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34. SSW: Das Baby drückt auf deine Blase

In der 34. SSW bist du offiziell im neunten Schwangerschaftsmonat angekommen. Dein Baby macht in dieser Woche noch große Entwicklungsschritte – wusstest du zum Beispiel, dass es schon lange Fingernägel hat, mit denen es sich kratzen kann? Hier liest du, wie sich dein Baby in dieser Woche sonst noch entwickelt, warum in der 34. SSW Hämorrhoiden eine neue Beschwerde werden können und, wieso du ab jetzt mehr Kalzium zu dir nehmen solltest.

Eine Zusammenfassung mit allen wichtigen Infos findest du auch im Video.

In der 34. SSW ist dein Baby, gemessen vom Scheitel bis zum Steiß, circa 32 cm groß. Das entspricht der Größe einer Papaya
In der 34. SSW ist dein Baby, gemessen vom Scheitel bis zum Steiß, circa 32 cm groß. Das entspricht der Größe einer Papaya
©Shutterstock

Inhalt: 34. SSW (33 +0 – 33 +6 SSW)

Bis zu deinem Entbindungstermin (ET) sind es zu Beginn der 34. SSW noch 7 Wochen – oder auch 49 Tage. Die Geburt deines Babys scheint nicht mehr weit entfernt, aber ein bisschen Geduld musst du trotzdem noch haben. In dieser Schwangerschaftswoche spricht man übrigens auch von SSW 33 +0 bis 33 +6 SSW.

34. SSW Gewicht Baby und seine Größe

Vom Scheitel bis zum Steiß misst dein Baby in der 34. Schwangerschaftswoche circa 32 Zentimeter. Das entspricht ungefähr der Größe einer Papaya. Stolze 45 Zentimeter hat es bereits vom Scheitel bis zur Ferse erreicht. Mittlerweile ist dein Kind zu einem richtigen Wonneproppen geworden. Rund 2.100 Gramm wiegt es in der SSW 34 schon. In den Wochen bis zur Geburt wird dein Kind noch weitere Fettreserven anlegen – den Babyspeck!

Ist mein Baby zu groß oder zu schwer?

Wenn Schwangere beim Ultraschall gesagt bekommen, dass ihr Baby zu groß oder zu schwer für seine Schwangerschaftswoche ist, dann machen sie sich meistens Sorgen, ob sie die Geburt bewältigen können. Erfahrungen von Müttern zeigen aber, dass bei vielen Babys die tatsächlichen Maße bei der Geburt deutlich unter der hohen Schätzung lagen. Ein kleiner Messfehler kann schon zu großen Abweichungen führen und auch ein Baby mit etwas anderen Proportionen als der Durchschnitt kann falsch eingeschätzt werden.

Tatsächlich hat niemand dein Baby gewogen und gemessen. Lediglich die Messdaten vom Schädeldurchmesser und vom Oberschenkel werden herangezogen und mit statistischen Werten verglichen, daraus ergibt sich dann die Messung.

Dein Bauch in der 34. SSW

Während der 34. SSW ist der obere Rand der Gebärmutter circa 14 Zentimeter über dem Bauchnabel. Hat sich dein Bauch gesenkt? Es kann sein, dass dein Baby in dieser Woche tiefer in dein Becken rutscht – das bemerkst du daran, dass dein Bauch dann vielleicht etwas tiefer sitzt. Wenn das in der SSW 34 nicht passiert, ist das aber auch kein Problem. Innerhalb der nächsten Schwangerschaftswochen wird dein Baby dann tiefer in dein Becken rutschen und dir damit ein bisschen Platz im Bauchbereich zurückgeben.

Dein Babybauch ist jetzt auch schon richtig groß. Sein Maximum hat er aber noch nicht erreicht – das dauert noch ein paar Wochen. Durch die erhöhte Spannung der Bauchdecke kann der Bereich um deinen Nabel nun etwas schmerzen und dein Bauchnabel selbst wird flacher oder wird allmählich nach außen gedrückt.

