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29. SSW: Dritte Vorsorgeuntersuchung und Übungswehen

In der 29. SSW geht es nochmal rund: eine Vorsorgeuntersuchung, Übungswehen und Kindsbewegungen – in dieser Schwangerschaftswoche steht einiges auf dem Programm. Lies hier, wie sich dein Körper in der SSW 29 verändert, wie sich dein Kind entwickelt und mit welchen Beschwerden du rechnen solltest.

Die wichtigsten Infos zur 29. Schwangerschaftswoche kannst du dir auch in der Kurzzusammenfassung im Video ansehen.

In der 29. SSW ist dein Baby etwa so groß wie eine Zucchini
In der 29. SSW ist dein Baby etwa so groß wie eine Zucchini
© Schutterstock

29 SSW: Welcher Monat?

Mit der 29. Schwangerschaftswoche startet dein 3. Trimester. Du bist im 8. Monat und bis zum Entbindungstermin (ET) noch 12 Wochen beziehungsweise 84 Tage. Man spricht bei dieser Schwangerschaftswoche auch von 28 +0 bis 28 +6 SSW. Dein Kind misst in der SSW 29 vom Scheitel bis zur Ferse circa 39 Zentimeter. Damit ist dein Baby jetzt in etwa so groß wie eine Zucchini und wiegt ungefähr 1.200 Gramm.

29. SSW: Gewichtszunahme im 3. Trimester

Dein Baby legt bis zur Geburt noch ordentlich an Gewicht zu. Bis zur Geburt wird es noch über zwei Kilogramm zunehmen. Das merkst du jetzt natürlich auch bei deiner wöchentlichen Gewichtszunahme. In der 29. SSW solltest du etwa 400 bis 500 Gramm zunehmen. Das ist ein grundsätzlicher Richtwert, der auch für die kommenden Schwangerschaftswochen gilt – wenn du vor der Schwangerschaft einen normalen BMI von 18,5-24,9 hattest. Insgesamt liegt die Gewichtszunahme von normalgewichtigen Schwangeren insgesamt bei etwa 12 Kilogramm. Bei Unter- beziehungsweise Übergewicht ist die Gewichtszunahme in der Schwangerschaft natürlich eine andere.

Dein Bauch in der der 29. SSW

Was? Noch 11 Wochen? Wirklich?“ Freunde, Verwandte und Kollegen können beim Anblick deines Bauches wahrscheinlich kaum glauben, dass dieser noch weiter wachsen wird. Aber sei versichert: Da geht noch was! So wachsen in der 29. SSW Bauch und Baby fleißig weiter. Aktuell kannst du den Fundus, also den oberen Rand deiner Gebärmutter, zwischen Rippenbogen und Nabel ertasten: im Mutterpass ist das als Fundusstand Rb/N notiert.

Kurzzusammenfassung: 29. SSW

Übungswehen in der SSW 29

Auch in der 29. Schwangerschaftswoche wirst du immer wieder leichte Wehen spüren können. Keine Angst, das ist normal. Solche ersten Übungswehen können dich schon seit der 20. SSW begleiten. Sie sind ein erstes Training für die Gebärmutter. Wenige Wochen vor der Geburt werden sich diese Kontraktionen dann nochmal etwas verändern – es wird ernster. Diese sogenannten Vor- oder Senkwehen schieben das Baby tiefer in dein Becken und bringen es in eine optimale Startposition.

Drohende Frühgeburt in der 29. SSW: vorzeitige Wehen und andere Anzeichen

Gerade Frauen, die ihr erstes Kind erwarten, lassen sich von solchen Kontraktionen leicht verunsichern. Dabei sind Übungs- beziehungsweiße Vorwehen deutlich von Geburtswehen zu unterscheiden.

Ausführlich kannst du das hier nachlesen: Wehen erkennen: Sind das echte Geburtswehen?

