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35. SSW: Dein Baby verfügt schon über einen starken Saugreflex

In der 35. SSW macht dein Baby in seiner Entwicklung große Schritte. Wusstest du, dass dein Baby im Bauch träumt? Auch bei dir tut sich in dieser Schwangerschaftswoche einiges: Vor allem die Schwangerschaftsbeschwerden scheinen sich zu summieren.

Wir verraten dir, was dich in der SSW 35 noch erwartet und, wie sich dein Baby entwickelt. Außerdem geben wir dir Tipps, wie du die Zeit im Mutterschutz produktiv nutzen kannst.

35. SSW: Dein Baby ist etwa so groß wie ein Staudensellerie.
35. SSW: Dein Baby ist etwa so groß wie ein Staudensellerie.
©Shutterstock

Inhalt: 35. SSW (34 +0 – 34 +6 SSW)

Zu Beginn der 35. Schwangerschaftswoche befindest du dich in deinem 9. Schwangerschaftsmonat. Jetzt sind es bis zum Entbindungstermin (ET) noch 6 Wochen – also 42 Tage. Man spricht in dieser Schwangerschaftswoche von SSW 34 +0 bis 34 +6 SSW.

35. SSW: Gewicht Baby und die Größe

Die wichtigste Frage ist natürlich: Wie sieht mein Baby in der 35 SSW aus? Dein Baby misst vom Scheitel bis zum Steiß jetzt rund 33 Zentimeter und vom Scheitel bis zu den Fersen etwa 46 Zentimeter – das ist schon eine beachtliche Größe. In etwa vergleichbar mit einem Staudensellerie. In der SSW 35 wiegen Babys rund 2.500 Gramm. Dein Kind hat jetzt schon gewaltig an Fettreserven zugelegt.

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35. SSW: Bauch und Gewicht

Was passiert in der 35 Schwangerschaftswoche? Zwischen deinem Bauchnabel und dem oberen Ende des Uterus liegen jetzt etwa 15 Zentimeter. Es kann aber auch sein, dass dein Baby schon tiefer ins Becken gerutscht ist – dann sitzt dein Bauch tiefer. Den prallen Babybauch bemerkst du mittlerweile wahrscheinlich auch schon. Alltagstätigkeiten wie Autofahren und Putzen werden immer anstrengender und in der 35. SSW auf dem Bauch schlafen ist wahrscheinlich auch nicht mehr angenehm.

Der große Bauch, der um die 37. Schwangerschaftswoche sein Maximum erreichen wird, kann jetzt spannen und jucken. Cremes und Lotionen helfen dabei deine angespannte Haut etwas zu beruhigen.

Aktuell wiegst du zwischen zehn und 13 Kilo mehr als vor deiner Schwangerschaft. Allein deine Gebärmutter wiegt jetzt rund eineinhalb Kilo. Natürlich handelt es sich bei diesen Angaben nur um Normwerte. Je nach Startgewicht, Größe und Babyentwicklung kann die tatsächliche Gewichtszunahme in der Schwangerschaft abweichen. Solange dein Arzt in der 35. SSW keine Probleme sieht, ist alles okay.

35. SSW: Ultraschall

Die letzte große Ultraschalluntersuchung, die zwischen der 29. und der 32. SSW stattgefunden hat, liegt mittlerweile auch schon einige Wochen zurück. In dieser Woche steht eigentlich keine Untersuchung an, wenn dein Arzt trotzdem eine durchführt, wirst du merken, dass sich dein Baby seit dem letzten Mal ganz schön verändert hat.

Babyentwicklung in der SSW 35

Dein Baby bewegt sich in der 35. SSW bewusster und koordinierter. Es wird im Bauch aber immer enger für dein Kind. Beim Bewegen stößt es deshalb manchmal gegen deinen Bauch. Was vielleicht vor kurzem noch zarte Knuffe waren, wird jetzt vielleicht unangenehm und manchmal schmerzhafter.

Dein Kind begibt sich vielleicht jetzt auch schon in seine Geburtsposition – oder es liegt bereits richtig. Oft bemerken Frauen das daran, dass ihr Bauch etwas absinkt. Wenn dein Kind noch nicht richtig liegt, hat es in der SSW 35 auch noch genug Zeit dafür.

Organentwicklung: Lunge und Nieren

Die Lunge ist in der 35. Schwangerschaftswoche weit genug ausgereift, um deinem Baby bei einer vorzeitigen Geburt die selbstständige Atmung zu ermöglichen. Dennoch profitiert es von ein paar weiteren Wochen Lungenentwicklung im Bauch.

