3. SSW (3. Schwangerschaftswoche): Die Befruchtung der Eizelle

3. SSW: Wenn die Eizelle befruchtet wird

Hat es geklappt? In der 3. SSW findet die Befruchtung der Eizelle statt. In den nächsten Tagen beginnt sie sich immer wieder zu teilen und nistet sich in der Gebärmutter ein. Was in der 3. Schwangerschaftswoche wichtig ist, falls es geklappt haben sollte, liest du hier.

Pärchen schaut sich verliebt in die Augen
In der 3. SSW findet die Befruchtung der Eizelle statt: Hat es geklappt? © Pexels/ Natthanon Kongyam

3. SSW: Was passiert im Körper?

Die 3. SSW ist eine spannende Woche: Wenn alles klappt, wird die Eizelle in dieser Woche befruchtet. Gegen Ende der 2. Schwangerschaftswoche fand der Eisprung statt (bei einem regelmäßigen Zyklus von 28 Tagen) und die Eizelle wartet jetzt im Eileiter auf die Spermien. „Bei Frauen zwischen 20 und 30 Jahren liegt die Wahrscheinlichkeit für eine Schwangerschaft bei etwa 30 Prozent pro Monatszyklus“, erklärt familienplanung.de, einem Informationsangebot der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung . Das ist eine ziemlich hohe Zahl, bedenkt man, dass das Zeitfenster für eine Befruchtung jeden Monat nur für etwa zwölf bis 24 Stunden offen ist.

Befruchtung der Eizelle

Ein Samenerguss eines Mannes enthält rund 140 bis 420 Millionen Samenzellen, bis zum Eileiter schaffen es aber nur 500 bis 700 davon. Und am Ende kann nur eine (Ausnahme sind Mehrlinge) die Eizelle befruchten.


Wenn ein Spermium die Hülle der Eizelle durchstößt, ist das Ei befruchtet und das Abenteuer beginnt: Der Zellkern des Spermiums verschmilzt mit dem der Eizelle. Bei dieser Verschmelzung werden die vererbten Eigenschaften des Kindes festgelegt. Das Ei wird eine Zygote und der erste Schritt zum Kind ist vollbracht. Etwa 30 Stunden nach der Befruchtung teilt sich die Eizelle zum ersten Mal. Aus der einzelnen Zelle werden auf diesem Weg durch Teilung zwei Zellen, dann vier, dann acht und so weiter. Die Teilung findet etwa alle 20 Stunden statt.

In drei bis vier Tage wandert die Zellkugel – Ärzte sprechen auch von Morual beziehungsweise Blastozyste – durch den Eileiter in Richtung Gebärmutter. Ein Hormonmix aus Östrogen und Progesteron bewirkt während dessen, dass eine nahrhaften, gut durchblutete Gebärmutterschleimhaut entsteht. Schon wenige Tag nach der Befruchtung, etwa gegen Ende der 3. SSW, besteht die Zellkugel bereist aus 100 Zellen. Um weiter wachsen zu können, muss sie sich in der Gebärmutter einnisten. Damit stellt sie die erste Verbindung zum mütterlichen Blutkreislauf her.

Grafik von der Befruchtung einer Eizelle in der 3. SSW

© Bigstock/ VectorMine

 

Die kleine Zellkugel kann aber noch mehr: Um sicher zu stellen, dass dein Körper die Gebärmutterschleimhaut in der sie sich es bequem gemacht hat, nicht wie im normalen Zyklus wieder abstößt, produziert sie das Hormon hCG. Jenes Hormon, dass auch der Schwangerschaftstest misst.

In manchen Fällen kommt es nicht zur Einnistung und die Frau wird von der Befruchtung vermutlich nichts bemerken, sondern wie gewohnt ihre Regelblutung bekommen. Man nennt dies einen „Frühabgang“.

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Erste Anzeichen: Einnistungsblutung in der 3. SSW?

Manche Frauen berichten, dass sie die Einnistung gespürt haben oder dass sie eine leichte Blutung hatten. Man spricht dann von der Nidationsblutung oder Einnistungsblutung. Diese kann tatsächlich noch gegen Ende der 3. Schwangerschaftswoche auftreten.

Außerdem kann es sein, dass du bereits eine Woche vor der erwarteten Menstruation erste Anzeichen, wie Übelkeit, Spannungsgefühl in den Brüsten und Empfindlichkeit bei Gerüchen registriert. Diese Symptome sind jedoch nur unsichere Anzeichen einer Schwangerschaft und können auch andere Ursachen haben. Viele Frauen spüren aber auch keine Veränderung und ahnen daher nichts von den Vorgängen in ihrem Bauch.

