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3D-Ultraschall: Kosten und der richtige Zeitpunkt

Der 3D-Ultraschall ist für viele Schwangere ein Highlight. Er ermöglicht einen einzigartigen Blick auf dein Baby. Mit welchen Kosten du rechnen musst, zu welchem Zeitpunkt du bei diesem Ultraschall am meisten siehst und warum der 3D-Ultraschall ab Januar 2021 verboten wird, liest du hier.

Im 3D-Ultraschall kannst du viele Details erkennen – doch sind die Kosten höher als bei einem normalen Ultraschall
Im 3D-Ultraschall kannst du viele Details erkennen – doch sind die Kosten höher als bei einem normalen Ultraschall
© Bigstock/ Yastremska

3D-Utralschall: Hat es die Nase von Papa?

Die ersten Bilder von seinem Ungeborenen sind für alle Eltern ein unvergessliches Erlebnis. Auch dass die normalen Ultraschallbilder nur schwarz-weiße Umrisse zeigen, kann die Freude darüber nicht trüben. Trotzdem: Spannender ist es, mit dem 3D-Ultraschall einen Blick in den Babybauch zu werfen. Denn dieser macht erst die wunderbaren Kleinigkeiten sichtbar, die jedes Baby einzigartig machen. Hat es die Nase vom Papa und das Lächeln der Mama?

IGeL-Leistung: 3D-Ultraschall-Kosten müssen Eltern selbst tragen

Dieses sogenannte Babyfernsehen müssen Schwangere aus eigener Tasche zahlen. Der 3D-Ultraschall gehört zu den sogenannten individuellen Gesundheitsleistungen (IGel). Die Krankenkassen werden sich an den Kosten nicht beteiligen. Wie teuer das Baby-Shooting genau ist, hängt von der Arztpraxis ab. Du kannst aber mit bis zu 150 Euro rechnen. Informiere dich am besten vorher bei deinem Frauenarzt über die 3D-Ultraschall-Kosten.

3D-Ultraschall: verboten ab 2021

Ab dem 01. Januar 2021 ist aber Schluss mit dem Babyfernsehen. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) hat ein entsprechendes Gesetz auf den Weg gebracht, dass den 3D-Ultraschall verbietet. Das BMU erklärt in einer offiziellen Stellungnahme:

„Nach der am 31. Dezember 2018 in Kraft getretenen Modernisierung des Strahlenschutzrechtes durch die ‚Verordnung zum Schutz vor schädlichen Wirkungen nichtionisierender Strahlung bei der Anwendung am Menschen‘ sind Untersuchungen, die Diagnostik dienen, also nicht durchgeführt werden, um medizinische Fragestellungen zu beantworten, künftig verboten.“

Das bedeutet ab 2012 darf der 3D-Ultraschall nur gemacht werden, wenn er medizinisch notwendig ist – zum Beispiel, wenn beim Ungeborenen Schädigung oder Fehlbildung vermutet werden. Damit schiebt der BMU vor allem kommerziellen Anbietern einen Riegel vor, die Paaren Babyfernsehen anbieten.

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Bringt der 3D-Ultraschall Baby in Gefahr?

„Trotz jahrzehntelanger intensivster Forschungsarbeit gibt es nach wie vor keine Studienergebnisse, die darauf hindeuten, dass Ultraschalluntersuchungen in der Schwangerschaft irgendeine Gesundheitsbelastung für das ungeborene Kind darstellen“, betont PD Dr. med. Kai-Sven Heling, Vizepräsident der Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) in einer offiziellen Stellungnahme zum Verbot des Babyfernsehens. Das bedeutet Eltern müssen sich keine Sorgen machen, der 3D-Ultraschall könnte ihrem Baby schaden.

Allerdings liefern moderne Ultraschallgeräte immer bessere Bilder, wofür stärkere Schallwellen eingesetzt werden. Wird dann zu lange geschallt, kann das unter Umständen zu einem Risiko für das Baby werden. Der Frauenarzt und Pränatalmediziner Dr. med. Jochen Frenzel erklärt, anlässlich des diesjährigen Frauenärztlicher Fortbildungskongress FOKO 2019 in Düsseldorf, in einer Pressemitteilung des Berufsverbands der Frauenärzte e.V.: „Ultraschall erwärmt das Gewebe. Der Effekt ist zwar normalerweise nur minimal. Aber je höher die angewandte Energie und je länger die Untersuchung, desto höher wird auch der Erwärmungseffekt. Wir wissen, dass beim gepulsten Dopplerschall bei längerer Dauer die Erwärmung bis zu vier Grad Celsius betragen kann. Dadurch könnte das beschallte Gewebe durchaus Schaden nehmen. Deshalb sollte diese Untersuchung auch immer nur wenige Sekunden dauern.“

Deshlab hält er es auch für problematisch, wenn sich Paare ihr Babykino außermedizinisch holen würden, etwa indem sie sich Ultraschallgeräte ausleihen oder den Ultraschall von nichtmedizinischen Anbietern durchführen lassen.