34. SSW: Vorsorgeuntersuchung

Nach dem letzten großen Ultraschall in oder um die 32. Schwangerschaftswoche wird dein Arzt dich ab der 34. SSW wahrscheinlich in kürzeren Abständen von etwas zwei Wochen untersuchen. Hier achtet dein Arzt vor allem auf dein Gewicht und deinen Blutdruck. Außerdem wird er deine Gebärmutter untersuchen und Urinwerte testen lassen. Die Lage und Herzaktivitäten deines Kindes werden bei solchen Vorsorgeuntersuchungen auch regelmäßig überprüft. Neu in der 34. SSW: CTG Untersuchung.

Kardiotokogramm (CTG)

Du wirst ab der 34. SSW bei deinen Frauenarzt-Besuchen an das sogenannte CTG angeschlossen. Dieses misst deine Wehentätigkeiten und die Herztöne deines Babys. Anhand des CTG lässt sich sehr gut erkennen, ob es dem Baby gut geht.

Bei der Untersuchung wird sich dein Baby vielleicht manchmal wegdrehen. Wenn also plötzlich keine Töne mehr zu hören sind, ist das nicht sofort ein Grund zur Sorge. Sollte deine Wehentätigkeit in einer Null-Linie dargestellt werden, musst du dir keine Sorgen machen. Manche Frauen haben bis zur Geburt keine Wehen.

Alle wichtigen Infos zum CTG findest du auch in unserem Artikel: „CTG: Das verrät dir der Wehenschreiber“.

Schwangerschaftswoche 34

Babyentwicklung in der 34. SSW

Gehirnentwicklung läuft auf Hochtouren

Millionen von Neuronen sind in den letzten 34 Wochen entstanden, sie alle müssen mit den Synapsen verbunden werden. Unzählige Verbindungen sorgen dafür, dass dein Baby in den letzten Schwangerschaftswochen schon lernen kann. Gehirnaktivität ist anstrengend, darum nutzt es seine Schlafphasen dafür. Ist dein Baby geboren, wirst du merken, dass während der gesamten Kindheit Schlaf wichtig für die Gehirnentwicklung ist.

34. SSW: Aktives Baby

Obwohl es deinem Baby in der Gebärmutter langsam eng wird, ist es vielleicht trotzdem noch richtig aktiv. Dein Baby kann sich zur Seite rollen und mit seinen Füßen gegen deinen Bauch drücken. Vielleicht bemerkst du in der 34. SSW, dass dein Baby immer aktiv wird, wenn du dich gerade ausruhen und schlafen willst. Das liegt daran, dass deine Bewegungen dein Baby oft in den Schlaf schaukeln – ruhst du dich aus, ist dein Baby hellwach. Außerdem ist dein Baby in der 34. Schwangerschaftswoche länger wach und dann natürlich auch aktiver.

Finger- und Zehennägel sind schon ausgebildet

In der 34. SSW hat dein Baby schon Fingernägel (und Zehennägel), die über die Fingerkuppen hinausragen. Mit denen kann sich dein Kind sogar schon etwas kratzen. Schwer verletzen kann sich dein Kind so aber nicht – manchmal sind nach der Geburt leichte Striemen im Gesicht von Neugeborenen zu sehen. Das ist normal und kein Grund zur Sorge.

Übrigens: Neugeborenen solltest du auf keinen Fall die Fingernägel schneiden – das kann Verletzungen am Nagelbett begünstigen. Wenn dein Baby nach der Geburt sehr lange Nägel hat, kannst du sogenannte Erstlingshandschuhe benutzten, damit dein Kind sich nicht verletzen kann.

Kalzium für starke Knochen

Dein Baby arbeitet in der 34. SSW vor allem an der Stärkung seiner Knochen. Denn starke Knochen sind wichtig für die Geburt, die ja nicht mehr so weit entfernt ist. Dein Baby hat deswegen in der SSW 34 einen hohen Kalzium-Bedarf. Da es das Kalzium über dein Blut bekommt, ist ein angemessener Kalzium-Konsum gegen Ende deiner Schwangerschaft ratsam.

