2. SSW (2. Schwangerschaftswoche): Chance auf eine Schwangerschaft

2. SSW: Dein Körper stellt gerade die Weichen für eine Empfängnis

Ebenso wie in der Schwangerschaftswoche davor, bist du in der 2. SSW bei normalem Zyklus tatsächlich auch jetzt noch nicht schwanger. Dennoch: Dein Körper stellt gerade die Weichen für eine Empfängnis und du kannst einiges tun, um die Wahrscheinlichkeit für eine Schwangerschaft zu erhöhen.

verliebtes Pärchen liegt im bett und kuschelt
2. SSW: Der Eisprung kündigt sich an © Pixabay

2. SSW: Was passiert im Körper?

Der Zyklus nimmt seinen Lauf. Und auch wenn noch kein kleines Baby in dir wächst, passieren in dieser (rechnerischen) 2. SSW spannende Entwicklungen in deinem Körper: Der Eisprung steht jetzt kurz bevor. Nachdem die Gebärmutter bei der letzten Menstruation ihre Schleimhaut verloren hat, beginnt sie nun, eine neue Gebärmutterschleimhaut zu bilden, welche die Einnistung eines befruchteten Eis ermöglicht. Wie ein Zyklus genau abläuft, haben wir hier einmal verständlich erklärt.

Weiblicher Zyklus mit Zyklusphasen

  • Die 1. Zyklusphase: Menstruation (erster bis vierter Tag des Zyklus)
    Um sich auf einen mögliche Schwangerschaft vorzubereiten stößt dein Körper einmal im Monat – beziehungsweise circa alle 28 Tage – die alte Gebärmutterschleimhaut ab: es kommt zur Monatsblutung. Diese erste Zyklusphase wird auch Desquamationsphase genannt.
  • Die 2. Zyklusphase: Follikel reift (fünfter bis 14. Zyklustag)
    Nach der Menstruationsblutung baut sich die Gebärmutterschleimhaut wieder auf. Gleichzeitig reift im Eierstock ein Follikel heran und die darin enthaltene Eizelle. Bei einem 28-Tage-Zyklus wirst du voraussichtlich gegen Ende der zweiten Woche nach der Menstruation fruchtbar sein. Nach einer Faustregel sei etwa zwölf bis 16 Tage nach dem Beginn der letzten Menstruationsblutung mit einem Eisprung zu rechnen, so Dr. med. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte in einem Info-Artikel zu natürlichen Verhütungsmethoden auf der Website des Berufsverbandes der Frauenärzte. Manche Frauen spüren ihren Eisprung im Unterbauch wie ein kleines Ziehen auf der rechten oder linken Seite. Die Eizelle kann nach dem Eisprung für etwa 24 Stunden befruchtet werden. Diese zweite Zyklusphase wird auch Proliferationsphase genannt.
  • Die 3. Zyklusphase: Gebärmutterschleimhaut ist bereit für die Einnistung (15. bis 28. Zyklustag)
    In der dritten und letzten Zyklusphase (Sekretionsphase) wird die Durchblutung der Gebärmutterschleimhaut gestärkt, sodass sich eine befruchtete Eizelle einnisten könnte. Aus dem Follikel, der ehemaligen Hülle der Eizelle, entsteht der sogenannte Gelbkörper (Corpus luteum). Er schüttet das Hormon Progesteron aus, das für die Aufrechterhaltung der Schwangerschaft sorgt. Ab etwa der 12. SSW übernimmt übrigens die Plazenta die Progesteron-Herstellung.
    Kommt es zu keiner Schwangerschaft bildet sich der Gelbkörper zurück, der Progesteron-Spiegel sinkt, woraufhin die Gebärmutterschleimhaut wieder abgestoßen wird.
Grafik: Zyklusphasen des weiblichen Zyklus

© Bigstock/ VectorMine

Der Eisprung kündigt sich in der 2. SSW an

Wenn ihr schnell schwanger werden möchtet, solltet ihr den Moment des Eisprungs gut abpassen. Die Eizelle kann nur für etwa 24 Stunden befruchtet werden. Mit Hilfe unseres Eisprungkalenders kannst du feststellen, an welchen Tagen du vermutlich deine fruchtbaren Tage hast und schwanger werden kannst. Achte einmal darauf, ob du den Eisprung spürst. Manche Paare verwenden auch einen Ovulationstest, um die fruchtbaren Tage zu ermitteln. Besonders bei unregelmäßigem Zyklus versprechen sich Paare davon Hilfe für das richtige Timing. Dabei sollte man die Zuverlässigkeit dieser Tests nicht überschätzen und lieber auch andere Hinweise wie „dünnflüssiger, klarer Zervixschleim“ beachten oder die Basaltemperatur messen. Im Video siehst du alle wichtigen Infos, wie du mit dem Eisprungkalender deine Chancen auf eine Schwangerschaft erhöhen kannst:

Mit Hilfe des Eisprungkalenders schwanger werden

Habt ihr an den fruchtbaren Tagen Geschlechtsverkehr, werden etwa 350 Millionen Spermien auf deine Eizelle losgelassen. Doch hiervon schaffen es nur etwa ein Prozent bis zu den Eileitern, wo die Eizelle bereit ist. Bei manchen Frauen werden beim Eisprung mehr als eine Eizelle zur Verfügung stehen – zweieiige Zwillinge sind dann eventuell die Folge. Nicht immer schaffen es beide befruchtete Eizellen, sich weiter zu entwickeln.

Was kann ich tun?

Auch für die 2. SSW gilt: Selbst wenn du noch nicht schwanger bist, kannst du einiges tun um beste körperliche Voraussetzungen für einen Schwangerschaft zu schaffen.

