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Schulranzen kaufen: Welcher Schulranzen ist der richtige für mein Kind?

Der Kauf des richtigen Schulranzens gehört wohl zu den letzten großen Herausforderungen der Vorschulzeit. Besonders vor Ostern boomt der Ranzenverkauf und Eltern haben die Qual der Wahl. Wir erklären, worauf du beim Schulranzen kaufen für deinen Erstklässler achten solltest.

Schulranzen kaufen: keine leichte Entscheidung
Schulranzen kaufen: keine leichte Entscheidung
©Bigstock/ romrodinka

Die Qual der Wahl beim Schulranzen kaufen

Einhorn, Superheld oder wilde Tiere? Nicht nur die Wahl des richtigen Motivs bereitet vielen Eltern Kopfschmerzen. Viel wichtiger ist es ein Modell zu wählen, dass dem Kind gut passt und welches ausreichend Schutz im Straßenverkehr bietet. Schließlich muss das Kind den Schulranzen in die Grundschule tragen – und zwar täglich. Bei der großen Vielzahl an unterschiedlichen Ranzen kann man da schon einmal den Überblick verlieren. Dabei gibt es ein paar Kriterien, die du unbedingt vor dem Schulranzen kaufen beachten solltest.

Schulranzen, Schultasche oder Rucksack?

Zwischen den einzelnen Bezeichnungen gibt es große Unterschiede. Während ein Schulranzen für den Gebrauch in der Schule konzipiert ist, eignet sich nicht jeder Rucksack für den Schulalltag. Schulranzen zeichnen sich durch stabile Seiten und Böden aus. Das ist besonders für die gleichmäßige Gewichtsverteilung auf den Rücken wichtig. Es gibt aber auch schon speziell für Schulanfänger konzipierte Schulrucksäcke, die einem Ranzen in nichts nachstehen. Eine Schultasche unterscheidet sich dahin gehend, dass sie meist einseitig getragen wird, was zu Haltungsschäden führen kann.

Schulranzen-Test 2019: Das sagen Stiftung Warentest und Ökotest

Zunächst einmal gilt: TÜV-geprüfte Modelle (DIN 58124) gelten nicht nur als besonders robust und ergonomisch, sondern bieten auch ein hohes Maß an Verkehrssicherheit. Für die DIN-Norm besteht allerdings keine Pflicht. Eine weitere sinnvolle Zertifizierung findet durch die Aktion Gesunder Rücken e.V. (AGR) statt. In einem AGR-zertifizierten Fachgeschäft findest du nicht nur AGR-zertifizierte Schulranzen und -rucksäcke, sondern auch durch die AGR geschulte Mitarbeiter, die dich und dein Kind beim Schulranzen kaufen unterstützen. Auch das Institut für Gesundheit und Ergonomie e.V. vergibt ein Gütesiegel „Ergonomisches Produkt“.

Zusätzlich bietet die Stiftung Warentest eine gute Anlaufstelle. Insgesamt wurden im Februar 2019 22 Schulranzen getestet unter anderem Modelle von „DerDieDas“, „Scout“ und „Ergobag“. Das Ergebnis des Schulranzen Tests: Acht wurden mit gut bewertet, zwei mit befriedigend und zwölf mit mangelhaft. Geprüft wurde jeweils, wie sich der Schulranzen bewährt, die Robustheit des Materials, sowie die optische Warnwirkung. Auch eine Schadstoffprüfung wurde durchgeführt. Das sind die ersten vier Testsieger:

  1. Ergobag Cubo Ilumibär
  2. Ergobag Pack Neo Edition Strahlebär
  3. Scout Alpha Commander (DIN)
  4. Step by Step 2in1 Pegasus Dream

Auch Ökotest hat 2019 elf Rucksäcke getestet. In einem Praxislabor standen die Faktoren Ergonomie, Handhabung, Robustheit und Sichtbarkeit im Straßenverkehr im Fokus. Zusätzlich fand ein Schadstofftest statt. Dabei bekamen nur drei Modelle die Noten „sehr gut“ und „gut“. Der Testsieger ist auch hier ein Modell von Ergobag: der „Ergobag Pack Neo Edition Strahlebär“.

Anforderungen: Einen Schulranzen kaufen, der passt

Kinder haben verschiedene Staturen und brauchen daher ein Ranzenmodell, welches weder rutscht noch zu tief hängt oder gar den kleinen Träger dauerhaft verbiegt. Übrigens: Die Anforderungen an einen Rucksack verändern sich mit dem Alter. Es wird unterschieden zwischen Kindergarten-, Grundschul-, Oberschul-, Studien- und Berufszeit.

