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20. SSW (Schwangerschaftswoche): Tritte werden jetzt spürbar

In der 20. SSW hast du die erste Hälfte deiner Schwangerschaft erreicht. Zeit, dir einmal auf die Schulter zu klopfen, denn du und dein Baby haben schon viel geschafft! Was dir in der zweiten Hälfte noch bevor steht und wie sich dein Baby in der 20. Schwangerschaftswoche entwickelt, erfährst du hier.

20. SSW: Dein Baby ist so groß wie ein Granatapfel
20. SSW: Dein Baby ist so groß wie ein Granatapfel
©Shutterstock

Dein Körper in der 20. SSW

Halbzeit! Zu Beginn der 20. Schwangerschaftswoche sind es bis zum Entbindungstermin (ET) noch: 21 Wochen bzw. 147 Tage, man spricht von SSW 19 +0. Welcher Monat ist das? Du befindet dich jetzt in der letzten Woche des 5. Schwangerschaftsmonats.

Zwischen der 19. und der 22. Schwangerschaftswoche steht die zweite große Vorsorgeuntersuchung an. Neben dem Ultraschall werden die üblichen Untersuchungen gemacht: Dein Gewicht, Blutdruck und Hämoglobingehalt werden ermittelt, dein Urin auf Eiweiß, Zucker und Keime untersucht. Der Frauenarzt stellt den Fundusstand fest – also wo der obere Rand der Gebärmutter jetzt liegt.

Unser Schwangerschaftsrechner hilft dir, deine genaue Schwangerschaftswoche zu berechnen.

20. SSW: Bauch und Gewichtszunahme

Mit zunehmender Schwangerschaft bemerken Frauen auch, dass sowohl der Bauchumfang als auch die Gewichtszunahme deutlich ab der 20. SSW ansteigt. Wieviel du in der 20. SSW genau zugenommen hast, kann man nicht pauschal beantworten. Jede Schwangerschaft ist anders.

Wichtig: Ungesunde Diäten und Kalorienzählen sind hier kontraproduktiv und sollten unbedingt vermieden werden! Eine gewisse Gewichtszunahme in der Schwangerschaft ist völlig normal.

 

Baby-Entwicklung in der 20. SSW: Gewicht, Größe und Kindsbewegungen

Was passiert in der 20 SSW? Dein Kind ist nun vom Scheitel bis zum Steiß 14 bis 16 Zentimeter groß. Im Prinzip ist dein Kind etwa so groß wie ein Granatapfel in der 20. SSW. Gewicht Baby ändert sich natürlich auch. Dein kleiner Granatapfel wiegt nun circa 240 Gramm.

In dieser Woche liegt dein Ungeborenes nicht mehr zusammengerollt in deinem Bauch, sondern streckt seine Gliedmaßen und schlägt sogar manchmal Purzelbäume.

In deinem Bauch ist schon richtig etwas los in der 20. SSW! Kindsbewegungen sind deutlich spürbar. Dein Baby strampelt und spielt mit den Händen, Füßen und der Nabelschnur. Noch hat es die Augenlider zwar noch geschlossen, reagiert aber schon auf äußere Reize und kann hell und dunkel unterscheiden. Wenn es geblendet wird, hält es sogar die Hände vor die Augen.

Es entwickeln sich alle Organe und Nerven weiter und es wird noch einige Wochen dauern, bis dein Baby reif genug ist für eine Geburt. Das Baby beginnt jetzt damit, deutlich regelmäßiger und in größeren Mengen Fruchtwasser zu trinken. Ein Teil davon wandert in den Verdauungstrakt, ein anderer in das Harnsystem. Die entsprechenden Stoffwechselprodukte werden danach natürlich auch wieder ausgeschieden. Die Plazenta passt die Fruchtwassermenge kontinuierlich dem wachsenden Bedarf des Babys an. In der 19. bis 22. Schwangerschaftswoche beginnt außerdem das Wachstum des Kopfhaares.

Hinter den bereits angelegten Milchzähnen entwickeln sich jetzt schon die bleibenden Zähne. Brauchen wird dein Baby sie erst rund um sein sechstes Lebensjahr, wenn es die ersten Milchzähne verliert.

Ab der 20. Schwangerschaftswoche entsteht außerdem langsam eine Fettschicht unter der Haut deines Babys. Die dient vor allem dazu, seine Körpertemperatur nach der Geburt zu stabilisieren und ein kleines Polster anzulegen. Außerdem ist dein Neugeborenes nun vollständig von einer cremigen Talgschicht bedeckt – die Käseschmiere. Sie legt sich wie eine zweite Haut um dein Baby. Sie schützt es vor Bakterien im Mutterleib und dient als eine Art äußeres Immunsystem. Nach der Geburt schützt die Käseschmiere dein Baby vor Kälte. Nach und nach zieht sie dann von selbst in die Haut ein oder trocknet aus.

20. SSW: Baby überlebensfähig?

Kommt ein Frühchen vor der 22. SSW zur Welt, gilt dieses nicht als lebensfähig. Sollte dein Baby in dieser Woche zur Welt kommen, wird es mit der medizinischen Technik aber am Leben gehalten und künstlich beatmet. Allerdings besteht ein sehr hohes Risiko, dass es trotz aller Bemühungen nicht überlebt.

Aber auch Extremfrühchen können es schaffen. Dass Kinder auch als extreme Frühgeborene überleben können, zeigt die Geschichte der kleinen Frieda. Sie am Ende der 21. SSW geboren und hat überlebt. Heute ist die Kleine acht Jahre alt.

