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3D-Ultraschall: Warum ist er jetzt verboten?

3D-Ultraschall von einem Baby
Im 3D-Ultraschall kannst du viele Details erkennen – doch sind die Kosten höher als bei einem normalen Ultraschall
© Bigstock/ Yastremska

Seit 2021 ist der 3D-Ultraschall nur noch zu medizinischen Zwecken erlaubt. Was das genau für dich bedeutet und ob der Ultraschall für dein Baby gefährlich ist, liest du hier.

3D-Ultraschall: verboten ab 2021

Am 1. Januar 2021 ist ein neues Gesetz in Kraft getreten, welches den 3D-Ultraschall teilweise verbietet. Dieser darf jetzt nur noch dann gemacht werden, wenn er medizinisch notwendig ist. Das heißt, wenn dein betreuender Arzt beispielsweiße eine Schädigung oder Fehlbildung des Ungeborenen vermutet oder ausschließen möchte. Das gilt entsprechend auch für den 4D-Ultraschall.

: Strahlenschutzverordnung

Auf den Weg gebracht hat dieses Gesetz das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU). Mit der neuen Verordnung möchte das BMU kommerziellen Anbietern einen Riegel vorschieben, die Paaren Babyfernsehen anbieten. Das diene vor allem dem Schutz des Babys.

Warum wird der 3D-Ultraschall verboten?

Das BMU geht davon aus, dass die für die 3D-Bilder notwendige Strahlung potenziell gefährlich für das Ungeborene sei. Mit Beginn der Knochenbildung könne zu viel Schallenergie am Knochen absorbiert werden – vor allem, wenn zu lange/ falsch geschallt wird. Dieses Risiko bestehe gerade bei kommerziellen Anbietern von „Babyfernsehen“ außerhalb von gynäkologischen Praxen.

Die neue Verordnung im Strahlenschutzgesetz hat für viel Verunsicherung geführt. Eltern sind besorgt, ihren Kindern eventuell geschadet zu haben. Ärzte bemühen sich um eine Klarstellung.

Ist der 3D-Ultraschall gefährlich für das Baby?

„Eine unserer Hauptaufgaben nach dem Inkrafttreten der neuen Strahlenschutzgrundverordnung wird es sein, unseren schwangeren Patienten die völlig unbegründete Angst vor der Methode Ultraschall-Untersuchungen, die durch die Verordnung in einen gewissen Generalverdacht gelangt ist, in der täglichen Beratung und Anwendung zu nehmen“, erklären Jochen Frenzel und Klaus Doubek vom Berufsverband der Frauenärzte e. V. (BVF).

Nach aktuellem Forschungsstand würde nichts darauf hindeuten, dass die Ultraschalluntersuchungen in der Schwangerschaft irgendeine Gesundheitsbelastung für das ungeborene Kind darstellen, betont auch der Vizepräsident der Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) PD Dr. med. Kai-Sven Heling.

Das bedeutet Eltern müssen sich grundsätzlich keine Sorgen machen, der 2D- oder 3D-Ultraschall könnte ihrem Baby schaden.

Welche Ultraschalluntersuchungen bleiben erlaubt?

Die ersten Bilder von seinem Ungeborenen sind für alle Eltern ein unvergessliches Erlebnis. Auch dass die normalen Ultraschallbilder nur schwarz-weiße Umrisse zeigen, kann die Freude darüber nicht trüben.

Zur Erinnerung: Während deiner Schwangerschaft sind für dich laut Mutterschafts-Richtlinien drei große Ultraschalluntersuchungen vorgesehen. Daran wird sich auch 2021 nichts ändern. Bei diesen Vorsorgeterminen hast du auf jeden Fall die Möglichkeit, dein Ungeborenes kennen zu lernen.