Sollte es in der 3. SSW zu einer Befruchtung gekommen sein, könnten diese Symptome in den kommenden Tagen darauf hinweisen:

  1. Dein Zervixschleim ist klar und hat die Konsistenz von Eiweiß.
  2. Du spürst den Mittelschmerz, er ist für gewöhnlich auf der Seite des Unterbauches, auf der der letzte Eisprung stattgefunden hat. Solltest du also deinen Eisprung auf der rechten Seite gespürt haben, achte auf einen ziehenden Schmerz am rechten Unterbauch – dies könnte ein Zeichen für die Schwangerschaft sein.
  3. Deine Basaltemperatur ist leicht angestiegen.
  4. Einnistungsblutung: Gegen Ende der 3. SSW oder Anfang nächster Woche kann es zu einer leichten Blutung kommen – dies ist vielleicht eine Einnistungsblutung. Das ist meist eine ganz leichte rosa oder rote oder leicht bräunliche Schmierblutung.

3. SSW: Einnistung fördern

Leider kannst du die Einnistung nicht direkt fördern. Wenn ihr euch ein Kind wünscht, könnt ihr aber schon vorher für ideale Bedingungen sorgen. Das bedeutet, dass ihr euch gesund ernährt, vielleicht etwas mehr Sport treibt und schlechte Angewohnheiten wie Rauchen oder Alkoholkonsum einstellt. Außerdem solltest du bereist bei einem konkreten Kinderwunsch Folsäure einnehmen. Denn Folat ist wichtig für die Zellteilung.

Wenn ihr als ein Kind plant, musst du in der 3. SSW damit rechnen, wirklich schwanger zu sein und spätestens jetzt dein Verhalten entsprechend anpassen.

Darum: Finger weg von grünem Tee!

Was viele nämlich nicht wissen: Grüner Tee verringert die Aufnahme von Folsäure. Dabei ist Folsäure für das Ungeborene von Anfang an extrem wichtig. Also verzichte künftig auf diese Teesorte und nimm ein Folsäure-Präparat ein, sofern der Frauenarzt nichts anderes empfohlen hat.

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Jetzt noch miteinander schlafen?

Wenn dein Zyklus länger ist als 28 Tage, dann kann es zum schwanger werden durchaus noch Sinn machen, auch in der 3. SSW noch mit deinem Partner zu schlafen. Darüber hinaus spricht aber auch bei bereits bestehender Schwangerschaft – auch wenn du davon noch nichts weißt – normalerweise kein Grund darauf zu verzichten. Allerdings ist Vorsicht geboten, wenn Symptome einer Infektion der Geschlechtsorgane besteht, zum Beispiel mit einem Pilz oder einer Geschlechtskrankheit. In dem Fall sollte der Arzt befragt werden. Er wird vielleicht zu Enthaltsamkeit oder Kondomen raten, bis eine Behandlung erfolgreich abgeschlossen ist.


Quellen:

  • Berufsverband der Frauenärzte e.V., Dr. Scharre, Doris: Anzeichen einer Schwangerschaft & Schwangerschaftstest, In: Frauenärzte im Netz
    https://www.frauenaerzte-im-netz.de/schwangerschaft-geburt/schwangerschaft/schwangerschaftsanzeichen-schwangerschaftstest/ (letzter Abruf: April 2019)
  • Dr. Nicolas Grumpert: Die Einnistung der Eizelle, In: Dr-Gumpert.de
    https://www.dr-gumpert.de/html/einnistung_eizelle.html (letzter Abruf: April 2019)
  • Dietrich, Jens-Erik; Hiiragi, Takashi: Vom Ei zum Embryo: Die erste Weiche stellt der Zufall, In: Max-Planck-Gesellschaft
    https://www.mpg.de/328672/forschungsSchwerpunkt (letzter Abruf: April 2019)
  • Koletzko, Berthold; Cremer, Monika; Flothkötter, Maria et al.: Ernährung und Lebensstil vor und während der Schwangerschaft – Handlungsempfehlungen des bundesweiten Netzwerks Gesund ins Leben. In: Geburtshilfe und Frauenheilkunde 12/2018, S. 1262 – 1282
  • Infobroschüre der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: Ein kleines Wunder: Die Fruchtbarkeit bei Frau und Mann
  • Moore, Keith; T.V.N. Persaud, Torchia, Mark G., Viebahn, Christoph: Embryologie: Entwicklungsstadien – Frühentwicklung – Organogenese – Klinik, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH; Auflage: 6