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40. SSW: Dein Baby ist bereit für die Geburt

vonBarbara Schniebel

Fühlst du dich schon wie eine tickende Bombe, die jederzeit hochgehen kann? Wenn du in der 40. SSW noch nicht im Kreißsaal bist und sämtliche Anzeichen einer bevorstehenden Geburt fehlen, brauchst du nicht die Nerven zu verlieren. Denn es ist noch kein Kind dringeblieben!

Wie dein Baby sich im Endspurt noch weiterentwickelt und, wie du in der 40. SSW Geburtsanzeichen erkennst, liest du hier.

vonBarbara Schniebel
40. SSW: Dein Baby ist so groß wie eine Wassermelone
40. SSW: Dein Baby ist so groß wie eine Wassermelone
© Shutterstock

Inhalt: 40. SSW (39 +0 – 39 +6 SSW)

SSW 40: Größe und Gewicht des Babys

Zu Beginn der 40. Schwangerschaftswoche sind es bis zum Entbindungstermin (ET) nur noch eine Woche. Man spricht auch von 39 +0 bis 39 +6 SSW. Dein Baby ist jetzt wahrscheinlich zwischen 50 und 55 Zentimeter groß – damit hat es seine endgültige Geburtsgröße jetzt schon erreicht.

Es wiegt zwischen 3400 bis 4500 Gramm – das entspricht etwa dem Gewicht eines mittelgroßen Kürbisses. Auch, wenn dein Baby jetzt etwas mehr oder weniger wiegt, ist das auch okay. Es gibt nämlich genug Kinder, deren Geburtsgewicht erstmal nicht in der Norm liegt und sich in den ersten Lebenswochen noch einpendeln muss.

40. SSW: Bauch und Körper

Vom Bauchnabel gemessen, reicht dein Uterus nun zwischen 16 und 20 Zentimeter in die Höhe. Das kannst du auch deutlich spüren. Dein Babybauch ist jetzt vielleicht hart und stark gedehnt. Wenn die gespannte Haut zu Juckreiz führt, kannst du mit Cremes und Ölen dagegen vorgehen.

Die Brust produziert schon Kolostrum

Vielleicht bemerkst du in der SSW 40 gelbe oder orange Tropfen, die aus deinen Brustwarzen kommen. Hierbei handelt es sich um die sogenannte Vormilch – oder auch Kolostrum. Normalerweise entsteht Kolostrum in den ersten Tagen nach der Geburt, bevor es zum Milcheinschuss kommt. Die Vormilchtropfen in der 40. SSW sind ein gutes Zeichen, dass es bald mit der Geburt losgehen wird.

Der letzte reguläre Vorsorgetermin

In der 40. SSW steht wahrscheinlich dein letzter regulärer Vorsorgetermin bei deinem Frauenarzt an. Hier überprüft dein Arzt, ob genug Fruchtwasser vorhanden ist, und, ob die Plazenta noch genug Nährstoffe hat. Bei Unregelmäßigkeiten weiß dein Arzt genau, was zu tun ist.

Sollte die Geburt nach dieser Woche noch nicht passiert sein, wird dein Arzt dich in der 41. SSW etwa alle zwei Tage untersuchen. Mit dem CTG werden hier die Herztöne deines Kindes überprüft.

Übrigens: 10 Tage nach dem errechneten Entbindungstermin wird Schwangeren in der Regel geraten, die Geburt einleiten zu lassen.


40. SSW und Baby ist auf einmal ruhig

In der 40. SSW können die Kindsbewegungen weniger werden. Deinem Baby wird es langsam eng in der Fruchtblase. Es muss vielleicht seine Arme und Beine anwinkeln und bewegt sich deswegen etwas weniger. Wenn in der 40 SSW Baby plötzlich ruhig wird, ist das demnach recht normal. An manchen Tagen ist der Nachwuchs zappelig, tritt und veranstaltet eine richtige Bauchparty, an anderen verhält er sich eher still. Mehr als ein leichtes Schieben und Drücken ist dann nicht spürbar – vielleicht sogar nicht einmal das. Auch dein Baby bereitet sich so langsam auf die anstehende Geburt vor und sammelt seine Kräfte. Hier passt das Sprichwort: „Die Ruhe vor dem Sturm“ perfekt. Wenn du dir aber bei den unsicher bist, ob es deinem Kind gut geht, kannst du immer deinen Arzt aufsuchen.

