen.

Emotionale Voraussetzungen

Die emotionale Stabilität deines Kindes ist für die Schuldfähigkeit ebenso relevant, wie alle anderen Punkte. Dein Kind sollte bis zu einem gewissen Grad belastbar sein und kleinere, sowie größere Enttäuschungen ertragen können. In der Schule wird es allein auf neue und unbekannte Situationen treffen. Diese sollte dein Kind selbstständig und angstfrei bewältigen können.

Körperliche und motorische Anforderungen

Kinder die aktiv sind und sich viel bewegen, lernen leichter. Auch beeinflusst ein gutes Körpergefühl das Selbstbewusstsein und die Selbstwahrnehmung positiv. Wenn dein Kind in der Pause draußen spielt oder sich im Sportunterricht befindet, sollte es seine körperliche Belastung kennen.

Dazu gehört auch die Gleichgewichtswahrnehmung. Es sollte auf einem Bein stehen, einer Linie balancieren, sowie wacklige Steine erkennen können.
Besonders solltest du auf das Seh- und Hörvermögen deines Kindes achten. In der Schule wird viel gelesen und geschrieben. Da kommt es auch auf Finger- und Handgeschicklichkeit an.

Sozialkompetenzen

In der Schule wird dein Kind Teil einer Gemeinschaft. Daher sind auch Sozialkompetenzen für die Schulfähigkeit von Wichtigkeit. Dein Kind sollte sich als Individuum, sowie Gruppenmitglied integrieren können. Es sollte außerdem den Lehrern und Mitschülern zuhören können und sich an die vorgeschriebenen Regeln halten. Bei Konflikten sollte dein Kind Lösungsvorschläge vorbringen und kompromissfähig sein.

Schulfähigkeit fördern

Viele Aspekte der Schulreife wird dein Kind im Kindergarten lernen, aber auch Eltern können ihre Unterstützung zeigen. Um die Schulfähigkeit zu fördern, gibt es mehrere Tipps, die ihr einfach in den Alltag integrieren könnt:

  • Selbstbewusstsein stärken

Oft sagen Eltern ihren Kindern was sie falsch gemacht haben, doch für die Schulfähigkeit ist ein gewisses Maß an Selbstvertrauen wichtig. Lob dein Kind regelmäßig, wenn es etwas richtig gemacht hat und übertrage ihm kleine Aufgaben.

  • Routine

Ein strukturierter Tagesablauf ist bereits im Kindergarten wichtig. Dadurch lernt es Aufgaben Schritt-für-Schritt abzuarbeiten.

  • Meinung miteinbeziehen

Bei kleineren Entscheidungen solltest du dein Kind nach seiner Meinung fragen. Es denkt selbstständig nach und äußert seine Meinung. Das stärkt nicht nur das Selbstbewusstsein, sondern fördert auch die sozialen Kompetenzen.

  • Entwicklungsgemäß fördern

Jedes Kind entwickelt sich unterschiedlich. Daher solltest du seine Stärken und Schwächen erkennen und je nach Entwicklungsstand nachhelfen. Achte dabei dein Kind nicht zu über- oder unterfordern.

  • Wissen vermitteln

Um die Neugier deines Kindes zu wecken, könnt ihr gemeinsam auf kleine Abenteuer gehen. Ein Spaziergang im Wald oder im Zoo ermöglicht es deinem Kind zu beobachten und viele Fragen zu stellen. Dadurch lernt es neue Informationen aufzunehmen und Zusammenhänge zu erkennen.

Wann darf ein Kind nicht eingeschult werden?

Du wirst feststellen, dass dein Kind in manchen Bereichen eher den Kriterien entspricht und in anderen noch Schwierigkeiten hat. Die Schulfähigkeit umfasst aber alle Merkmale gleichermaßen. Je nach Menge und Ausprägung, kann dein Kind möglicherweise noch nicht bereit für die Schule sein. Neben der Einschätzung der Kindergartenerzieher, wirst du spätestens bei der Einschulungsuntersuchung erfahren, ob dein Kind schulreif ist oder nicht.

Altersgemäß sollte dein Kind zum Stichtag sechs Jahre alt sein. Je nach Bundesland befindet sich der Stichtag zwischen dem 30. Juni und dem 30. September.

Quellen