34. SSW: Gehör

Dein Baby kann schon seit einigen Wochen Geräusche hören. Aber in der SSW 34 bemerkst du vielleicht auch, dass dein Kind deine Stimme zu erkennen scheint. Viele Schwangere bemerken, dass ihre Babys auf die eigene Stimme reagieren – entweder sie beruhigen sich, oder sie werden richtig aktiv. Das Gehör von deinem Kind ist in der 34. SSW schon so ausgeprägt, dass es zwischen Stimmen unterscheiden kann. Wenn du diesen Effekt noch nicht bemerkt hast, kannst du deinem Baby etwas vorsingen oder eine Geschichte erzählen.

34. SSW: Beschwerden

34. SSW Müdigkeit und Schlafprobleme

Wenn du in dieser Woche bemerkst, dass du oft erschöpft bist und schlecht schläfst, kann das verschiedene Gründe haben. Vielleicht beginnst du abends, dir über die nähernde Geburt Gedanken zu machen. Oder andere Schwangerschaftsbeschwerden wie Übelkeit oder Sodbrennen halten dich wach.

Wusstest du, dass deine Schlafposition die Beschwerden beeinflussen kann? Wenn du in der 34. SSW auf deinem Rücken schläfst, dann drückt dein Kind vielleicht auf deine Hohlvene. Dadurch wird verhindert, dass Blut zurück zu deinem Herzen transportiert wird. Das sogenannte Vena-cava-Syndrom tritt etwa ab der 30. SSW auf. Deswegen wird Schwangeren geraten, ab dem dritten Trimester nicht lange auf dem flachen Rücken zu liegen. Schlafe in der 34. SSW also lieber auf der Seite – am besten links.

Kopfschmerzen in der SSW 34

Der Schlafmangel kann jetzt auch zu Kopfschmerzen führen. In der 34. SSW können Kopfschmerzen aber auch ein Alarmsignal sein: Kommen starke Ödeme, Bluthochdruck, Flimmern vor den Augen oder andere Sehstörungen sowie Übelkeit, Erbrechen und Schwindel hinzu, können sie zu einer Präeklampsie gehören. Eine Präeklampsie ist eine Schwangerschaftsvergiftung (auch EPH-Gestose oder Spätgestose genannt). Ein Arzt kann die Diagnose stellen indem er den Urin auf Eiweiß testet. Die Behandlung der Präeklampsie muss dann im Krankenhaus erfolgen und das Kind eventuell früher geholt werden.

34. SSW: Durchfall, Blähungen und Co.

Da deine Gebärmutter in der SSW 34 noch immer stark auf deinen Magen und Darm drückt, sind in der 34. SSW Übelkeit, Durchfall, Blähungen und Verstopfung ganz normal. Vor allem Durchfall kann aber auch ein erstes Geburtsanzeichen sein!

34. SSW: Hämorrhoiden

Da es in der 34. Schwangerschaftswoche auch verstärkt zu Verstopfung kommen kann, wird für manche Schwangere das Thema Hämorrhoiden relevant. Das steigende Gewicht des Kindes in Kombination mit Verstopfung kann Hämorrhoiden nämlich begünstigen. Bewegung, genug Flüssigkeit, eine ausgewogene Ernährung und Salben können Linderung bei Schmerzen und Jucken bringen. Solltest du in und nach der 34. SSW aber keine Besserung feststellen, ist es ratsam, deinen Arzt darauf anzusprechen.

Blasenschwäche in der SSW 34

Das Baby drückt in der 34. Schwangerschaftswoche auf deine Blase – besonders, wenn es sich ab der 34. SSW tiefer in das Becken begibt. Es kann nun passieren, dass wenn du Lachen, Husten oder Niesen musst, dabei ein wenig Urin verlierst. Man spricht auch von Stressinkontinenz, weil die Blase in diesem Moment stärker belastet wird und deswegen den Urin nicht mehr halten kann.

Nach der Geburt ist dies meist vorbei, doch dafür ist eine gute Rückbildungsgymnastik nötig. Nach mehreren Geburten besteht die Gefahr, eine dauerhafte Stressinkontinenz zu entwickeln. In diesem Fall muss der Beckenboden nach der Geburt umso mehr trainiert werden.

