Bookmark

30. SSW: Kindsbewegungen werden langsam weniger

In der 30. SSW fühlst du dich schon kugelrund und der Alltag wird immer beschwerlicher. Auch für dein Baby wird der Platz im Bauch knapp. Lies hier, welche Entwicklungen dich und dein Baby in der SSW 30 erwarten. Außerdem Tipps für einen erholsamen Schlaf trotz dickem Bauch.

In der 30. SSW ist dein Baby ungefähr so groß wie eine Stange Spargel - größere Sprünge sind da nicht mehr drin.
In der 30. SSW ist dein Baby ungefähr so groß wie eine Stange Spargel - größere Sprünge sind da nicht mehr drin.
© Unsplash / Randy Rooibaatjie

Zu Beginn der 30. SSW sind es bis zum Entbindungstermin (ET) noch elf Wochen beziehungsweise 77 Tage. Man spricht für die 30. Schwangerschaftswoche auch von 29 +0 – 29 +6 SSW. Vom Scheitel bis zum Steiß misst dein Baby schon circa 27 Zentimeter beziehungsweise 40 Zentimeter vom Scheitel bis zur Ferse. Damit ist dein Kind also ungefähr so groß wie eine große Stange Spargel und wiegt im Schnitt 1.400 Gramm.

30. SSW: Bauch ist immer öfter im Weg

Dein Babybauch wächst und wächst: zehn Zentimeter misst er bei den meisten Frauen vom Bauchnabel bis zum oberen Rand des Uterus – unglaublich! Und es fühlt sich auch danach an. Denn deine Gebärmutter verdrängt alle anderen Organe im Bauchraum immer weiter. Kurzatmigkeit, Sodbrennen, Verstopfung und ja, auch Inkontinenz sind die Folge.

Aber er wird in den nächsten Wochen wird der Bauch noch weiterwachsen. Erst in der 36. SSW wird der Fundusstand sein Maximum erreicht haben. Dann lässt sich der obere Rand der Gebärmutter direkt unter dem Rippenbogen ertasten. Eine ernüchternde Vorstellung, ist doch schon jetzt in der 30. SSW der Bauch ständig im Weg – selbst beim Schlafen.

Versuche, auf der linken Seite zu schlafen

Es wird immer schwerer eine bequeme Schlafposition zu finden. Versuche nach Möglichkeit immer auf der linken Seite zu schlafen. Dein Baby ist inzwischen nämlich so schwer, dass es vor allem in Rückenlage auf die Gebärmutter und die untere Hohlvene drücken kann. Das kann zu Kreislaufstörungen und im schlimmsten Fall zu einem Kreislaufzusammenbruch, dem Vena-cava-Syndrom, führen. Kissen zwischen den Beinen und unter dem Bauch können dir helfen, trotzdem eine bequeme Schlafposition zu finden.

Schlafstörungen sind keine Seltenheit

Hast du dann endlich eine bequeme Position gefunden, kannst du darauf wetten, dass dein Bauchbewohner Rabatz macht. Du brauchst dich aber nicht ängstigen, wenn du dein Kleines jetzt weniger spürst. Es ist ganz normal, dass die Kindsbewegungen ab der 30. SSW langsam weniger werden. Kein Wunder, denn der Platzt im Buch wird für dein Baby immer enger und das schränkt seine Bewegungsfreiheit ein.

>> Mehr Infos über die Kindsbewegungen in der Schwangerschaft liest du hier

Selbst wenn dich dein Kleines in der SSW 30 nicht mehr wach kickt, ist es irgendein anderes Schwangerschaftsleiden: Wadenkrämpfe oder Blasenschwäche, Rückenschmerzen etwa durch eine gelockerte Symphyse oder Sodbrennen. All das kann dir jetzt den Schlaf rauben. Durchhalten! Bald beginnt dein Mutterschutz und dann kannst du dir auch tagsüber mehr Ruhepausen gönnen und neue Kraft tanken.

Gewichtszunahme in der 30. SSW

Bis zur 30. Schwangerschaftswoche ist eine Gewichtszunahme von acht bis zehn Kilogramm noch im Normalbereich – ein durchschnittlicher BMI vor der Schwangerschaft vorausgesetzt. Wie viel du in der Schwangerschaft insgesamt zunimmst, zeigt diese Grafik sehr schön:

In der 30. SSW steht die letzte Ultraschalluntersuchung an

In der SSW 30 oder einer der folgenden Schwangerschaftswochen steht die letzte große Ultraschalluntersuchung an. Der Arzt wird vor allem auf die inneren Organe des Babys schauen, den Herzschlag abhören, den Kopfumfang überprüfen und sowie den Bauchumfang. Ein zu großer Bauch kann in dieser Phase der Schwangerschaft ein Anzeichen für eine Schwangerschaftsdiabetes sein. Außerdem wird untersucht, ob die Plazenta noch einwandfrei arbeitet und ob noch genügend Fruchtwasser vorhanden ist. Dieser genaue Blick in den Bauch kann ziemlich beruhigend sein, gerade wenn die Kindsbewegungen in der 30. SSW weniger geworden sind.

Steht die Rhesus-Prophylaxe in der 30. SSW noch aus?