 

So entwickelt sich dein Baby in dieser Schwangerschaftswoche

Wenn die Berechnung deiner Schwangerschaft korrekt ist, dann ist dein Baby in der SSW 40 praktisch fertig für die Geburt. Alle Organe und Körpersysteme können auch außerhalb deiner Gebärmutter ihre Aufgaben erfüllen. In der Leber hat dein Kind Stärke gespeichert, die dann in Glukose umgewandelt wird. Und auch eigene Flüssigkeitsreserven hat dein Kind schon – so übersteht es die Anstrengende Geburt und die Zeit, bis es gefüttert wird.

Obwohl dein Baby bereit zur Geburt ist, gilt es theoretisch noch als ‚unfertig‘. Denn anders als die meisten anderen Säugetiere, kommen Menschenkinder nicht vollständig gereift auf die Welt: Sie können sich weder selbstständig fortbewegen noch selbstständig Nahrung erhalten. Sie sind vorerst komplett auf den Schutz und die Versorgung durch die Mutter angewiesen. Damit dies sichergestellt wird, sind Babys mit einem gut funktionierenden Schreien ausgestattet – das hörst du nach der Geburt dann wahrscheinlich auch recht schnell.

Kurz nach der Geburt überprüft eine Krankenschwester auch das tatsächliche Alter deines Kindes. Es kann vorkommen, dass das errechnete Alter nicht mit dem Tatsächlichen übereinstimmt. Anhand von Größe, Gewicht und der neurologischen Entwicklung wird das sogenannte Gestationsalter deines Kindes berechnet.

40. SSW: Geburtsanzeichen & Schwangerschaftsbeschwerden

Deine Gebärmutter mitsamt dem Baby drückt immer noch auf deinen Magen. Deswegen sind in der 40. SSW Blähungen und Bauchschmerzen auch normale Schwangerschaftsbeschwerden. Es können sich auch in der 40. SSW Geburtsanzeichen zeigen.

Lampenfieber

Schlaflosigkeit, Nervosität und eine innere Unruhe können in dieser Schwangerschaftswoche vorkommen. Vor allem bei deiner ersten Geburt wartest du wahrscheinlich nervös auf die ersten Geburtsanzeichen. Versuche aber trotzdem ruhig zu bleiben und gönne dir jetzt noch genug Pausen und Schlaf bevor dein Baby auf der Welt ist.

Durchfall, Übelkeit und Appetitlosigkeit

Weil dein Baby durch die Schwerkraft (oder durch Vorwehen oder echte Wehen) nach unten gedrückt wird, kann in der 40. SSW Durchfall auftreten. Auch Übelkeit und Appetitlosigkeit sind mögliche Begleiterscheinungen.

40 SSW: Ausfluss

Vielleicht stellst du in dieser Woche einen schleimigen, leicht blutigen Ausfluss beim Abwischen fest. Hier handelt es sich wahrscheinlich um den Schleimpfropf – der Abgang ist ein gutes Geburtsanzeichen. Es bedeutet, dass sich dein Muttermund langsam für die Geburt öffnet.

Blasensprung: 40. SSW

Bei einigen Frauen kommt es zu einem vorzeitigen Blasensprung – noch bevor die Wehen einsetzen. Wie viel Fruchtwasser dabei austritt, ist unterschiedlich. Es kann auch nur tröpfchenweise austreten. Deswegen fragen sich viele Frauen in der 40. SSW: Ausfluss oder Fruchtwasser? Wie du einen Blasensprung erkennen kannst, sowie andere wichtige Infos findest du in unserem Artikel zum Thema „Fruchtblase geplatzt“

Sollte es sich um einen vorzeitigen Blasensprung handeln, beginnt die Geburt höchstwahrscheinlich im Laufe der nächsten 24 bis 48 Stunden.