Wichtigstes Merkmal ist jedoch, dass die Kontraktionen regelmäßig in immer kürzeren Abständen kommen und intensiver werden. Sie wirken auf den Muttermund und öffnen ihn. Das sind Anzeichen, dass das Baby sich schon bald auf den Weg machen möchte – dann kann auch jetzt in der 29. SSW eine Frühgeburt drohen. Du solltest jetzt unbedingt einen Arzt aufsuchen. Denn solltest du vorzeitigen Wehen haben, gibt es verschiedene Möglichkeiten die Schwangerschaft noch aufrechtzuerhalten. Der Arzt wird in der Regel Bettruhe verordnen. Besteht dabei keine akute Gefahr, wird er dich vielleicht nach Hause entlassen, geben die Anzeichen jedoch Anlass zur Sorge, wird er dich in die Klinik einweisen, wo eventuell Spritzen für die Lungenreife verabreicht und Langzeit-CTGs geschrieben werden.

Bettruhe in der Schwangerschaft

Gut 20 Prozent der Schwangeren bekommen zu irgendeinem Zeitpunkt ihrer Schwangerschaft Bettruhe verordnet. Natürlich machen sich Frauen dann Sorgen um das Baby, aber obendrein ist Bettruhe auch noch langweilig. Der Nestbautrieb von Schwangeren ist dann schwer zu unterdrücken, und gerade wenn du zu Hause liegst, werden dich vielleicht volle Wäschekörbe, ungeputzte Fenster und andere Dinge quälen. Halte dich trotzdem an die ärztliche Verordnung und vertreibe dir die Zeit mit Büchern oder Fernsehen. Wechsle den Raum, in dem du Bettruhe hältst: nachts im Schlaf-, tagsüber im Wohnzimmer und wechsle dabei auch die Kleidung und lass dich von Freunden besuchen. Vielleicht ist dies auch der ideale Zeitpunkt, mal alle Fotos zu sortieren?

In der 29. SSW steht die dritte große Vorsorgeuntersuchung an

Zwischen der 29. SSW und der 32. SSW steht die dritte und damit letzte große Vorsorgeuntersuchung mit Ultraschall im Terminkalender. Das wird dabei untersucht:

  • mütterliches Gewicht
  • Blutdruck
  • Urinuntersuchung (Eiweiß, Zucker, Keime)
  • Blutuntersuchung
  • Fundusstand

Basis-Ultraschalluntersuchungen

Bei diesem Ultraschall-Termin wird noch einmal nach Auffälligkeiten in der Babyentwicklung geschaut. Es wird die Lage der Plazenta kontrolliert sowie die Menge des Fruchtwassers. Außerdem werden die Herztöne des Kindes abgehört und überprüft, ob sich das Kind weiterhin zeitgerecht entwickelt. Dafür wird zum Beispiel noch einmal die Femurlänge (FL) bestimmt, also die Länge des Oberschenkelknochens.

Bei diesem Termin hast du die Möglichkeit, neben der Basisuntersuchung noch eine erweiterte Untersuchung durchführen zu lassen, bei der Arme, Beine und Kopf des Kindes noch einmal genauer angeschaut werden. Die Kosten hierfür übernimmt in der Regel deine Krankenkasse.

Kontrolle von Blut, Blutdruck und Urin

Außerdem wird bei der Vorsorgeuntersuchung in der 29. SSW der Blutdruck und der Urin der Mutter untersucht. Das ist wichtig, um eine eventuelle Schwangerschaftsvergiftung (Präklampsie) frühzeitig erkennen zu können. Bei der Blutuntersuchung wird vor allem der Hämoglobingehalt überprüft. Der gibt Hinweis auf den Eisengehalt und somit auf einen möglichen Eisenmangel.

29. SSW: Schwangerschaftsbeschwerden

Abgesehen davon, dass dir dein Bauch im 8. Monat wahrscheinlich langsam wie ein eigener Planet vorkommt, begleiten dich auch in der SSW 29 einige Schwangerschaftsbeschwerden. Die meisten hängen auch mit dem wachsenden Babybauch zusammen.

Rückenschmerzen

Ein schmerzender Rücken begleitet dich jetzt wohl bis zum Ende der Schwangerschaft. Schuld ist hier das stetig wachsende Gewicht deiner Babykugel. „Rückenschmerzen resultieren in der Schwangerschaft demnach vor allem aus der vermehrten Arbeit der Muskeln des Rückens, des Unterleibs und des Beckenbodens“, erklären auch Franz Krainer und Annette Nolden in ihrem Schwangerschaftsratgeber „Das große Buch der Schwangerschaft“. Dem kannst du durch regelmäßigen Sport und Bewegung zumindest etwas entgegenwirken.