Wenn du Rhesus-negativ bist, dein Ungeborenes aber einen anderen Rhesusfaktor hat, wird in der Regel bis spätestens zur 30. Schwangerschaftswoche eine Rhesus-Prohylaxe durchgeführt. Dafür wirst du in der eine Injektion mit Immunglobuline, also Vitamin-D Antikörpern, erhalten. Prof. Dr. med. Axel Seltsam vom Institut für Transfusionsmedizin an der medizinische Hochschule Hannover erklärt den Ablauf so: „Mit der Anti-D-Prophylaxe lässt sich bei werdenden Müttern vermeiden, dass sich in ihrem Blut Anti-D-Antikörper gegen die RhD-positiven Erythrozyten des Kindes bilden. (…) Dann bekommt die Frau in der 28. – 30. SSW und direkt nach der Geburt (bis max. 72 Stunden post partum) eine Standarddosis Anti-D-Immunglobulin appliziert.“

Eine weitere Dosis erhältst du dann gleich nach der Geburt. Durch diese Maßnahmen sind schwere Rhesusunverträglichkeiten bei einer erneuten Schwangerschaft sehr selten geworden.

Schwangerschaftsbeschwerden in der 30. SSW

Wie schon kurz erwähnt, verursacht dein wachsender Bauch in der 30. SSW die meisten Schwangerschaftsbeschwerden. Der Platzmangel im Bauchraum führt zu Sodbrennen, Verstopfung und Kurzatmigkeit. Das Gewicht des Babys drückt stark auf die Blase und du musst ständig auf Toilette. Weil sich deine Bänder, Sehnen und Muskeln als Vorbereitung auf die Geburt immer lockerer werden, kann das zusätzlich Inkontinenz begünstigen.

Kopfschmerzen, Rückenschmerzen und geschwollenen Beinen. begleiten dich als Beschwerden schon seit den letzten Wochen. Achte darauf, genügend Ruhepausen einzulegen, dein Körper braucht jetzt dringend Energiereserven.

Vorwehen in der 30. SSW

Erste Senkwehen/Vorwehen können ab dem dritten Trimester auftreten, in der SSW 30 werden sie bei vielen Frauen noch intensiver. Achte darauf, wie sie sich anfühlen. Hast du ein gleichmäßiges Ziehen im Unterleib, das sich wie Periodenschmerzen anfühlt, kannst du davon ausgehen, dass du gerade eine Vorwehe erlebt hast. Dein Körper trainiert also gerade für den „Ernstfall“ und du musst dir keine Sorgen machen.

Wenn die Schmerzen allerdings immer stärker werden, länger anhalten oder der Schleimpfropf abgeht, solltest du unbedingt einen Arzt aufsuchen.

Ängste und Gedanken über die bevorstehende Geburt

Zum Ende der Schwangerschaft machen sich Frauen natürlich Gedanken über die Geburt. Wenn du bereits Kinder hast, weißt du ungefähr, was dich erwartet. Waren die Geburtserlebnisse positiv, wirst du entsprechend entspannt an die nächste Entbindung herangehen. Gab es Stress oder einen Kaiserschnitt, machst du dir vielleicht Sorgen. Wer sein erstes Kind erwartet, hört von anderen Frauen oft unschöne Geschichten und ängstigt sich vielleicht. Aber alle Frauen sollten sich bewusst machen, dass jede Geburt anders ist. Das gilt nicht nur von Frau zu Frau, sondern auch von Schwangerschaft zu Schwangerschaft.

Babyentwicklung in der 30. SSW

Die Entwicklung deines Babys ist in der 30. Schwangerschaftswoche eine haarige Angelegenheit. Es verliert jetzt nach und nach seinen haarigen Flaum, das Lanugohaar, das seinen Körper bis jetzt bedeckt hat. Dafür wachsen ihm jetzt Kopfhaare, Wimpern und Augenbrauen. Welche Haarfarbe es wahrscheinlich später einmal haben wird, kannst du hier berechnen.

Als Folge verändert sich auch das Aussehen der Haut deines Babys. Sie wirkt „entknittert“. Das liegt daran, dass dein Baby sich jetzt eine Fettreserven zulegt. Eine gute Fettschicht schützt dein Baby nach der Geburt vor Kälte und liefert ihm in den ersten Tagen Energie. Verglichen mit den vorigen Wochen wirkt dein Baby dadurch nun schon etwas rundlicher und nicht mehr so mager.

Wie groß ist dein Baby in der SSW 30?

Etwa 40 Zentimeter misst dein Baby zu Beginn der 30. SSW vom Scheitel bis zur Ferse – circa 27 Zentimeter vom Scheitel bis zum Steiß. Damit ist dein Kind also ungefähr so groß wie eine große Stange Spargel und wiegt im Schnitt 1.400 Gramm. Im Laufe der SSW 30 wird dein Baby aber rund 200 Gramm zunehmen!

Aber bedenke: Ab diesem Zeitpunkt werden diese Gewichtsangaben zunehmend ungenauer, denn Babys beginnen nun sehr individuell zu wachsen und zuzunehmen.

Fötus-Stellung

In der 30. Schwangerschaftswoche beginnen manche Babys schon eine eingerollte Haltung einzunehmen, die sogenannte Fötus-Stellung. Das heißt aber noch nicht, dass es die endgültige Geburtsstellung einnimmt, das passiert bei den meisten Ungeborenen erst ab der 36. SSW.

Überlebenschancen in der 30. SSW

Bei Frühgeburten nach der 24. SSW liegen die Überlebenschancen laut Dr. Andre Farrokh, Oberarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe in Kiel bei 80-90 Prozent. Trotzdem werden die Ärzte immer versuchen, die Schwangerschaft so lange wie möglich aufrecht zu erhalten, da jeder Tag im Bauch die Entwicklung deines Kindes unterstützt – bis zum errechneten Geburtstermin natürlich.

Quellen


Quellen anzeigen