 

 

Schwangerschaftsbeschwerden in der 20.SSW: Bauschmerzen und Co.

Auch in der 20. SSW, musst du mit ein paar (neuen) Schwangerschaftsbeschwerden rechnen:

  • Rückenschmerzen
    Der Großteil der Frauen klagt früher oder später über Rückenschmerzen in der Schwangerschaft. Die Bänder lockern sich und auch die Bauchmuskulatur bildet sich etwas zurück, um Platz für dein Baby zu machen. Dadurch verringert sich die Stützfunktion. Manchen Schwangeren hilft Yoga gegen die Beschwerden. Sollten die Rückenschmerzen hartnäckig sein, lohnt sich in der 20. SSW die Anschaffung eines Bauchgurts.
  • Volles Haar – überall
    Dank der Schwangerschaftshormone haben viele Frauen nun schöneres, volleres Haar. Leider hat die Sache auch eine Kehrseite: Die feinen Härchen an Kinn und Oberlippe sind davon nicht ausgenommen.
  • Hitzewallungen
    Du frierst normalerweise leicht? Nicht so in der Schwangerschaft! Hitzewallungen und das dringende Bedürfnis Fenster zu öffnen und kalte, frische Luft hereinzulassen ist jetzt vielleicht ein ganz neues Lebensgefühl.
  • Sodbrennen
    Sodbrennen kann immer wieder auftreten – besonders nachts im Liegen. Helfen kann ein erhöhtes Kissen und das Kauen von zuckerfreien Kaugummis.
  • Kurzatmigkeit
    Die vergrößerte Gebärmutter schiebt das Zwerchfell nach oben. Außerdem ist der Sauerstoffbedarf nun erhöht. Schwangere Frauen atmen deshalb während des zweiten Trimesters tiefer und geraten beim Sport oder bei Anstrengungen leichter außer Atem.
  • Schwangerschaftsschnupfen
    Erkältungssymptome und laufende Nase: Oft ist aber keine Erkältung der Grund, sondern das erhöhte Blutvolumen, das die Gefäße in der Nase anschwellen lässt, die aufgrund gestiegener Schwangerschaftshormone elastischer sind.

Darauf musst du in der 20. SWW achten

Piercing und Tattoos in der Schwangerschaft

Manche Schwangere fragt sich, ob sie ihre Piercings in der Schwangerschaft behalten kann. Piercings oberhalb der Schulter stellen meist kein Problem dar: Nase-, Stirn-, Zungen-Piercings und Ohrringe sind okay. Piercings an der Brustwarze können meist auch drin bleiben, sofern sie keine Schmerzen verursachen. Vor dem Stillen müssen sie später aber herausgenommen werden – sonst kann das Baby sich verschlucken.

Bauch-Piercings gehören so früh wie möglich entfernt. Nicht erst mit dem wachsenden Bauch können sie zu Problemen führen, sondern auch schon vorher Entzündungen verursachen, die sich negativ auf die Schwangerschaft auswirken können.

Piercings im Genitalbereich werden dem Frauenarzt meist nicht verborgen bleiben und er wird dir sagen, wie du damit umgehen solltest. Generell gilt: Die Gefahr von Entzündungen und allergischen Reaktionen ist in der Schwangerschaft deutlich höher – selbst bei Piercings, die du schon seit Jahren problemlos trägst. Sobald sie schmerzen, gerötet oder geschwollen sind oder wenn sie unangenehm riechen, solltest du sie sofort herausnehmen und mit deinem Arzt darüber sprechen.

Auf neue Piercings solltest du in der Schwangerschaft verzichten. Du wirst länger bluten als sonst und die Wundheilung kann beeinträchtig sein. Auch von Tattoos in der Schwangerschaft ist dringend abzuraten. Hier können mit der Farbe auch Schwermetalle in deinen Körper gelangen, die über dein Blut zum Baby gelangen – selbst wenn das Tattoo am Knöchel ist.

Schwanger reisen? Jetzt ist der beste Zeitpunkt

Falls du vor der Geburt noch eine Urlaubsreise geplant hast, ist jetzt die richtige Zeit dafür – denn noch bist du beweglich genug, um den Urlaub in vollen Zügen zu genießen. Auch die Sicherheitskontrollen am Flughafen mit Metalldetektor und Ganzkörper-Scanner sind für dich und dein Kind nicht gefährlich.

Wichtig: Das Reiseziel sollte allerdings ein Mindestmaß an Bequemlichkeit sowie Hygienestandards bieten.

Alle wichtigen Informationen und hilfreiche Tipps, findest du in unserem Ratgeber-Artikel: Schwanger fliegen: Tipps für Zeitpunkt, Reiseziel und möglichen Risiken

20. SSW: Zeit für Umstandskleidung

Spezielle Schwangerschaftskleidung ist spätestens ab der 20. Schwangerschaftswoche unumgänglich. Um deinen Rücken zu entlasten, solltest du rechtzeitig zu Umstands-BHs wechseln. Deine Brüste sind ein großes Stück gewachsen und deine alten BHs werden immer unbequemer. Auch in deine Hosen wirst du nicht mehr richtig passen. Höchste Zeit für eine neue Garderobe. Lasse dich am besten beraten, welche Umstandsmode für dich jetzt am besten geeignet ist. Tipp: Leggings sind eigentlich immer eine gute Wahl!

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Quellen