Trotzdem: Spannender ist es, mit dem 3D-Ultraschall einen Blick in den Babybauch zu werfen. Denn dieser macht erst die wunderbaren Kleinigkeiten sichtbar, die jedes Baby einzigartig machen. Haben Eltern gar keine Chance mehr auf dieses Erlebnis?

Grundsätzlich eher nicht. Hier ist der neue Gesetzestext sehr klar: 3D-Ultraschalluntersuchungen die nur dazu dienen Erinnerungsfilme oder -bilder zu erstellen sind nicht erlaubt.

Aber: Es ist natürlich Auslegungssache des betreuenden Gynäkologen, wann eine medizinische Notwendigkeit besteht. Die kann zum Beispiel auch gegeben sein, wenn ihr euch als Eltern Sorgen um das Baby macht. Ärzte haben hier noch einen gewissen Spielraum. Allerdings müsst ihr in diesem Fall die Kosten für den Ultraschall selbst tragen.

IGeL-Leistung: 3D-Ultraschall-Kosten müssen Eltern selbst tragen

Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für zusätzliche Ultraschalluntersuchungen nur, wenn es um die medizinische Vorsorge des Ungeborenen geht.

Das heißt: Hat der Frauenarzt den begründeten Verdacht auf eine bestimmte Entwicklungsstörung oder liegt ein unklarer Befund vor, ist auch der 3D-Ultraschall eine Kassenleistung. Ebenso wenn du als Risikoschwangere eingestuft wurdest.

: Risikoschwangerschaft

Haben bisherige Untersuchungen gezeigt, dass dein Baby gesund ist, willst du aber trotzdem „auf Nummer sicher gehen“, kann ebenfalls ein 3D-Ultraschall gemacht werden. In diesem Fall zählt der aber zu den sogenannten individuellen Gesundheitsleistungen (IGel) und du musst selbst dafür zahlen.

Wie teuer die Untersuchung genau ist, hängt von der Arztpraxis ab. Du kannst mit bis zu 150 Euro rechnen. Informiere dich am besten vorher bei deinem Frauenarzt über die 3D-Ultraschall-Kosten.

3D-Ultraschall: So funktioniert er

Im Grunde funktioniert der 3D-Ultraschall wie ein herkömmlicher Ultraschall beim Frauenarzt. Eine spezielle Software setzt die Einzelaufnahmen dann so zusammen, dass sich am Ende ein dreidimensionales Bild ergibt.

Es ist wirklich verblüffend, wie genau der Ultraschall arbeitet. Feinste Details wie Grübchen oder Stirnrunzel lassen sich damit erkennen. Wenn du Glück hast, kannst du sogar sehen, dass dein Kind gerade an seinem Daumen nuckelt.

Tatsächlich gehört ein bisschen Glück immer dazu. Denn so gut die Technik auch sein mag, wenn der Bauchbewohner nicht mitspielt, kann auch der 3D-Ultraschall keine guten Bilder zaubern. Idealerweise ist das Baby mit dem Gesicht zur Bauchwand gedreht. Doch es kann durchaus passieren, dass es dir stattdessen den Rücken zudreht und sich quasi vor den aufdringlichen Blicken versteckt.

Ab wann 3D-Ultraschall sinnvoll?

Am besten werden die Bilder des 3D-Ultraschalls zwischen der 20. SSW und der 30. SSW. Das Baby ist dann schon so weit entwickelt, dass sich die Details schön erkennen lassen. Gegen Ende der Schwangerschaft begibt sich das Baby allmählich in seine Geburtsposition und rutscht schon etwas ins Becken. Gute Aufnahmen vom Köpfchen sind dann nicht mehr möglich.

Es kommt dir unglaublich lange vor, 20 Wochen zu warten? Theoretisch ist ein 3D-Ultraschall natürlich auch schon früher möglich. Damit du am Ende nicht enttäuscht von den Bildern bist, für die du nicht wenig zahlst, solltest du abwägen, wann der 3D-Ultraschall für euch wirklich Sinn macht.

Quellen

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