Wehen in der 40. Schwangerschaftswoche

Wahrscheinlich wartest du schon sehnlichst auf den Wehenbeginn. Und so erkennst du ihn: Dein Bauch wird hart und du spürst ein starkes Ziehen im Unterleib – es kann auch zu Rückenschmerzen vom Unterbauch bis in die Knie kommen. Anfangs liegen die Abstände der Wehen noch weiter auseinander. Notiere dir ab Beginn der Wehen am besten die Zeiten – spätestens bei einem Abstand von fünf Minuten heißt es dann: ab ins Krankenhaus!

40. SSW: keine Wehen und Muttermund geschlossen – muss ich mir Sorgen machen?

Während sich bei einigen Frauen die Geburt schon bald ankündigt, warten andere noch vergeblich auf erste Anzeichen, geschweige denn Wehen. Wenn bei dir im CTG keine Wehentätigkeit zu sehen ist und der Muttermund vollständig geschlossen ist, dann verliere nicht den Mut. Manche Frauen berichten, dass am Vormittag beim Frauenarzt noch alles gegen eine baldige Geburt sprach und noch am selben Tag wurde das Baby geboren – Überraschung!

Wenn du aktuell also noch keine Wehen spürst, musst du dir keine Sorgen machen. Viele Kinder werden nämlich erst nach ihrem errechneten Geburtstermin geboren. In der 40 SSW muss die Geburt noch nicht eingeleitet werden. Du kannst aber versuchen, deine Wehen natürlich zu fördern (zum Beispiel mit Himbeerblättertee)– sprich darüber aber immer mit deinem Arzt oder deiner Hebamme.

SSW 40: keine Anzeichen – das kannst du tun

Die Hebammen Anja und Marie empfehlen beispielsweise diese sechs Dinge, um Wehen anzuregen:

  1. Bauchmassage
  2. Spazieren und Treppensteigen
  3. Warmes Bad
  4. Sex
  5. Fußbad mit Senfmehl
  6. Tampons mit Nelkenöl

Kann es zu einer Übertragung kommen?

Manche Frauen fürchten, dass es zu einer Übertragung kommen kann – hier ist eine Unterversorgung der Plazenta der Grund für eine Todgeburt. Lass dich von dem Gedanken aber nicht verrückt machen – die regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen bei deinem Arzt halten das Risiko für eine Übertragung äußerst gering. Außerdem spricht man erst ab der 41. SSW von einer Terminüberschreitung und ab der 42. SSW von einer Übertragung.

Was kannst Du in der 40. SSW tun?

Genieße die letzten Tage, Stunden oder Minuten

Du fühlst dich wahrscheinlich richtig „reif“ für die Entbindung – und sie könnte ja auch jede Sekunde beginnen. Vielleicht schwingt aber auch ein bisschen Wehmut mit. In den letzten 40. Schwangerschaftswochen hast du einige tolle Erfahrungen gemacht. Genieße die letzte Zeit als Schwangere und erlaube dir auch, in Erinnerungen zu schwelgen.

Entspanne dich!

Da Entspannung für dich jetzt sehr wichtig ist, solltest du auch in der 40. SSW noch genug Pausen einlegen. Bedenke: Wenn dein Kind erst mal auf der Welt ist, ist die Ruhe erstmal vorbei.

Wichtige Last-Minute-Dinge für deine Kliniktasche

Die Kliniktasche steht jetzt sicher schon bei der Haustüre bereit für den Weg ins Krankenhaus. Es gibt aber auch ein paar Dinge, die du vorher nicht einpacken kannst. Handy, iPad, Kindle, Kontaktlinsen oder Brille – damit du nichts Wichtiges vergisst, kannst du dir eine kleine Liste machen.

Wähle eine Kontaktperson für Updates an den Bekanntenkreis aus

„Bist du noch zu Hause?“ – wenn jetzt im 3-Minuten-Takt das Telefon klingelt oder SMS-Nachrichten eingehen, weil jeder wissen möchte, ob es schon losgeht, dann kann das sehr anstrengend sein – besonders wenn die Nerven durch Schlafmangel und Nervosität gerade blank liegen. Wenn es dich stört, wähle eine Person aus, die deinen Bekanntenkreis informiert.

Quellen

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