Die Nieren und die Leber deines Kindes haben in der 35. SSW schon ihre Arbeit aufgenommen. Und auch im Darm befindet sich jetzt schon das sogenannte Kindspech – dein Baby wird die Masse aus Schleimhautzellen, verschluckten Haaren und Käseschmieren nach der Geburt als ersten Stuhlgang ausscheiden.

Augenfarbe in der 35. SSW

Wenn du dein Baby jetzt sehen könntest, dann hätte es blaue Augen. Diese Augenfarbe wird auch bis zur Geburt noch so bleiben. Denn Babys entwickeln ihre richtige Augenfarbe erst, wenn Licht in die Augen fällt.

Sinneswahrnehmung und Reflexe

Dein Baby verfügt in der 35. SSW schon über stark ausgeprägte Sinneswahrnehmungen. Es kann schon dumpfe Geräusche sowie Berührungen auf deinem Bauch spüren. Außerdem wendet sich dein Baby jetzt Lichtquellen automatisch zu.

Dein Baby verfügt nun auch über einen starken Saugreflex, seine Mundmuskulatur ist fast schon stark genug, um aus der Brust trinken zu können.

Dein Baby träumt schon

In der 35. Schwangerschaftswoche entwickelt dein Baby schon Schlaf- und Wachphasen. In den Wachphasen können Kinder auch schon mal die Augen öffnen. In den Schlafphasen kann dein Baby im Bauch auch schon träumen.

35. SSW: Geburt – wie stehen die Überlebenschancen?

Kann man in der 35 SSW normal entbinden? Insgesamt ist dein Baby nun praktisch „fertig“, hier und da verbessern und stabilisieren sich noch Körperfunktionen aber würde es jetzt geboren, hätte es eine 99-prozentige Chance zu überleben, sofern es gesund ist. Trotzdem gilt es bei einer Geburt noch als Frühchen.

35. SSW: Beschwerden – Kreislaufprobleme und Herzrasen

Viele Schwangere klagen in der 35. Schwangerschaftswoche über Kreislaufprobleme und einen erhöhten Herzschlag. Das liegt daran, dass dein Blutvolumen jetzt sein Maximum erreicht hat, um dich und dein Kind zu versorgen. Dein Herz muss also mehr Blut durch deinen Körper pumpen – das ist Schwerstarbeit und kann für Schwindel sorgen. Kreislaufprobleme sowie Müdigkeit können auch ein Anzeichen für Eisenmangel sein. In regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen überprüft dein Arzt deine Eisenwerte – sollten die schlecht sein, wird er dir bestimmte Lebensmittel oder Präparate empfehlen.

35. SSW: Blähungen und Verstopfung

Deine Gebärmutter drückt jetzt gewaltig auf deinen Magen und deinen Darm. Die bekannten Schwangerschaftsbeschwerden wie Übelkeit und Bauchschmerzen spürst du deswegen auch in der 35. SSW. Durchfall, Blähungen und Verstopfung sind auch mögliche Beschwerden, des erhöhten Drucks.

35. SSW: Sodbrennen und Atemnot

Da die Gebärmutter in dieser Woche immer noch auf deinen Magen und dein Zwerchfell drückt, sind in der 35. SSW Sodbrennen und Atemnot normale Beschwerden. Aber du kannst dich freuen, wenn dein Baby tiefer ins Becken wandert, kannst du wahrscheinlich wieder besser Luftholen und die Kurzatmigkeit ist vorbei.

Blasenschwäche in der SSW 35

Auch deine Blase bleibt nicht vom Druck durch die Gebärmutter verschont. Vielleicht hast du schon in den letzten Wochen gemerkt, dass du viel häufiger Wasserlassen musst. In der 35. SSW kann es vorkommen, dass du eine leichte Inkontinenz entwickelst. Vor allem beim Husten, Niesen und Lachen tropft es vielleicht ein bisschen. Mit Slipeinlagen kannst du dich weiterhin wohlfühlen.

35. SSW: Ausfluss – ein Problem?

Wenn sich in dieser Schwangerschaftswoche Ausfluss bemerkbar macht, ist das nicht immer problematisch. Es kann sich hierbei um normalen Ausfluss handeln. Wenn der Ausfluss verfärbt – gelb, braun oder blutig rot – ist oder eine ungewöhnliche Konsistenz oder Geruch hat, solltest du das am besten mit deiner Hebamme absprechen.

Besondere Vorsicht gilt bei starkem blutigem Ausfluss, der mit Schmerzen verbunden ist. Hier solltest du nicht warten, sondern sofort einen Arzt aufsuchen.