Oft wirkt so ein großer Ranzen an einem kleinen Kind überdimensioniert. Häufig machen sich Eltern dann sorgen um die Rückengesundheit ihres Nachwuchses. Kinder wachsen außerdem sehr schnell. Der Rucksack sollte also am besten über mehrere Jahre passen, um den Rücken nicht zu sehr zu belasten. Ein wichtiges Kriterium sind daher verstellbare Trageriemen und eine anpassbare Rückenlänge. Der Rucksack sollte beim Anprobieren nicht über den Po reichen, sondern kurz darüber enden. Außerdem gilt die Faustregel, dass der Rucksack maximal jeweils 5 cm über die Schultern herausragen sollte. Noch ein Tipp: Schwere Bücher und Ordner sollten nahe am Rücken eingepackt werden.

Checkliste für den Schulranzen-Kauf

  • Kinder wachsen: Wird der Schulranzen vier Jahre lang gut passen?
  • Jahreszeiten-Probe: Im Sommer und Winter trägt das Kind unterschiedliche Kleidung – der Ranzen muss mit und ohne Jacke und Pullover sitzen und darf nicht rutschen.
  • Sicherheit im Straßenverkehr: Die Schulranzennorm DIN 58124 empfiehlt, dass mindestens 20 Prozent der Vorder- und Seitenflächen aus fluoreszierenden Signalfarben (Pink, Neongrün, Gelb, Orange) bestehen. Mindestens zehn Prozent der Vorder- und Seitenflächen sollten aus retroreflektierenden Leuchtstreifen bestehen.
  • Gewicht: Eine Studie der Universität des Saarlandes zeigte, dass gesunde Kinder ein Tragegewicht von bis zu 20 Prozent ihres Körpergewichts problemlos tragen können. Ein angemessenes Gewicht soll sogar einen positiven Trainingsreiz auf die sich entwickelnden Muskeln und Knochen ausüben. Laut TÜV sollte ein Schulranzen ein Eigengewicht zwischen 1.200 und 1.500 Gramm aber nicht überschreiten.
  • Haltung: Passt sich der Ranzen dem Rücken des Kindes optimal an? Das Polster sollte an mehreren Stellen am Rücken anliegen.
  • Umkipp-Test: Der Ranzen sollte beim auf den Boden stellen nicht umkippen, egal wie voll er beladen ist.
  • Tragegurte: Achte auf gut gepolsterte, rutschfeste Gurte, die mindestens vier Zentimeter breit und 50 Zentimeter lang sind. Am besten sind S-förmige Modelle, die den Nackenbereich aussparen.
  • Tragegriff: Für kürzere Wege sowie zum Aufhängen.
  • Handhabung: Lässt sich der Ranzen unkompliziert verstellen? Trageriemen müssen sich einfach verlängern oder verkürzen lassen. Ein zusätzlicher Brustgurt, sowie ein Hüftgurt sind empfehlenswert.
  • Inhaltstoffe: Sind die verwendeten Materialien unbedenklich?
  • Wasserdicht: Hält der Rucksack bei Regen auch den Inhalt trocken?
  • Zertifikat: Hat der Rucksack ein DIN-Zertifikat?

Praxistipps: Schulranzen im Alltag

Neben all diesen wichtigen Kriterien gibt es aber auch typische Eltern-Fragen, die man sich schon vor dem Schulranzen-Kauf stellen sollte. Dabei geht es viel um den praktischen Einsatz im Alltag.

  • Passt eine Getränkeflasche in eine Außen-/Innentasche?
  • Ist Platz für eine geräumige Brotdose?
  • Gibt es eine Unterteilung, die für Ordnung im Ranzeninneren sorgt?
  • Lässt sich eine Jacke (z.B. Regenjacke) unter den Deckel klemmen?
  • Gibt es ein Fach für eine Busfahrkarte?
  • Hält der Rucksack die Handhabung meines Kindes im Alltag aus?
  • Lassen sich die Verschlüsse für Kinderhände leicht öffnen?

Modebewusstsein sollte also bei der Schulranzenwahl eher eine zweitrangige Rolle spielen. Sicherheit geht auf jeden Fall vor. Schließlich kann man Einhorn, Superheld oder wilde Tiger auch noch nachträglich mit Patches aufbügeln. So sind Eltern und Kinder gleichermaßen glücklich.

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Quellen