3D-Ultraschall: So funktioniert er

Im Grunde funktioniert der 3D-Ultraschall wie ein herkömmlicher Ultraschall beim Frauenarzt. Eine spezielle Software setzt die Einzelaufnahmen dann so zusammen, dass sich am Ende ein dreidimensionales Bild ergibt. Es ist wirklich verblüffend, wie genau der Ultraschall arbeitet. Feinste Details wie Grübchen oder Stirnrunzel lassen sich damit erkennen. Wenn du Glück hast, kannst du sogar sehen, dass dein Kind gerade an seinem Daumen nuckelt.

Tatsächlich gehört ein bisschen Glück immer dazu. Denn so gut die Technik auch sein mag, wenn der Bauchbewohner nicht mitspielt, kann auch der 3D-Ultraschall keine guten Bilder zaubern. Idealerweise ist das Baby mit dem Gesicht zur Bauchwand gedreht. Doch es kann durchaus passieren, dass es dir stattdessen den Rücken zudreht und sich quasi vor den aufdringlichen Blicken versteckt.

So sehen 3D-Ultraschallbilder aus

Willst du wissen, was dich erwartet? Dann schau dir das 3D-Utraschall-Video an, bei dem du Babys in verschiedenen SSWs beobachten kannst:

 

3D-Baby Ultraschall in verschiedenen Schwangerschaftswochen

Ab wann 3D-Ultraschall sinnvoll?

Am besten werden die Bilder des 3D-Ultraschalls zwischen der 20. SSW und der 30. SSW. Das Baby ist dann schon so weit entwickelt, dass sich die Details schön erkennen lassen. Gegen Ende der Schwangerschaft begibt sich das Baby allmählich in seine Geburtsposition und rutscht schon etwas ins Becken. Gute Aufnahmen vom Köpfchen sind dann nicht mehr möglich.

Es kommt dir unglaublich lange vor, 20 Wochen zu warten? Theoretisch ist ein 3D-Ultraschall natürlich auch schon früher möglich. Damit du am Ende nicht enttäuscht von den Bildern bist, für die du nicht wenig zahlst, solltest du abwägen, wann der 3D-Ultraschall für euch wirklich Sinn macht.

Zur Erinnerung: Während deiner Schwangerschaft sind für dich drei große Ultraschalluntersuchungen vorgesehen. Diese werden auch von den Krankenkassen gezahlt. Das heißt, bei diesen Vorsorgeterminen hast du auf jeden Fall die Möglichkeit, dein Ungeborenes kennen zu lernen.



Quellen:

 

  • Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V.: Neue Strahlenschutzverordnung. Ist Ultraschall in der Schwangerschaft gefährlich? – DEGUM-Experten weisen Kritik zurück.
    www.degum.de. https://www.degum.de/aktuelles/presse-medien/pressemitteilungen/im-detail/news/neue-strahlenschutzverordnung.html (letzter Abruf  August 2019)
  • Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit: Auch der Einsatz von Lasern zu kosmetischen oder sonstigen nichtmedizinischen Zwecken wird erstmals geregelt. Pressemitteilung vom 05.09.2018
    https://www.bmu.de/pressemitteilung/bundeskabinett-beschliesst-verordnung-zur-weiteren-modernisierung-des-strahlenschutzrechts/ (letzter Abruf  August 2019)
  • Gehlenborg, Friederike: Ist Ultraschall in der Schwangerschaft gefährlich? – DEGUM-Experten weisen Kritik zurück, in: idw-online.de
    https://idw-online.de/de/news709661 (letzter Abruf  August 2019)
  • Berufsverband der Frauenärzte e.V.: Babykino ab 01.01.2012 verboten, Pressemitteilung vom 19.02.2019
    https://www.bvf.de/aktuelles/pressemitteilungen/meldung/news/babykino-ab-01012021-verboten/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=93a71713e4d18175a223647fbb8054d5 (letzter Abruf  August 2019)