Die Chancen auf eine Schwangerschaft erhöhen

Gesund leben, gesund essen – das gilt natürlich auch weiterhin. Da das Zeitfenster für die Befruchtung eines Eis recht klein ist (es stirbt nach 24 Stunden, wenn es nicht befruchtet wurde), die Spermien aber 72 Stunden leben, ist der Verkehr vor dem Eisprung sinnvoll.

Video-Empfehlung

Jedoch kann trotz Eisprungkalender und Ovulationstest niemand den ganz genauen Zeitpunkt vorhersagen. Auch der Berufsverband der Frauenärzte erklären in einem Info-Artikel über Berechnungsmethoden der fruchtbaren Tage auf Frauenärzte im Netz: „Die Zykluslänge und der Zeitpunkt des Eisprungs (Ovulation) und damit des fruchtbaren Fensters schwanken stärker als gemeinhin angenommen. Es gibt keine“ Durchschnittsfrau“ mit einem 28 Tage Zyklus und einem Eisprung konkret am 14. Zyklustag. Studien haben gezeigt, dass in der überwiegenden Zahl der Zyklen eine hohe Prozentzahl an Zyklen zwischen 25 und 35 Tagen liegen und zu mehr als 80 % die Zyklen schwanken.“

Am effektivsten ist es daher, in dieser und der nächsten Woche etwa alle zwei bis drei Tage miteinander zu schlafen, sodass sich immer lebende Spermien vor Ort befinden, und das Ei befruchten können sobald der Eisprung erfolgt. Beim Verkehr zur Zeugung solltest du auf jeglichen Oralverkehr verzichten, denn Speichel hat eine spermienhemmende Wirkung. Das gleiche gilt auch für Gleitmittel.

Um den Spermien den Weg zur Eizelle ein wenig leichter zu machen, kannst du nach dem Verkehr auf dem Rücken liegen bleiben, ein Kissen unter das Gesäß legen und die Beine hochhalten – somit wirkst du der Schwerkraft entgegen. Ob’s hilft, weiß allerdings niemand, aber was kann es schon schaden?

Fit für die Schwangerschaft? Möglichst schon vor der 2. SSW klären

Hast du genug Eisen? Sind deine Schilddrüsenwerte in Ordnung? Folgende Dinge sind jetzt für dich wichtig:

Falls du in der vergangenen Woche beim Arzt warst, solltest du nun die nötigen Testergebnisse haben und eventuell entsprechende Präparate empfohlen bekommen haben. Wie bereits in der Vorwoche empfohlen: Täglich 30 Minuten Ausdauersport helfen dir, dich in der Schwangerschaft gut zu fühlen und die erhöhten körperlichen Anforderungen zu meistern.

Wie geht es der Psyche?

Wenn du zu Depressionen neigst oder in der Familie zuvor Depressionen aufgetreten sind, dann ist es ratsam, vor einer Schwangerschaft mit einem Arzt darüber zu reden.

Nimmst du bereits Medikamente gegen Depressionen ein, muss überprüft werden, ob ein anderes Medikament verordnet werden sollte, sobald eine Schwangerschaft besteht. Setze die Medikation aber nicht auf eigene Faust ab, sondern halte mit deinem Arzt Rücksprache. Depressionen können sowohl während als auch nach der Schwangerschaft verstärkt auftreten.

Aber auch für Frauen ohne Vorgeschichte besteht besonders in den ersten Schwangerschaftswochen eine Neigung zu starken Stimmungsschwankungen mit Zweifeln und Traurigkeit. Schuld sind meist die Hormone.

Wenn du schon längere Zeit versuchst, schwanger zu werden, spürst du vielleicht eine innere Anspannung und einen hohen Druck, erfolgreich zu sein – dann kann diese 2. SSW zu einer echten Stresswoche werden, stehen doch die körperlichen Anzeichen auf „bereit zur Befruchtung“. Versuche, dir klar zu machen, dass es in diesem oder einem späteren Zyklus klappen wird und es nur eine Frage der Zeit ist. So lässt die Anspannung nach und der innere Stress verschwindet. Sorge und Frustration sind zwar verständlich, jedoch ändern sie nichts. Nimm die Situation an, wie sie ist und denke daran, dass es in der heutigen Medizin unzählige Möglichkeiten gibt, den Kinderwunsch zu erfüllen, wenn die Natur gerade mal nicht mitspielt.


Quellen:

  • Baur, Siegfried: Wissenschaftliche Grundlagen der Natürlichen Familienplanung
    in: Imago Hominis, Band 17, Heft 4, S. 275; Institut für medizinische Anthropologie und Bioethik
  • Arbeitsgruppe NFP: Natürlich und sicher – Das Praxisbuch. Familienplanung mit Sensiplan. Trias Verlag, S. 21-35
  • Redaktion „Frauenärzte im Netz“, Dr. Scharrel, Doris: Natürliche Familienplanung – Fruchtbare Tage selbst bestimmen: Methoden. In: Frauenärzte im Netz. https://www.frauenaerzte-im-netz.de/familienplanung-verhuetung/natuerliche-familienplanung/fruchtbare-tage-selbst-bestimmen-methoden/ (letzter Abruf: April 2019)
  • Berufsverband der Frauenärzte e.V. : Natürliche Verhütung – warum sie nie ganz sicher ist. http://www.bvf.de/presse_info.php?s=0&artid=535 (letzter Abruf: April 2019)
  • Weyerstahl, Thomas; Stauber, Manfred: Duale Reihe Gynäkologie und Geburtshilfe, Thieme 2013
  • Kainer, Franz; Nolden, Annette: Das große Buch zur Schwangerschaft, Gräfe und Unzer 2009