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4D-Ultraschall: Kann ich mein Baby „live“ treffen?

Bilder des 4D-Ultraschalls werden auf die Monitore übertragen
Der erste 4D-Ultraschall ist ein besonderer Moment für werdende Eltern.
© Medical Prudens via Pixabay

„Live“ im Bauch nach dem Rechten sehen, das ist mit dem 4D-Ultraschall möglich. Ohne medizinischen Grund, ist dieses „Babyfernsehen“ seit Januar 2021 allerdings verboten.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Seit Januar 2021 dürfen der 3D- und 4D-Ultraschall nur noch zu medizinischen Zwecken gemacht werden. Das ist durch das Strahlenschutzgesetzt festgelegt.
  • Der 4D-Ultraschall ist ein 3D-Ultraschall in Echtzeit. Daher wird er auch Live-3D-Ultraschall genannt.
  • Fachverbände halten den 4D-Ultraschall als Vorsorgeuntersuchung für überflüssig.

Was ist der Unterschied zwischen 3D- und 4D-Ultraschall?

Beide Arten des Ultraschalls funktionieren im Grund gleich. Eine spezielle Software setzt einzelne Ultraschallaufnahmen so zusammen, dass sich am Ende ein dreidimensionales Bild ergibt. Damit sind viel genauere Aufnahmen vom Gesicht und den Körperteilen des Babys möglich. Auch die Organe können genauer abgebildet werden, was aus medizinischer Sicht für Ärzte natürlich relevanter ist.

Beim 4D-Ultraschall wird noch die Dimension Zeit hinzugefügt. Die Bewegungen des Babys werden in Echtzeit auf die Monitore der Gynäkologen übertragen. Für viele Eltern eine besonders emotionale Art und Weise ihr Baby das erste Mal zu sehen.

Kritik am 4D-Ultraschall: unnötiges „Babyfernsehen“

Der Medizinische Dienst des Bundes der Krankenkassen (MDS) stuft 4D-Ultraschall-Untersuchung als überflüssig ein. Um mögliche Fehlbildungen zu erkennen, reiche auch ein 3D-Ultraschall aus.

Auch die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) spricht sich klar gegen die Nutzung von 4D-Ultraschall ohne einen medizinischen Hintergrund aus. Eltern würden die Methode demzufolge häufig als „Babyfernsehen“ zweckentfremden.

An dem Punkt setzt auch die Neuerung des Strahlenschutzgesetzes an. „Babyfernsehen“ als Event, das nur dazu dient, Erinnerungsfotos oder -videos zu sammeln, ist seit Januar 2021 zum Schutz des Ungeborenen verboten. Ausführliche Infos dazu liest du in unserem Artikel über den 3D-Ultraschall.

Dr. Krisztian Lato, Frauenarzt am Universitätsklinikum Ulm sieht die Vorteile der Methode besonders in der Früherkennung von Gehirnfehlbildungen und in dem positiv-psychologischen Effekt, den Eltern durch die anschauliche Darstellung ihres Kindes bekommen.

Wann wird ein 4D-Ultraschall gemacht?

Die Zeit zwischen der zwölften und 16. Schwangerschaftswoche eignet sich am ehesten für einen 4D-Ultraschall, wenn man das gesamte Baby beobachten möchte. Die Zeit zwischen der 25. und 33. Schwangerschaftswoche empfiehlt sich für die Untersuchung von einzelnen Körperteilen und Organen.

Wichtig: Ohne dass ein medizinischer Grund besteht, wird kein 4D-Ultraschall mehr gemacht. Um Herz, Gehirnstrukturen oder andere Organe genauer zu untersuchen reicht in der Regel ein 3D-Ultraschall aus.

4D-Ultraschall: Kosten

Liegt kein medizinischer Grund vor, warum der Arzt einen 4D-Ultraschall macht, zählt er zu den sogenannten individuellen Gesundheitsleistungen (IGel) und du musst selbst dafür zahlen. Die 4D-Ultraschall-Kosten variieren unter Frauenärzten und können bis zu 250 Euro betragen. Manche Ärzte berechnen auch Kosten pro Bild.

Quellen

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