Detaillierte Informationen zu den verschiedenen Ausfluss-Farben und ihren Bedeutungen findest du auch in unserem Artikel zum Thema Schwangerschaftsausfluss.

35. SSW: Harter Bauch

In der 35. Schwangerschaftswochen hast du die ziehenden Senkwehen vielleicht schon kennengelernt. Die machen sich oft für einen harten Bauch und ein unangenehmes Ziehen bemerkbar. Wenn du bis zu dieser Woche noch keine Senkwehen gespürt hast, dann macht sich die Absenkung deines Babys vielleicht noch nicht so deutlich bemerkbar.

Ziehen im Unterleib

Auch ein Ziehen im Unterleib, also periodenähnliche Schmerzen, ist in der SSW 35 meist kein Grund zur Sorge. Meistens wird das Ziehen durch die Mutterbänder ausgelöst. Sie werden durch das zunehmende Gewicht deines Kindes mehr beansprucht. Auch ein Ziehen im Rücken oder in den Oberschenkeln können dadurch ausgelöst werden.

Was du sonst noch in der 35. SSW tun kannst

Der Mutterschutz

Wenn du berufstätig bist, befindest du dich ab der 35. Schwangerschaftswoche im Mutterschutz. Dann hast du jetzt genug Zeit für Anschaffungen und Vorbereitungen. Du kannst letzte Teile der Baby-Erstausstattung kaufen, Schwangerschaftsgymnastik oder Geburtsvorbereitungskurse besuchen oder schon einmal die Kliniktasche vorbereiten. Nimm dir aber auch genug Zeit, um die letzten Wochen deiner Schwangerschaft zu genießen.

Akupunktur zur Geburtsvorbereitung

Viele Hebammen bieten Akupunktur zur Geburtsvorbereitung an. Diese soll sich verkürzend auf die erste Geburtsphase auswirken und helfen, den Muttermund zu öffnen, sowie das Gewebe weicher werden zu lassen.

Diese Form der Akupunktur wird meistens in der 36. SSW begonnen. Das Setzen der Nadeln erfolgt unterhalb der Knie, am Innenknöchel des Fußes, außen am kleinen Zeh und seitlich oben an der Wade. Es ist nicht schmerzhaft, kann aber kribbeln oder ein Gefühl von Wärme aber auch wie bei einem kleinen, lokalen Stromschlag verursachen. Eine optionale weitere Nadel am Kopf wirkt beruhigend.

Wenn die Akupunktur dich interessiert, sprich deine Hebamme am besten einfach darauf an.

Dammmassage

Es lohnt sich, eine Dammmassage als Geburtsvorbereitung durchzuführen. So wird das Damm-Gewebe elastischer und ein Dammriss kann vorgebeugt werden. Hebammen Anja und Marie empfehlen, damit ab der 34. SSW zu beginnen und die Massage drei bis vier Mal pro Woche etwa für zehn Minuten durchzuführen. Wie eine Dammmassage funktioniert, erklären wir dir hier.

CTG-Untersuchung

Zeigen sich im CTG kleine Hügel auf der Skala, so sind das Übungswehen oder Senkwehen. Richtige Wehen im ersten Geburtsstadium erzeugen hohe Spitzen und tiefe Täler auf der Anzeige. Die Abstände zwischen den Spitzen sind dabei recht gleichmäßig.

Will ich eine PDA?

Zum Thema PDA kannst du dich vorab in unserem Periduralanästhesie-Artikel informieren. Während der Geburt wirst du dir den Informationszettel vielleicht nicht in Ruhe durchlesen können und manches steht dort auch nicht vermerkt, weil es nicht zu den medizinisch relevanten Nebenwirkungen zählt, die für Ärzte ersichtlich sind. Jetzt hast du genug Zeit, um dich ausgiebig zu informieren und eine Entscheidung zu treffen.

Plane deine Geburt – aber nicht bis ins kleinste Detail

Welche Form der Geburt hast du für dich beschlossen? Soll alles so natürlich wie möglich passieren, möchtest du eine Wassergeburt, einen Kaiserschnitt oder steht eine PDA auf deiner Wunschliste? Nicht alles was man sich für die Geburt wünscht, lässt sich dann auch wirklich umsetzen.

Da Geburten schwer planbar sind, muss man sie auch ein wenig auf sich zukommen lassen. Vielleicht kommt das Baby schneller auf die Welt als der Anästhesist dir die PDA legen kann, vielleicht sorgt ein vorzeitiger Blasensprung dafür, dass du die Wassergeburt nicht haben kannst oder dir ist einfach gar nicht nach Wasser. Manche dir also einen Plan – stelle dich aber auf mögliche Abweichungen ein.

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Quellen