Krampfadern in der Schwangerschaft

Blaue, hervortretende Adern an den Beinen, die zuweilen jucken oder schmerzen, nennt man Krampfadern. Manchmal liegt die Neigung hierzu schlicht in der Familie. Was du dagegen unternehmen kannst:

  • Achte auf dein Gewicht
  • Trinke genug Wasser, um das Blut flüssig zu halten
  • Bewege deine Beine – besonders wenn du sonst länger stehen oder sitzen musst
  • Frage deinen Arzt nach Stützstrümpfen
  • Bei Hämorrhoiden: Achte auf genügend Ballaststoffe in der Ernährung für weichen Stuhlgang und presse auf der Toilette nicht

Entwicklung des Babys 29. SSW

Dein Baby hat schon viel geschafft und doch hat es noch viel Arbeit vor sich. End der 29. SSW  wird dein Zwerg etwa 39 Zentimeter groß sein – gemessen vom Kopf bis zur Ferse. Mit einem Gewicht von etwa 1,2 Kilogramm ist es immer noch ein Leichtgewicht. Doch das wird sich in den nächsten Wochen ändern.

Was in dieser Woche wächst und sich entwickelt

Dein Baby schwimmt im Fruchtwasser und je weiter sich sein Gehirn entwickelt, desto schneller werden seine Bewegungen. Es wird dich jetzt mit seinen Tritten und Knuffen, die es austeilt, manchmal ziemlich nerven. Vor allem wenn dein Bauchbewohner dann sein Workout beginnt, wenn du eigentlich schlafen willst. Aber der Platz in deinem Bauch wird bald weniger und damit auch die Kindsbewegungen.

Die Fruchtblase besteht nun aus zwei Schichten: der inneren (Amnion) und der äußeren (Chorion). Sie umgibt schützend dein Baby, zusätzlich dämpft das Fruchtwasser Stöße von außen.

In der SSW 29 kann dein Baby auch selbstständig Östriol bilden – ein Hormon, das zu den Östrogenen gehört. Das Östriol, das zudem auch noch von der Plazenta produziert wird, gelangt in das mütterliche Blut und bewirkt, dass Muttermilch produziert wird. Würde dein Kind jetzt geboren, könntest du es also schon stillen.

Weiterhin lagert dein Baby fleißig Fett ein und nimmt an Gewicht zu. Je mehr Geburten eine Frau hatte, desto mehr wiegt meist auch das Baby. Außerdem wiegen Jungen bei der Geburt statistisch etwas mehr als Mädchen.

Was kannst du in der 29. SSW tun?

Auch wenn es dir so vorkommt, als ob die Geburt noch so lange weg ist, kannst du dir in diesen Wochen schonmal ein paar grundsätzliche Gedanken machen:

Stillen oder nicht

Wie möchtest du dein Baby ernähren? Kommt es dir merkwürdig vor, wenn du daran denkst, dass dein Baby an deiner Brust trinkt? Oder freust du dich darauf, deinem Kind die Brust geben zu können?

Die Entscheidung über die Art, wie du dein Baby ernährst, ist sehr persönlich und liegt allein bei dir. Du hast sicher gelesen, dass Stillen neben vielen anderen Vorteilen die beste Methode ist, um dein Baby vor Krankheiten zu schützen und Allergien vorzubeugen. Dennoch: Auch Flaschenbabys werden groß und später kümmert es Niemanden mehr, wie das Baby in den ersten Lebensmonaten ernährt wurde.

Wenn du bei dem Gedanken ans Stillen nicht total ablehnend reagierst, dann solltest du der Sache vielleicht wenigstens eine Chance geben. Gerade die erste Milch ist voller Immunglobuline und gibt deinem Baby ganz viel Energie und Abwehrstoffe mit auf den Weg. Lass dich von Kinderschwestern im Krankenhaus oder deiner Hebamme zu Hause gut anleiten. Gerade Frauen mit empfindlicher Haut haben in der Anfangszeit meist empfindliche, schmerzende Brustwarzen – aber das geht bald vorbei. Denke daran: Abstillen geht immer, ein Wechsel von der Flasche zum Stillen hingegen ist nur schwer möglich!

Quellen