34. SSW: Ausfluss

Ausfluss in der Schwangerschaft ist erstmal nichts Unübliches. Hierbei handelt es sich meistens um den sogenannten Weißfluss. Sollte der Ausfluss eine unübliche Farbe, einen komischen Geruch oder eine unnormale Konsistenz haben, solltest du mit deinem Arzt oder deiner Hebamme sprechen. Wenn du in der 34. SSW blutigen Ausfluss bemerkst, der von starken Schmerzen begleitet wird, solltest du sofort einen Arzt aufsuchen.

34. SSW: Senkwehen

Wenn du in dieser Woche wehen-artige Symptome wie einen harten Bauch oder ein Ziehen im Bauch und im Rücken spürst, dann kann es sich vielleicht schon um die ersten Senkwehen handeln. Eigentlich kommen Senkwehen erst ab der 36. SSW vor – aber auch in den Wochen davor ist es nicht unüblich. Senkwehen erkennst du daran, dass sie sehr unregelmäßig auftreten und Wärme schmerzlindernd wirken kann. Wenn du das Gefühl hast, dass es sich um echte Wehen handelt, kannst du mit deiner Hebamme sprechen oder das im Krankenhaus überprüfen lassen.

Geburt in der 34. SSW – dein Baby hat die Lungenreife

Wenn du in der SSW 34 Wehen bekommen solltest, kannst du beruhigt sein. Denn dein Baby ist mittlerweile schon lebensfähig. In der 34. SSW hat dein Baby beispielsweise die Lungenreife schon erreicht. Bei Wehen werden ab jetzt keine speziellen Medikamente zur Beschleunigung der Lungenreife gebraucht.

Würde dein Kind in der 34. SSW geboren werden, dann gilt es zwar noch als „mäßig früh geborenes Frühchen“, die Überlebenschancen stehen aber schon bei rund 98 Prozent.

Was du sonst noch in der 34. Schwangerschaftswoche tun kannst

Angst vor der Geburt

Wenn du in der 34. SSW langsam bemerkst, dass du etwas Geburtsangst hast, dann kannst du mit deiner Hebamme ausführlich über diese Ängste sprechen. Eventuell müssen vorangegangene Ereignisse aufgearbeitet oder Strategien zu Bewältigung der Angst entwickelt werden.

Mutterschutz

Laut dem Mutterschutzgesetz kannst du ab sechs Wochen vor der Geburt in den Mutterschutz gegen. Das bedeutet – nach dem Abschluss der 34. SSW beginnt vielleicht schon dein Mutterschutz. Wenn du ab nächster Woche im Mutterschutz bist, ist jetzt die Zeit für Verabschiedungen im Job.

Zeit, die Kliniktasche zu packen

Falls nicht schon geschehen, ist es in der 34. SSW so langsam an der Zeit die Kliniktasche zu packen. Denke dabei auch an etwas für deinen Partner, denn er wird im Krankenhaus nicht mitversorgt: Ein Müsliriegel und ein Getränk können hilfreich sein, um ihn bei der Stange zu halten.

Neben Kleidung und Hygieneartikeln für dich und das Baby solltest du deinen Mutterpass, deinen Personalausweis, die Krankenversicherungskarte und eure Heiratsurkunde (gilt nur für Ehepaare) oder deine Geburtsurkunde (wenn du unverheiratet bist) bereitlegen. Informiere dich vorher bei deiner Klinik, ob du Kuscheltiere oder eine Spieluhr zu deinem Baby ins Bettchen legen darfst. Aus hygienischen Gründen ist das nicht immer erlaubt.

Dammmassage

Wahrscheinlich kennst du inzwischen die Geschichten vom Dammriss und anderen Geburtsverletzungen. Die 34. SSW ist der perfekte Zeitpunkt, um mit Dammmassagen zur Prävention zu beginnen. Massiere dafür einfach deinen Damm – den Bereich zwischen Vagina und Anus – mit einigen Tropfen Öl.

Quellen